2. Montag der Weihnachtszeit (02.01.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
02 January 2012 13:53
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Gregor von Nazianz

1. Lesung: Erster Brief des Johannes 2,22-28.
Psalm 98,1.2-3ab.3cd-4.
Evangelium nach Johannes 1,19-28.
Kommentar «Ebnet den Weg für den Herrn»

Erster Brief des Johannes 2,22-28.

Wer ist der Lügner - wenn nicht der, der leugnet, daß Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist: wer den Vater und den Sohn leugnet.
Wer leugnet, daß Jesus der Sohn ist, hat auch den Vater nicht; wer bekennt, daß er der Sohn ist, hat auch den Vater.
Für euch gilt: Was ihr von Anfang an gehört habt, soll in euch bleiben; wenn das, was ihr von Anfang an gehört habt, in euch bleibt, dann bleibt ihr im Sohn und im Vater.
Und seine Verheißung an uns ist das ewige Leben.
Dies habe ich euch über die geschrieben, die euch in die Irre führen.
Für euch aber gilt: Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr braucht euch von niemand belehren zu lassen. Alles, was seine Salbung euch lehrt, ist wahr und keine Lüge. Bleibt in ihm, wie es euch seine Salbung gelehrt hat.
Und jetzt, meine Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er erscheint, die Zuversicht haben und bei seinem Kommen nicht zu unserer Schande von ihm gerichtet werden.

Psalm 98,1.2-3ab.3cd-4.

[Ein Psalm.] Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er hat wunderbare Taten vollbracht. Er hat mit seiner Rechten geholfen und mit seinem heiligen Arm.
Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes.
Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, freut euch, jubelt und singt!

Evangelium nach Johannes 1,19-28.

Dies ist das Zeugnis des Johannes: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?,
bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias.
Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein.
Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst?
Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer.
Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet?
Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt
und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.
Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.

«Ebnet den Weg für den Herrn»

„Bereitet dem Herrn den Weg.“ Brüder, selbst wenn ihr auf diesem Weg schon weit fortgeschritten seid, müsst ihr ihn immer weiter ebnen, damit ihr von dort aus, wo ihr angelangt seid, immer weiter vorwärts geht und immer ausgerichtet seid auf das, was vor euch liegt. Wenn daher der Weg mit jedem Schritt, den ihr tut, für seine Ankunft bereitet ist, wird der Herr in immer neuer und immer größerer Gestalt vor euch erscheinen. Der Gerechte betet also zu Recht: „Führe mich auf dem Pfad deiner Gebote, ich habe an ihm Gefallen“ (Ps 119,33). Dieser Weg heißt Weg der Weisheit, weil die Güte dessen, auf den wir uns zubewegen, kein Ende hat. Deshalb wird der weise und entschlossene Pilger, auch wenn er am Ziel angekommen ist, daran denken, sich erneut auf den Weg zu machen; er vergisst, was hinter ihm liegt (Phil 3,13), und wird sich jeden Tag sagen: „Jetzt fange ich neu an“ (Ps 76,11 Vulg)... Wir reden davon, auf diesem Weg Fortschritte zu machen: möge der Himmel Gefallen daran haben, dass wir uns wenigstens bereits aufgemacht haben. Meiner Meinung nach ist jeder, der sich aufgemacht hat, schon auf dem rechten Weg. Wir müssen uns jedenfalls wirklich auf den Weg machen und „den Weg zur wohnlichen Stadt“ (Ps 107,4) finden. Denn der, der die Wahrheit ist (Mt 7,14), sagt: „Nur wenige finden ihn; und viele irren umher in der Wüste, im Ödland“ (Ps 107,4)... Und du, Herr, hast uns einen Weg bereitet; wenn wir uns doch nur darauf einlassen wollten!... Durch deine Gebote hast du uns gelehrt, deinen Willen zu tun: „Hier ist der Weg, auf ihm müsst ihr gehen, auch wenn ihr selbst rechts oder links gehen wolltet“ (Jes 30,21). Es ist der Weg, den der Prophet verheißen hat: „Eine gerade Straße wird es dort geben und Unerfahrene gehen nicht mehr in die Irre“ (Jes 35,8)... Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Unerfahrener sich verirrt, wenn er auf deinem Weg bleibt, Herr...; aber wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind (Jes 5,21); ihre Weisheit hat sie vom Weg des Heils abgebracht, und sie konnten dem Retter auf seinem Weg der Torheit nicht folgen... Torheit, die wünschenswert ist, die Weisheit genannt werden wird in den Augen Gottes, der es nicht zulässt, dass wir von seinem Weg abkommen.
  

Hl. Guerric von Igny (um 1080 - 1157), Zisterzienserabt