Freitag der 2. Adventswoche (09.12.2011)

Von: Evangelium Tag f¨r Tag - evangelizo.org
09 December 2011 07:33
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Juan Diego

1. Lesung: Buch Jesaja 48,17-19.
Psalm 1,1-2.3.4.6.
Evangelium nach Matthäus 11,16-19.
Kommentar Auf die Anrufe Gottes antworten und den Retter bei sich aufnehmen  

Buch Jesaja 48,17-19.

So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was Nutzen bringt, und der dich auf den Weg führt, den du gehen sollst.
Hättest du doch auf meine Gebote geachtet! Dein Glück wäre wie ein Strom und dein Heil wie die Wogen des Meeres.
Deine Nachkommen wären (zahlreich) wie der Sand und deine leiblichen Kinder wie seine Körner. Ihr Name wäre in meinen Augen nicht getilgt und gelöscht.

Psalm 1,1-2.3.4.6.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.
Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen.
Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

Evangelium nach Matthäus 11,16-19.

Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen:
Wir haben für euch auf der Flöte (Hochzeitslieder) gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen.
Johannes ist gekommen, er ißt nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen.
Der Menschensohn ist gekommen, er ißt und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen.

Auf die Anrufe Gottes antworten und den Retter bei sich aufnehmen  

„Nicht erlöschendes Feuer“, sagen wir mit dem heiligen Augustinus, „setze unsere Herzen in Brand“. Fleischgewordenes Wort, du bist Mensch geworden, um in unseren Herzen das göttliche Feuer zu entfachen: Wie konntest du in uns auf so viel Undank treffen? Du hast alles gegeben, um geliebt zu werden; sogar dein Blut und dein Leben hast du geopfert. Wie kommt es, dass die Menschen so vielen Wohltaten gegenüber gefühlskalt bleiben? Wissen sie vielleicht nichts von ihnen? Nein, sie wissen sehr wohl von ihnen. Sie glauben, dass du aus Liebe zu ihnen vom Himmel herabgekommen bist, dass du menschliches Fleisch angenommen und dich mit ihrem Elend beladen hast. Sie wissen, dass du aus Liebe zu ihnen ein Leben fortwährender Leiden führen und einen schändlichen Tod erleiden wolltest. Wie kann man es sich dann erklären, dass sie leben und dabei deine übergroße Güte vollkommen vergessen haben? Sie lieben ihre Verwandten, ihre Freunde, ja sogar die Tiere...; nur dir gegenüber lassen sie es an Liebe und Dankbarkeit fehlen. Aber was rede ich da? Wenn ich die Anderen der Undankbarkeit zeihe, verurteile ich mich selbst, weil mein Verhalten dir gegenüber schlimmer war als das ihre. Deine Barmherzigkeit aber macht mir Mut. Ich weiß, dass sie mich so lange getragen hat, damit sie mir vergeben und mich liebevoll umarmen kann. Unter der einzigen Bedingung: dass ich bereuen und dich lieben will. Ja, mein Gott, ich will bereuen...; ich will dich mit meinem ganzen Herzen lieben. Ich erkenne wohl, dass mein Herz... dich im Stich gelassen hat, um die Dinge dieser Welt zu lieben. Ich erkenne aber auch, dass du mein Herz trotz dieses Verrates immer noch für dich beanspruchst. Deshalb weihe und schenke ich es dir mit der ganzen Kraft meines Willens. Möchtest du es doch mit deiner heiligen Liebe ganz in Brand setzten! Lass es von nun an nichts anderes mehr lieben als dich... Ich liebe dich, Jesus; ich liebe dich, mein höchstes Gut! Ich liebe dich, meiner Seele einzige Liebe. Maria, meine Mutter, du bist „die Mutter der schönen Liebe“ (Sir 24,24 Vulg), erlange für mich die Gnade, meinen Gott zu lieben; das erhoffe ich mir von dir.  

Hl. Alphons-Maria von Liguori (1696 – 1787), Bischof und Kirchenlehrer