Fest der unschuldigen Kinder (28.12.2011)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
28 December 2011 09:04
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Unschuldige Kinder

1. Lesung: Erster Brief des Johannes 1,5-10.2,1-2.
Psalm 124(123),2-3.4-5.7b-8.
Evangelium nach Matthäus 2,13-18.
Kommentar «An jenem Tag, Herr, haben die heiligen unschuldigen Kinder deinen Ruhm verkündet, nicht durch ihr Wort, sondern allein durch ihren Tod»

Erster Brief des Johannes 1,5-10.2,1-2.

Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkünden: Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm.
Wenn wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und doch in der Finsternis leben, lügen wir und tun nicht die Wahrheit.
Wenn wir aber im Licht leben, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde.
Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns.
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.
Wenn wir sagen, daß wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.
Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten.
Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt.

Psalm 124(123),2-3.4-5.7b-8.

hätte sich nicht der Herr für uns eingesetzt, als sich gegen uns Menschen erhoben,
dann hätten sie uns lebendig verschlungen, als gegen uns ihr Zorn entbrannt war.
Dann hätten die Wasser uns weggespült, hätte sich über uns ein Wildbach ergossen.
Dann hätten sich über uns die Wasser ergossen, die wilden und wogenden Wasser.
Unsre Seele ist wie ein Vogel dem Netz des Jägers entkommen; das Netz ist zerrissen, und wir sind frei.
Unsre Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Evangelium nach Matthäus 2,13-18.

Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten.
Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.
Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.
Als Herodes merkte, daß ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig, und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte.
Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist:
Ein Geschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen: Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren dahin.

«An jenem Tag, Herr, haben die heiligen unschuldigen Kinder deinen Ruhm verkündet, nicht durch ihr Wort, sondern allein durch ihren Tod»

        Wohin führt Missgunst?... Das heute begangene Verbrechen zeigt es uns: die Angst, es könnte ihm jemand sein irdisches Reich streitig machen, versetzt Herodes in Panik, er zettelt eine Verschwörung an gegen den „unschuldigen König“ (Mt 2,2), den unvergänglichen König; er sagt seinem Schöpfer den Kampf an und tötet Unschuldige... Was hatten sich diese Kinder zu Schulden kommen lassen? Ihre Zungen waren stumm, ihre Augen hatten nichts gesehen, ihre Ohren nichts gehört, ihre Hände nichts getan. Sie erlitten den Tod, ohne das Leben gekannt zu haben... Christus liest im Buch der Zukunft und erforscht die Geheimnisse der Herzen, er erkennt unsere Gedanken und prüft unsere Absichten (vgl. Ps 139): Warum hat er dann diese Kinder im Stich gelassen?... Der soeben geborene König des Himmels – warum hat er sich um diese Gefährten seiner Unschuld nicht gekümmert und auf die Wachen, die um seine Wiege standen, so sehr vergessen, dass der Feind, der es auf den König abgesehen hatte, gegen dessen ganze Armee wüten konnte? Meine Brüder, Christus hat seine Soldaten nicht im Stich gelassen, sondern hat sie mit Ehren überhäuft. Denn er ermöglichte es ihnen zu triumphieren, noch bevor sie lebten, und zu siegen, ohne vorher zu kämpfen... Er wollte, dass sie noch vor der Erde den Himmel besäßen..., er sandte sie als Herolde vor sich her. Er hat sie nicht im Stich gelassen; er hat seine Vorhut gerettet; er hat sie nicht vergessen. Selig, die Ruhe eingetauscht haben gegen Anstrengung, Linderung gegen Schmerz, Freude gegen Leid. Sie leben, sie leben, sie leben wirklich – sie, die für Christus den Tod auf sich genommen haben... Selig auch die Tränen, die von den Müttern für ihre Kinder vergossen worden sind: sie haben ihnen die Gnade der Taufe erwirkt... Möge er, der in unserem Stall zu liegen geruhte, auch uns auf die himmlische Weide führen!

Hl. Petrus Chrysologus (um 406-450), Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer