Montag der 3. Adventswoche (12.12.2011)

Von: Evangelium Tag f¨r Tag - evangelizo.org
12 December 2011 07:54
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Maria- Jungfrau Maria von Guadalupe

1. Lesung: Buch Numeri 24,2-7.15-17a.
Psalm 25(24),4bc-5ab.6-7bc.8-9.
Evangelium nach Matthäus 21,23-27.
Kommentar «Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?»

Buch Numeri 24,2-7.15-17a.

Als Bileam aufblickte, sah er Israel im Lager, nach Stämmen geordnet. Da kam der Geist Gottes über ihn,
er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Spruch Bileams, des Sohnes Beors, Spruch des Mannes mit geschlossenem Auge,
Spruch dessen, der Gottesworte hört, der eine Vision des Allmächtigen sieht, der daliegt mit entschleierten Augen:
Jakob, wie schön sind deine Zelte, wie schön deine Wohnstätten, Israel!
Wie Bachtäler ziehen sie sich hin, wie Gärten am Strom, wie Eichen, vom Herrn gepflanzt, wie Zedern am Wasser.
Von seinen Schöpfeimern rinnt das Wasser, reichlich Wasser hat seine Saat. Sein König ist Agag überlegen, seine Königsherrschaft erstarkt.
Und er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Spruch Bileams, des Sohnes Beors, Spruch des Mannes mit geschlossenem Auge,
Spruch dessen, der Gottesworte hört, der die Gedanken des Höchsten kennt, der eine Vision des Allmächtigen sieht, der daliegt mit entschleierten Augen:
Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich erblicke ihn, aber nicht in der Nähe: Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel. Er zerschlägt Moab die Schläfen und allen Söhnen Sets den Schädel.

Psalm 25(24),4bc-5ab.6-7bc.8-9.

Zeige mir, Herr, deine Wege, lehre mich deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich; denn du bist der Gott meines Heiles. Auf dich hoffe ich allezeit.
Denk an dein Erbarmen, Herr, und an die Taten deiner Huld; denn sie bestehen seit Ewigkeit.
Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel! In deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist gütig.
Gut und gerecht ist der Herr, darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.
Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, die Gebeugten lehrt er seinen Weg.

Evangelium nach Matthäus 21,23-27.

Als er in den Tempel ging und dort lehrte, kamen die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und fragten: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben?
Jesus antwortete ihnen: Auch ich will euch eine Frage stellen. Wenn ihr mir darauf antwortet, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue.
Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von den Menschen? Da überlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?
Wenn wir aber antworten: Von den Menschen!, dann müssen wir uns vor den Leuten fürchten; denn alle halten Johannes für einen Propheten.
Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Da erwiderte er: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.

«Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?»

Mit Mose waren die Propheten ausgesandt, um Israel zu heilen. Unter Tränen nahmen sie sich seiner an; doch gelang es ihnen nicht, dem Übel Herr zu werden. Einer der Propheten hat es in Worte gefasst: „Weh mir! Verschwunden sind die Treuen im Land“  (Mi 7,1-2)... Die Verwundung der Menschheit war groß: Vom Kopf bis zum Fuß kein heiler Fleck, keine Stelle, die man mit Binden, Öl oder Verband behandeln könnte (Jes 1,6). Propheten, vom Klagen erschöpft, sagten: „Ach, käme doch vom Zion Hilfe für Israel“ (Ps 14,7)... Ein anderer Prophet fleht: „Herr, neig deinen Himmel und steig herab“ (Ps 144,5). Die Wunden des Menschengeschlechts sind zu tief für unsere Arzneien. Sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre zerstört (1 Kön 19,10). Wir können unserem Elend nicht abhelfen: wir brauchen dich, um wieder auf die Beine zu kommen. Der Herr hat das Gebet der Propheten erhört. Der Vater hat unser tödlich verletztes Geschlecht nicht verachtet; er hat seinen eigenen Sohn als Arzt vom Himmel herabgesandt. „Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht“ sagt ein Prophet. Wohin? „In seinen Tempel“ (Mal 3,1), dorthin, wo ihr seinen Propheten gesteinigt habt (2 Chr 24,21)... Gott selbst sagt auch: „Siehe, ich komme und wohne in deiner Mitte, und viele Völker werden sich dem Herrn anschließen“ (Sach 2,14-15)... Nun komme ich, um die Völker aller Sprachen zusammenzurufen, denn „er kam, und die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,11). Du kommst, und was gibst du den Völkern? „Ich komme, um die Völker zusammenzurufen, und ich werde bei ihnen ein Zeichen aufstellen“ (Jes 66,18-19). Und ich werde nach meinem Kampf am Kreuz jedem meiner Knechte das Siegel unseres Gottes auf die Stirn drücken (Offb 7,3). Ein anderer Prophet hat gesagt: „Er neigte den Himmel und fuhr herab, zu seinen Füßen dunkle Wolken“ (Ps 18,10). Doch seine Herabkunft vom Himmel blieb den Menschen unbekannt.

Hl. Cyrill von Jerusalem (313 – 350), Bischof von Jerusalem und Kirchenlehrer