Donnerstag der Weihnachtsoktav (29.12.2011)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
29 December 2011 09:52
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Thomas Becket

1. Lesung: Erster Brief des Johannes 2,3-11.
Psalm 96(95),1-2a.2b-3.5b-6.
Evangelium nach Lukas 2,22-35.
Kommentar «Nun lässt du, Herr, deinen Knecht... in Frieden scheiden»

Erster Brief des Johannes 2,3-11.

Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, daß wir ihn erkannt haben.
Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!, aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in ihm.
Wer sich aber an sein Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet. Wir erkennen daran, daß wir in ihm sind.
Wer sagt, daß er in ihm bleibt, muß auch leben, wie er gelebt hat.
Liebe Brüder, ich schreibe euch kein neues Gebot, sondern ein altes Gebot, das ihr von Anfang an hattet. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt.
Und doch schreibe ich euch ein neues Gebot, etwas, das in ihm und in euch verwirklicht ist; denn die Finsternis geht vorüber, und schon leuchtet das wahre Licht.
Wer sagt, er sei im Licht, aber seinen Bruder haßt, ist noch in der Finsternis.
Wer seinen Bruder liebt, bleibt im Licht; da gibt es für ihn kein Straucheln.
Wer aber seinen Bruder haßt, ist in der Finsternis. Er geht in der Finsternis und weiß nicht, wohin er geht; denn die Finsternis hat seine Augen blind gemacht.

Psalm 96(95),1-2a.2b-3.5b-6.

Singet dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Länder der Erde!
Singt dem Herrn und preist seinen Namen, verkündet sein Heil von Tag zu Tag!
Singt dem Herrn und preist seinen Namen, verkündet sein Heil von Tag zu Tag!
Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit, bei allen Nationen von seinen Wundern!
Alle Götter der Heiden sind nichtig, der Herr aber hat den Himmel geschaffen.
Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht, Macht und Glanz in seinem Heiligtum.

Evangelium nach Lukas 2,22-35.

Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen,
gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein.
Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm.
Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.
Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war,
nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
Nun läßt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.
Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.
Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.

«Nun lässt du, Herr, deinen Knecht... in Frieden scheiden»

„Das Reich Gottes ist nahe“ (Lk 21,31). Das Reich Gottes, geliebte Brüder, kommt nun näher. Mit dem Ende der Welt kündigen sich schon an der Lohn für das Leben, das Glück des ewigen Heils, die bleibende Sicherheit und die paradiesische Freude, die wir einstmals verloren hatten. Und schon folgen die Wirklichkeiten des Himmels auf die Wirklichkeiten des Erdenlebens, die großen auf die kleinen, die ewigen auf die zeitlichen... Müssen wir da Unruhe verspüren, die Zukunft fürchten?... Es steht ja geschrieben, dass „der aus Glauben Gerechte“ leben wird (Röm 1,17). Wenn ihr gerecht seid, aus dem Glauben lebt und wirklich an Christus glaubt, warum freut ihr euch dann nicht, wenn ihr zu Christus gerufen werdet?..., da euch doch verlässlich die Verheißung Gottes gilt und ihr dazu bestimmt seid, bei Christus zu sein? Nehmt das Beispiel von Simeon, dem Gerechten. Er war wirklich gerecht und befolgte die Gebote Gottes. Durch göttliche Eingebung wusste er, dass er nicht sterben würde, bevor er Christus gesehen habe. Als das Christuskind dann mit seiner Mutter in den Tempel kam, erkannte er, dass sein eigener Tod unmittelbar bevorstand. Voll Freude über diese Aussicht und sicher, dass er bald zum Herrn gerufen werde, nahm er das Kind in die Arme und rief, den Herrn lobpreisend, aus: „Nun lässt du, Herr, wie du gesagt hast, deinen Knecht in Frieden scheiden; denn meine Augen haben dein Heil gesehen“. So bewies und bezeugte er, dass Gottes Friede seinen Knechten gilt, dass sie die Freuden der Seelenruhe und der Freiheit genießen, wenn sie, den irdischen Qualen entzogen, den ewigen Zufluchtsort und die ewige Geborgenheit erreichen... Erst dann findet die Seele wahren Frieden, völlige Ruhe, dauernde und nicht endende Sicherheit.

Hl. Cyprian (um 200 - 258), Bischof von Karthago und Märtyrer