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Junger Geist für alte Akten

Von: Pressestelle des Bistums Hildesheim
05 August 2011 00:00
Kategorie: Allgemein, Bistum

Bistumsarchiv Hildesheim arbeitet mit HAWK-Restauratoren zusammen

Hildesheim (bph) Archive – nichts weiter als Abstellkammern für Altpapier? Von wegen! Das Bistumsarchiv Hildesheim bemüht sich um eine sachgerechte Lagerung seiner Schätze und hat sich dafür nun professionelle Beratung geholt: Im Juni war Prof. Ulrike Hähner von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim mit acht Studentinnen zu Gast bei Bistumsarchivar Dr. Thomas Scharf-Wrede und hat die Arbeitsabläufe im Archiv unter die Lupe genommen. Die Zusammenarbeit soll fortgesetzt werden.

In den letzten Jahren hat das Hildesheimer Bistumsarchiv vermehrt Material aus Pfarrgemeinden übernommen. Das klingt zunächst ganz einfach: Hinfahren, Akten abholen, einordnen. Ganz so leicht ist es dann aber doch nicht. Worauf zu achten ist, bevor eine Akte gut gesichert und verzeichnet im Regal landet, haben Prof. Hähners Studentinnen der Fachrichtung Schriftgut, Buch und Graphik von der Fakultät Erhaltung von Kulturgut der HAWK jetzt in einem mehrseitigen „Geschäftsgang zur Aktenübernahme ins Bistumsarchiv“ dargestellt. Dafür waren sie im Juni gemeinsam mit der Lehrbeauftragten Restauratorin Doreen Weiss eine Woche lang im Bistumsarchiv, haben die dortigen Arbeitsabläufe studiert und einen Vorschlag zur Systematisierung erarbeitet. Schon beim Sichten der Bestände in der Pfarrgemeinde sollten der Erhaltungszustand und etwaige Schäden durch Wasser oder Schimmel dokumentiert werden, schreiben sie unter anderem in ihrem „Geschäftsgang“. Mit passenden Behältern ist das Material dann ins Archiv zu transportieren und bei Bedarf zu säubern. Natürlich benennen die Studentinnen für dieses Vorgehen auch die entsprechenden DIN- und ISO-Normen. Auf diese Weise, so Prof. Hähner, sorgt der Geschäftsgang dafür, „dass keine Arbeitsschritte bei der Übernahme vergessen und die Bestände zukünftig unter konservatorischen Aspekten im Magazin aufgestellt werden.“

Beide Seiten profitieren von der Zusammenarbeit, betonen Prof. Hähner und Bistumsarchivar Scharf-Wrede. Der Historiker nutzt das Fachwissen der jungen Studierenden, die wiederum am konkreten Aktenbestand ihre theoretisch erworbenen Kenntnisse praktisch erproben können. Die Erarbeitung eines Geschäftsganges war dabei nur ein erster Schritt. Künftig könnten die Studierenden im Rahmen ihrer Bachelor- und Masterstudiengänge dann weitere konkrete Projekte bearbeiten, sagen Hähner und Scharf-Wrede. In den nächsten Jahren werden daher wohl noch mehr junge Studentinnen in den altehrwürdigen Gemäuern anzutreffen sein.