Samstag der Weihnachtsoktav - Silvester (31.12.2011)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
31 December 2011 11:24
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Silvester I.

1. Lesung: Erster Brief des Johannes 2,18-21.
Psalm 96(95),1-2.11-12.13.
Evangelium nach Johannes 1,1-18.
Kommentar «Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben»

 

Erster Brief des Johannes 2,18-21.

Meine Kinder, es ist die letzte Stunde. Ihr habt gehört, daß der Antichrist kommt, und jetzt sind viele Antichriste gekommen. Daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist.
Sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie gehörten nicht zu uns; denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben. Es sollte aber offenbar werden, daß sie alle nicht zu uns gehörten.
Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es.
Ich schreibe euch nicht, daß ihr die Wahrheit nicht wisst, sondern ich schreibe euch, daß ihr sie wisst und daß keine Lüge von der Wahrheit stammt.

Psalm 96(95),1-2.11-12.13.

Singet dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Länder der Erde!
Singt dem Herrn und preist seinen Namen, verkündet sein Heil von Tag zu Tag!
Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke, es brause das Meer und alles, was es erfüllt.
Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst. Jubeln sollen alle Bäume des Waldes
vor dem Herrn, wenn er kommt, wenn er kommt, um die Erde zu richten. Er richtet den Erdkreis gerecht und die Nationen nach seiner Treue.

Evangelium nach Johannes 1,1-18.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt.
Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,
die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.
Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

«Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben»

 

Betrachte die Geheimnisse der Liebe, dann wirst du „das Herz des Vaters“ erkennen, von dem uns als Einziger „der eingeborene Sohn Kunde gebracht hat“, er, der Gott ist (Joh 1,18). Gott ist die Liebe (1 Joh 4,8); und weil er liebte, hat er sich unseren Augen gezeigt. In seinem unfassbaren Wesen ist er Vater, in seinem Mitgefühl mit uns ist er Mutter geworden. In seiner Liebe zeigt der Vater auch frauliches Wesen. Der überzeugende Beweis dafür ist der, den er selber zeugt. Und dieser Sohn ist als Frucht der Liebe selber Liebe. Um dieser Liebe willen ist er selber herabgestiegen. Um dieser Liebe willen hat er unsere Menschennatur angenommen. Um dieser Liebe willen hat er – aus freiem Willen – alles Leid auf sich genommen, das sich aus der menschlichen Existenz ergibt. In dem er sich an unserer Schwäche messen ließ, also an uns, die er liebte, konnte er, im Gegenzug, uns an seiner Stärke messen. Unmittelbar bevor er sich als Opfer anbot, und sich selbst als Preis für die Erlösung hingab, hat er uns ein neues Vermächtnis hinterlassen: „Meine Liebe gebe ich euch“ (siehe Joh 13,34; 14,27). Was ist das für eine Liebe? Was ist ihr Wert? Für jeden von uns „hat er sein Leben hingegeben“ (Joh 3,16), ein Leben, das kostbarer ist als das ganze Universum.    

Hl. Clemens von Alexandrien (150 – um 215), Theologe