Ministrantendienst

Mit der Erklärung des Konzils (Liturgiekonstitution Nr. 29) ging eine längere Zeit in der Kirchengeschichte zu Ende, in der man den Ministrantendienst den Angehörigen des niederen Klerus vorbehalten wollte. Auch die Begründung dieses Dienstes als Stellvertretung der Gemeinde ist hinfällig, weil die Gemeinde die ihr zukommenden Aufgaben wieder selbst ausübt.

In der Feier der Liturgie ergeben sich je nach Art des Gottesdienstes für die Ministrantinnen und Ministranten eine Reihe von Assistenzaufgaben in Form von verschiedenen Handreichungen (Bereitstellung von liturgischen Geräten, Büchern u. ä.). Die Eigenständigkeit der übrigen liturgischen Dienste wird dadurch deutlicher herausgestellt.

Die Ministratinnen und Ministranten können durch ihr Tun die grundlegenden Zeichenelemente (Gehen, Stehen, Knien, Bringen) und den Feiercharakter (Kerzen, Weihrauch, u. a.) des Gottesdienstes erfahrbar machen. So kann die vorbildliche Ausübung ihres Dienstes die gesamte Gemeinde zur intensiven Mitfeier anregen.

Für Minisratinnen und Ministraten ist eine praktische und theoretische Einübung in bestimmten Formen der Liturgie notwendig. Dabei stehen die Erläuterung von Gesten, Zeichen und Symbolen sowie der Aufbau des Kirchenjahres im Vordergrund. Die altersgerechte spirituelle Bildung nimmt einen besonderen Rang ein.

In der Allgemeinen Einführung in das römische Messbuch (AEM) wir an mehreren Stellen darauf hingewiesen, dass die Gestalt der Eucharistiefeier, die in verschiedene Ämter und Dienste gegliederte Gemeinde erkannbar machen soll. Es ist deshalb wünschenswert, dass auch bei der Ausübung der besonderen Dienste - also auch das Ministratendienstes - junge und alte Menschen, Frauen, Männer, Mädchen und Jungen gemeinsam tätig werden und damit Kirche als "Communio" widerspiegeln. Dabei sollen die Möglichkeiten und Gewohnheiten einer Gemeinde berücksichtigt werden. Die Einbindung von Messdienerinnen und Meßdienern in Gruppen ist wünschenswert. Die Gruppenarbeit sollte den Zielsetzungen einer allgemeinen Jungendpastoral entsprechen.

Von Akolyth bis Thuriferar

Parallel zu den niederen Weihestufen gibt es auch unter Ministranten Rangstufen

Nicht jeder Messdiener hat während einer Gottesdienstes die gleiche Aufgabe. Gerade bei großen Messfeiern und Hochämter ist die Schar der Altardiener in verschiene Rangstufen untergliedert. Katholisch.de erläutert, welche das sind. 

Akolythen (lat. für "Begleiter") versehen den eigentlichen Altardienst. Sie bringen die Opfergaben und läuten, wenn der Priester die Gaben wandelt.

Ceroferare (lat. für "Wachs tragen") tragen einen Leuchter. Sie begleiten die Eingansprozession und stehen bei der Evangeliumsverkündung zu beiden Seiten des Priesters. Zum Hochgebet werden die Leuchter zum Altar gebracht. Bei besonders feierlichen Gottesdiensten mit vielen Ministranten stehen oder knien Ceroferare mit Kerzen auf den Altarstufen.

Der Lektor (lat. für "Vorleser") trägt biblische Lesungen - aber nicht das Evangelium - und Fürbitten vor. Das Lektorenamt ist jedoch nicht zwingend an das Ministrantenamt gebunden und wird auch häufig von einem eigens ernannten Lektor begleitet.

Der Navikular (lat. für "Schiffchen") trägt ein Weihrauchschiffchen und begleitet den Thuriferar. Bei Bedarf reicht er dem Priester das Schiffchen, wenn dieser Weihrauch einlegen will, oder legt selbst Weihrauch oder Kohle nach.

Der Thuriferar (lat. für "Rauchfass tragen") trägt das Weihrauchfässchen. Er reicht dem Priester oder Diakon das Fass zum Schwenken an oder schwenkt es selbst, um so den Weihrauch zu verbreiten. Diese Aufgabe übernehmen meist erfahrene Ministranten. Ein Thuriferar wird nur in besonders feierlichen Gottesdiensten wie Weihnachten oder Ostern eingesetzt.

 

Unsere Ministraten 

An beiden Kirchenstandorten gibt es bei uns je eine Ministrantengruppe.

Die Gruppe der Liebfrauen Kirche trifft sich regelmäßig mittwochs in der Kirche zum üben, die Gruppe der Zwölf-Apostel-Kirche trifft sicht dienstags in Zwölf Apostel.

Der Ministrantendienst unterscheidet sich in beiden Kirchen ein wenig, sowohl bei den Ministrantengewändern als auch bei den Dienstbezeichnungen und Tätigkeiten.