Aktuell

Bistum Hildesheim hilft Flüchtlingen

Von: Pressestelle des Bistums Hildesheim
30 November 2015 12:14
Kategorie: Allgemein, Bistum

Aktionsbündnis „Niedersachsen packt an!“ geht an den Start

Von links nach rechts: Hartmut Tölle (Vorsitzende des DGB-Bezirks Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt), Dr. Volker Müller (Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen), Ministerpräsident Stephan Weil, Ralf Meister (Landesbischof und Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen) und der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle © bph/Kleine

Gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), den Unternehmerverbänden Niedersachsen (UVN), der Katholischen Kirche in Niedersachsen und der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen hat das Land Niedersachsen am Montag, 30. November, das offene Aktionsbündnis „Niedersachsen packt an!“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel ist es, die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Asylbegehrenden in Gesellschaft und Arbeit voranzubringen. „Wir zeigen, was Niedersachsen ausmacht: Solidarität, Toleranz und gesellschaftlicher Zusammenhalt“, heißt es in dem in Hannover veröffentlichten gemeinsamen Aufruf. Alle Menschen in Niedersachsen sind eingeladen, sich zu beteiligen.

„Sehr viele, der in den vergangenen Monaten zu uns gekommenen Männer, Frauen und Kinder, werden auf Dauer in Niedersachsen bleiben. Wir stehen vor großen Integrationsherausforderungen, und es muss unser gemeinsames Interesse sein, diese Aufgabe erfolgreich zu bewältigen“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil.

Ralf Meister, Landesbischof und Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, sieht die Kirchen dabei in einer besonderen Moderatorenrolle: „Wir stärken insbesondere lokale, ehrenamtlich gestützte Projekte der Kirchengemeinden und Kirchenkreise in diesem und nächsten Jahr mit insgesamt mehr als acht Millionen Euro. Neben der nötigen Soforthilfe (z.B. Sprachkursen, Freizeitaktivitäten für Flüchtlinge, Unterstützung bei Behördengängen) wollen wir Kirchen zu Orten des Bürgerdialogs machen. Kirchen sind gute Orte, um miteinander ins Gespräch zu kommen und Ängste und Sorgen moderiert und lösungsorientiert zusammenzutragen.“

Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, der die Katholische Kirche in Niedersachsen im Bündnis vertritt, betont den Nutzen eines gemeinsamen Handelns: „Ich glaube, im Umgang mit dem Flüchtlingsthema lernt eine Gesellschaft das, was sie nicht zuletzt aufgrund des demographischen Wandels in Zukunft besonders benötigt: Solidarität. Ein Lernprozess, der für unsere Gesellschaft überlebenswichtig ist.“

Der Vorsitzende des DGB-Bezirks Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt, Hartmut Tölle, erklärte: „Um Flüchtlingen eine Zukunftsperspektive zu bieten, ist die Integration in Arbeit entscheidend. Neben einem passgenauen Angebot an Sprach- und Integrationskursen brauchen wir dabei einen schnellen und unkomplizierten Zugang zum Arbeitsmarkt, der tarifliche Regelungen und gesetzliche Mindeststandards garantiert.“

Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, führte an: „Wir sprechen uns für eine Reduzierung der Flüchtlingszuzüge sowie entschiedene politische Maßnahmen aus, die eine Integration der in Deutschland anerkannten Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung fördern. Vor allem sehen wir Chancen für Flüchtlinge in der Dualen Ausbildung, sobald ausreichend Sprachkenntnisse vorliegen.“

Den Anstoß für das am heutigen Montag in Hannover vorgestellte Aktionsbündnis gab ein gemeinsamer Aufruf von Kirchen, UVN und DGB vom 8. September 2015. Unter der Überschrift „Jetzt ist Zeit zu handeln!“ hatten die vier Institutionen gemeinsam dazu aufgerufen, angesichts der Flüchtlinge in Deutschland die Herausforderungen anzunehmen, Kräfte zu bündeln und gemeinsam zügig Lösungen zu finden. Auf Einladung von Ministerpräsident Weil kam es am 28. September zu einem Treffen mit den Initiatoren, bei dem verabredet wurde, dass die Unterzeichner gemeinsam mit der Landesregierung eine breite gesellschaftliche Allianz entwickeln wollen.

Geleitet werden soll das Aktionsbündnis „Niedersachsen packt an!“ durch eine Steuerungs-gruppe, in der zunächst die Initiatoren sowie die Landesregierung vertreten sein werden. Es ist angestrebt, die Steuerungsgruppe um Vertreter weiterer Institutionen zu erweitern, die dem Aktionsbündnis beitreten. Aufgabe ist der Informationsaustausch und die ideelle Förderung von Integrationsaktivitäten jeglicher Art sowie die Vorbereitung von regelmäßigen Integrationskonferenzen. Diese sollen bis zu drei Mal im Jahr stattfinden.

Als finanzielle Basis des Bündnisses sind im Haushaltsplan des Landes für das Jahr 2016 insgesamt eine Million Euro eingeplant.

Aktionsbündnis im Netz unter:
www.niedersachsen-packt-an.de
http://facebook.com/niedersachsenpacktan