Donnerstag der 4. Adventswoche (22.12.2011)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
22 December 2011 07:58
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Bertheid,  Hl. Jutta,  Hl. Franziska Xaviera Cabrini

1. Lesung: Erste Buch des Samuel 1,24-28.
Erste Buch des Samuel 2,1.4-5.6-7.8abcd.
Evangelium nach Lukas 1,46-56.
Kommentar «Was unsern Vätern verheißen worden ist»

Erste Buch des Samuel 1,24-28.

Als sie ihn entwöhnt hatte, nahm sie ihn mit hinauf, dazu einen dreijährigen Stier, ein Efa Mehl und einen Schlauch Wein. So brachte sie ihn zum Haus des Herrn in Schilo; der Knabe aber war damals noch sehr jung.
Als sie den Stier geschlachtet hatten, brachten sie den Knaben zu Eli,
und Hanna sagte: Bitte, mein Herr, so wahr du lebst, mein Herr, ich bin die Frau, die damals neben dir stand, um zum Herrn zu beten.
Ich habe um diesen Knaben gebetet, und der Herr hat mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet habe.
Darum lasse ich ihn auch vom Herrn zurückfordern. Er soll für sein ganzes Leben ein vom Herrn Zurückgeforderter sein. Und sie beteten dort den Herrn an.

Erste Buch des Samuel 2,1.4-5.6-7.8abcd.

Hanna betete. Sie sagte: Mein Herz ist voll Freude über den Herrn, große Kraft gibt mir der Herr. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe.
Der Bogen der Helden wird zerbrochen, die Wankenden aber gürten sich mit Kraft.
Die Satten verdingen sich um Brot, doch die Hungrigen können feiern für immer. Die Unfruchtbare bekommt sieben Kinder, doch die Kinderreiche welkt dahin.
Der Herr macht tot und lebendig, er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf.
Der Herr macht arm und macht reich, er erniedrigt, und er erhöht.
Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt; er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, einen Ehrenplatz weist er ihm zu. Ja, dem Herrn gehören die Pfeiler der Erde; auf sie hat er den Erdkreis gegründet.

Evangelium nach Lukas 1,46-56.

Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

«Was unsern Vätern verheißen worden ist»

Da sagte Maria: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter... Er nimmt sich seines Kindes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig“ (Lk 1,54 griech.) Seht ihr, wie die Jungfrau den Patriarchen an Vollkommenheit übertrifft und wie sie den Bund bestätigt, den Gott mit Abraham geschworen hat, als er zu ihm sagte: „Das ist mein Bund zwischen mir und euch“? (Gen 17,11)... Mit diesem prophetischen Lobgesang wendet sich die heilige Mutter Gottes an Gott. Sie sagt: „Meine Seele preist die Größe des Herrn..., denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er macht mich zur Mutter Gottes und bewahrt meine Jungfräulichkeit. Die Fülle aller Geschlechter fließt in meinem Schoß zusammen und wird in ihm geheiligt. Denn er hat alle Zeiten gesegnet, Männer, Frauen, Junge, Kinder, Greise“...   „Er hat die Mächtigen von ihrem Thron gestürzt und die Niedrigen erhöht“... Die Niedrigen, die Heidenvölker, die nach Gerechtigkeit dürsteten (Mt 5,6), sind erhöht worden. Sie haben sich als demütig, als hungrig nach Gott erwiesen, und haben, wie die um Brotreste bittende kanaanäische Frau (Mt 15,27), um das Wort Gottes gefleht. So wurden sie satt an den Reichtümern, die die göttlichen Geheimnisse in sich bergen. Denn Jesus Christus, unser Gott, der Sohn der Jungfrau, hat alle göttlichen Gnaden an die Heiden ausgeteilt. „Er hat Israel, sein Kind, erhoben“, nicht irgendein Israel, sondern sein Kind, dessen hohe Abstammung er ehrt. Deshalb bezeichnet die Gottesmutter dieses Volk als ihr Kind und Erbe. Gott findet sein Volk vor: zermürbt vom Buchstaben, ausgelaugt vom Gesetz, und er ruft es in seine Gnade. Er gibt Israel seinen Namen, „er nimmt sich seiner an und denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig“. In diesen wenigen Worten ist das ganze Geheimnis unseres Heils zusammengefasst. Weil Jesus Christus die Menschheit retten und den Bund, den er mit unsern Vätern geschlossen hatte, besiegeln wollte, „neigte er den Himmel und fuhr herab“ (Ps 18,10). Und so offenbarte er sich uns und kam in unsere Nähe, damit wir ihn sehen, berühren und seine Worte hören können.  

Eine griechische Homilie aus dem 4. Jahrhundert , fälschlich zugeschrieben dem hl. Gregor von Neocaesarea, dem sog. Wundertäter