Heiliger Abend (24.12.2011)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
24 December 2011 09:42
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Adam und Eva,  Hl. Charbel Makhlouf

1. Lesung: Buch Jesaja 9,1-6.
Psalm 96(95),1-2a.2b-3.11-12.13.
2. Lesung: Brief des Apostel Paulus an Titus 2,11-14.
Evangelium nach Lukas 2,1-14.
Kommentar „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade“

Buch Jesaja 9,1-6.

Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.
Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude. Man freut sich in deiner Nähe, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird.
Denn wie am Tag von Midian zerbrichst du das drückende Joch, das Tragholz auf unserer Schulter und den Stock des Treibers.
Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft, jeder Mantel, der mit Blut befleckt ist, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers.
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.
Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende. Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, jetzt und für alle Zeiten. Der leidenschaftliche Eifer des Herrn der Heere wird das vollbringen.

Psalm 96(95),1-2a.2b-3.11-12.13.

Singet dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Länder der Erde!
Singt dem Herrn und preist seinen Namen, verkündet sein Heil von Tag zu Tag!
Singt dem Herrn und preist seinen Namen, verkündet sein Heil von Tag zu Tag!
Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit, bei allen Nationen von seinen Wundern!
Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke, es brause das Meer und alles, was es erfüllt.
Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst. Jubeln sollen alle Bäume des Waldes
vor dem Herrn, wenn er kommt, wenn er kommt, um die Erde zu richten. Er richtet den Erdkreis gerecht und die Nationen nach seiner Treue.

2. Lesung: Brief des Apostel Paulus an Titus 2,11-14.

Evangelium nach Lukas 2,1-14.

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen.
Dies geschah zum erstenmal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.
Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.
So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.
Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.
Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft,
und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.
Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr,
der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll:
Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.
Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.
Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach:
Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade“

Hört ihr Himmel! Sei aufmerksam, Erde! Jedes Geschöpf, vor allem jedoch der Mensch, erbebe vor Staunen und breche in Jubel aus: „Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird geboren in Betlehem in Judäa.“ ... Könnte man der Erde eine süßere Nachricht verkünden?... Hat man jemals so etwas gehört, hat die Welt jemals Ähnliches vernommen? „In Betlehem in Judäa wird Jesus Christus, der Sohn Gottes, geboren.“ Was sind das für unscheinbare Worte, um die Herablassung des Wortes auszudrücken, da das Wort Gottes ganz klein geworden ist. Doch was für eine Süßigkeit steckt in diesen Worten!... „Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird in Betlehem geboren.“ Das ist die Geburt einer unvergleichlichen Heiligkeit: eine Ehre für die ganze Welt, eine Freude für alle Menschen aufgrund des unermesslichen Gutes, das sie uns bringt. Erstaunen jedoch für die Engel wegen der Unergründlichkeit dieses Geheimnisses, das eine Neuheit ohnegleichen ist (vgl. Eph 3,10)...„Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird in Betlehem in Judäa geboren.“ Erwacht endlich und lobt Gott, ihr, die ihr im Staub liegt! Der Herr ist hier, er, der kommt mit dem Heil, hier ist es, das Kommen des Gesalbten des Herrn, seines Messias. Hier ist er, der in seiner Herrlichkeit kommt... Selig, wer sich von ihm angezogen fühlt und der „dem Duft seines Parfüms nachläuft“ (vgl. Hld 1,4 LXX): Er wird „die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater“ (Joh 1,14) sehen.Atmet endlich auf, die ihr verloren seid! Jesus kommt, um zu retten, was verloren war. Ihr Kranken, werdet gesund: Christus kommt, um den Balsam seiner Barmherzigkeit auf die Wunde eurer Herzen zu gießen. Erbebt vor Freude, ihr alle, die ihr brennt vor Sehnsucht: Der Sohn Gottes steigt herab zu euch, um euch zu Miterben seines Reichs zu machen (vgl. Röm 8,17). Ja, Herr, ich bitte dich, heile mich und ich werde geheilt sein. Rette mich und ich werde gerettet sein. Verherrliche mich und ich werde wirklich die Herrlichkeit sehen. Ja „meine Seele, preise den Herrn  und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen“ (Ps 102,1)... Der Sohn Gottes wird Mensch, um aus den Menschen Kinder Gottes zu machen.

Hl. Bernhard von Clairvaux (1090 - 1153), Zisterziensermönch, Abt und Kirchenlehrer