Donnerstag der 3. Adventswoche (15.12.2011)

Von: Evangelium Tag f¨r Tag - evangelizo.org
15 December 2011 07:48
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Sel. Carlo Steeb,  Hl. Christiana,  Hl. Wunibald

1. Lesung: Buch Jesaja 54,1-10.
Psalm 30,2.4.5-6.11-12a.13b.
Evangelium nach Lukas 7,24-30.
Kommentar «Und doch ist der Kleinste im Reich Gottes größer als er»

Buch Jesaja 54,1-10.

Freu dich, du Unfruchtbare, die nie gebar, du, die nie in Wehen lag, brich in Jubel aus und jauchze! Denn die Einsame hat jetzt viel mehr Söhne als die Vermählte, spricht der Herr.
Mach den Raum deines Zeltes weit, spann deine Zelttücher aus, ohne zu sparen. Mach die Stricke lang und die Pflöcke fest!
Denn nach rechts und links breitest du dich aus. Deine Nachkommen werden Völker beerben und verödete Städte besiedeln.
Fürchte dich nicht, du wirst nicht beschämt; schäme dich nicht, du wirst nicht enttäuscht. Denn die Schande in deiner Jugend wirst du vergessen, an die Schmach deiner Witwenschaft wirst du nicht mehr denken.
Denn dein Schöpfer ist dein Gemahl, «Herr der Heere» ist sein Name. Der Heilige Israels ist dein Erlöser, «Gott der ganzen Erde» wird er genannt.
Ja, der Herr hat dich gerufen als verlassene, bekümmerte Frau. Kann man denn die Frau verstoßen, die man in der Jugend geliebt hat?, spricht dein Gott.
Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim.
Einen Augenblick nur verbarg ich vor dir mein Gesicht in aufwallendem Zorn; aber mit ewiger Huld habe ich Erbarmen mit dir, spricht dein Erlöser, der Herr.
Wie in den Tagen Noachs soll es für mich sein: So wie ich damals schwor, dass die Flut Noachs die Erde nie mehr überschwemmen wird, so schwöre ich jetzt, dir nie mehr zu zürnen und dich nie mehr zu schelten.
Auch wenn die Berge von ihrem Platz weichen und die Hügel zu wanken beginnen -meine Huld wird nie von dir weichen und der Bund meines Friedens nicht wanken, spricht der Herr, der Erbarmen hat mit dir.

Psalm 30,2.4.5-6.11-12a.13b.

Ich will dich rühmen, Herr, denn du hast mich aus der Tiefe gezogen und läßt meine Feinde nicht über mich triumphieren.
Herr, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes, aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen.
Singt und spielt dem Herrn, ihr seine Frommen, preist seinen heiligen Namen!
Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick, doch seine Güte ein Leben lang. Wenn man am Abend auch weint, am Morgen herrscht wieder Jubel.
Höre mich, Herr, sei mir gnädig! Herr, sei du mein Helfer!
Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet.
Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.

Evangelium nach Lukas 7,24-30.

Als die Boten des Johannes weggegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt?
Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die vornehm gekleidet sind und üppig leben, findet man in den Palästen der Könige.
Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten.
Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.
Ich sage euch: Unter allen Menschen gibt es keinen größeren als Johannes; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er.
Das ganze Volk, das Johannes hörte, selbst die Zöllner, sie alle haben den Willen Gottes anerkannt und sich von Johannes taufen lassen.
Doch die Pharisäer und die Gesetzeslehrer haben den Willen Gottes mißachtet und sich von Johannes nicht taufen lassen.

«Und doch ist der Kleinste im Reich Gottes größer als er»

„Unter allen Menschen gibt es keinen größeren als Johannes.“ Wenn alle Heiligen, diese gerechten, starken und weisen Menschen, zusammenkämen und in einem einzigen Menschen Wohnung nähmen, so könnten sie Johannes dem Täufer nicht gleichkommen..., von dem es heißt, dass er die Menschen bei weitem übertrifft und der Gattung der Engel angehört (Mk 1,2 griech.; Mal 3,1 hebr.). „Aber der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er“... Mit dem, was er über die Größe des Johannes sagte, wollte unser Herr uns das reiche Erbarmen Gottes und seine Großherzigkeit gegenüber seinen Erwählten aufzeigen. So groß und gefeiert Johannes auch ist: er ist weniger als das, was der Kleinste im Reich Gottes sein wird. Der Apostel Paulus sagt es so: „Stückwerk ist unser Erkennen. Wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk“ (1 Kor 13,9-10). Johannes ist groß, er, der vorausahnend gesagt hat: „Seht, das Lamm Gottes“ (Joh 1,29); seine Größe jedoch ist, verglichen mit der Herrlichkeit, die denen offenbart wird, die für würdig befunden werden, nur ein winziger Vorgeschmack. Mit anderen Worten: alles Große und Bewundernswerte hier auf Erden erscheint, verglichen mit der Glückseligkeit im Jenseits, als armselig und nichtig. Johannes ist der großen Gaben hier im Diesseits für würdig befunden worden: der Prophetie, des Priestertums (vgl. Lk 1,5), der Gerechtigkeit... Johannes ist größer als Mose und die Propheten, aber der Alte Bund braucht den Neuen Bund, weil der, der größer ist als die Propheten, zum Herrn gesagt hat: „Ich muss mich von dir taufen lassen“ (Mt 3,14). Johannes ist auch groß, weil seine Empfängnis von einem Engel angekündigt wurde; weil bei seiner Geburt Wunder geschahen; weil er den angekündigt hat, der das Leben spendet; weil er zur Vergebung der Sünden getauft hat... Mose hat das Volk bis zum Jordan geführt, und im Alten Bund wurde das Menschengeschlecht bis zur Taufe des Johannes geführt. Wenn aber „unter den Menschen keiner größer ist als Johannes“, der Wegbereiter des Herrn: um wie viel größer werden die sein, denen unser Herr die Füße gewaschen und seinen Geist eingehaucht hat (Joh 13,4; 20,22)?      

Hl. Ephräm (um 306 – 373), Diakon in Syrien und Kirchenlehrer