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Von: Pressestelle des Bistums Hildesheim
22 September 2011 10:56
Kategorie: Allgemein, Bistum, Kirchenschließung

Die Kapelle „St. Willehad“ in Cuxhaven wird entwidmet

Hildesheim/Cuxhaven (bph) Die Kapelle „St. Willehad“ in Cuxhaven wird profaniert und verliert damit ihre Funktion als Ort für katholische Gottesdienste. Das hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle entschieden. Pfarrer Christian Piegenschke wird dort am Samstag, 1. Oktober 2011, um 18.00 Uhr zum letzten Mal eine Sonntagvorabendmesse feiern.

Die Kapelle „St. Willehad“ in Cuxhaven ist eine Filialkirche der Pfarrgemeinde „St. Marien“ in Cuxhaven, zu der auch noch die Filialkirchen „Herz Jesu“ in Cuxhaven, „Zwölf Apostel“ in Cuxhaven-Altenwalde und die Hauskapelle „St. Pius“ in Cuxhaven-Sahlenburg gehören.

Die katholische Pfarrgemeinde Herz Jesu in Cuxhaven konnte nach dem Zweiten Weltkrieg in den 50er Jahren das sogenannte „Meynsche Anwesen“ erwerben, im Volksmund „Goldenes Haus“ genannt. Es liegt noch im Innenstadtbereich von Cuxhaven. In der Scheune aus dem Jahr 1892 wurde 1967 eine Kapelle mit etwa 100 Sitzplätzen eingerichtet und nach dem ersten Bischof des Bistums Bremen, dem Hl. Willehad, benannt. Mit Mut und Energie haben sich damals die Gläubigen den Herausforderungen gestellt. Sie hatten vor allem die hohe Zahl von katholischen Gastarbeitern zu berücksichtigen, die nach Cuxhaven gekommen waren.

Bischof Norbert Trelle hat diese Kapelle im September 2009 bei der „Einstufung der Pfarrkirchen und Filialkirchen im Bistum Hildesheim“ nach Anhörung des Priesterrates zur Schließung vorgesehen. Hintergrund war, dass sich die Bevölkerungszahl im Raum Cuxhaven nach verlässlichen Angaben der zuständigen Ämter bis zum Jahr 2025 um etwa 13 Prozent verringern wird. Entsprechend sinkt auch die Zahl der Katholiken in der Pfarrgemeinde. Im Jahr 1998 besuchten im Durchschnitt 20 Prozent der Gläubigen die Sonntagsgottesdienste in den drei Kirchen der damaligen Pfarrei. Im Jahr 2007 waren es nur noch 7,4 Prozent. Für die neue Pfarrgemeinde, die im Jahr 2008 aus den beiden bisherigen Pfarrgemeinden St. Marien in Cuxhaven und Zwölf Apostel in Cuxhaven-Altenwalde errichtet wurde, steht nach dem aktuellen Stellenplan nur noch ein Priester zur Verfügung, der vier Kirchen zu betreuen hätte.

Ein weiterer Aspekt, wenn auch weniger wichtig, ist der bauliche Zustand des Gebäudes. Die Finanzmittel des Bistums für Bauten und Reparaturen reichen bei weitem nicht aus, um den Wert aller Immobilien zu erhalten und neue Investitionen damit zu finanzieren. Bei einer Untersuchung wurde für das Gebäude Grodener Chaussee 21 in Cuxhaven ein schlechter Bauzustand festgestellt. Es besteht ein Instandhaltungsrückstau von 583.200 Euro. Im Nebengebäude befinden sich außer der Kapelle weitere Räume, die vom Kindergarten genutzt werden, und die Beratungsstelle der Caritas. Der untere und obere Bereich des Hauptgebäudes wird fremdvermietet. Der spanische Elternverein Cuxhaven e.V. nutzt die Räume im Nebengebäude seit vielen Jahren und möchte auch die bisherige Kapelle in die Nutzung einbeziehen. Er hat das Gebäude in Eigeninitiative modernisiert und wird einen Nutzungsvertrag erhalten. Es besteht Einverständnis, dass die jetzigen Mieter, nämlich Kindergarten und Caritas-Beratungsstelle, die Räume wie bisher nutzen können.

Der Weg, den die Gläubigen von St. Willehad zum Gottesdienst zurückzulegen haben, wenn ihre Kirche nicht mehr besteht, beträgt zur Pfarrkirche St. Marien nur 1,8 Kilometer und zur Kirche Herz Jesu nur 2,7 km. Er ist nicht vergleichbar mit den langen Wegen, die von den Gläubigen in den ausgedehnten ländlichen Diasporagebieten des Bistums zu bewältigen sind.

Vor diesem Hintergrund haben der Katholikenrat der damaligen Pfarrgemeinde St. Marien und der Dekanatspastoralrat des Dekanates Bremerhaven dem Vorschlag des Bischöflichen Generalvikariats zur Schließung der Kapelle St. Willehad in Cuxhaven zugestimmt. Auch der Priesterrat des Bistums riet Bischof Norbert Trelle zur Schließung.

Die Kapelle „St. Willehad“ ist Eigentum der Katholischen Pfarrgemeinde St. Marien in Cuxhaven. Die Verhandlungen über die Nachnutzung sind noch nicht gänzlich abgeschlossen.