Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria (08.12.2011)

Von: Evangelium Tag f¨r Tag - evangelizo.org
08 December 2011 07:54
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:

1. Lesung: Buch Genesis 3,9-15.20.
Psalm 98,1.2-3ab.3bc-4.
2. Lesung: Brief des Apostel Paulus an die Epheser 1,3-6.11-12.
Evangelium nach Lukas 1,26-38.
Kommentar «Voll der Gnade»

Buch Genesis 3,9-15.20.

Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du?
Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.
Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?
Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen.
Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich gegessen.
Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens.
Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse.
Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.

Psalm 98,1.2-3ab.3bc-4.

[Ein Psalm.] Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er hat wunderbare Taten vollbracht. Er hat mit seiner Rechten geholfen und mit seinem heiligen Arm.
Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes.
Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, freut euch, jubelt und singt!

2. Lesung: Brief des Apostel Paulus an die Epheser 1,3-6.11-12.

Evangelium nach Lukas 1,26-38.

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret
zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.
Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.
Denn für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

«Voll der Gnade»

O Maria, Unsere Frau, der Herr hat dich zu seiner einzigartigen Mutter gemacht und dich so als Gebieterin und Herrscherin des Universums eingesetzt. Auf diese Bestimmung hin hat er dich durch das Wirken seines Geistes im Schoß deiner Mutter vom Augenblick deiner Empfängnis an geformt. Sie, Unsere Frau, ist heute unsere Freude. Und wir fragen dich, liebenswürdigste Maria, kluge und edle Königin: Kann man dich anderen Geschöpfen gleichstellen oder dir gar einem niederen Rang als ihnen zuweisen? Gewiss, der Apostel der reinen Wahrheit versichert uns, dass in Adam alle Menschen gesündigt haben (Römer 5,12)... Wenn ich aber das Übermaß der göttlichen Gnade in dir betrachte, so erkenne ich, von welch unermesslicher Höhe dein Platz ist. Du stehst, wie dein Sohn, höher als alles je Geschaffene. Und daraus ziehe ich den Schluss, dass du bei deiner Empfängnis nicht demselben Gesetz der menschlichen Natur unterworfen hast sein müssen wie die anderen menschlichen Wesen. Durch das überaus hohe Maß der dir zugestandenen Gnade bist du vor allem Schaden der Sünde bewahrt geblieben: ein einzigartiger Gnadenerweis und eine dem menschlichen Begreifen unzugängliche göttliche Tat! Nur die Sünde konnte die Menschen dem Frieden Gottes entziehen. Um diese Sünde von den Menschen zu nehmen und sie zum göttlichen Frieden zurückzuführen, wollte der Sohn Gottes Mensch werden; dies aber in einer Weise, dass nichts an ihm teilhabe an dem, was den Menschen von Gott trennt. Dazu musste seine Mutter völlig frei von jeglicher Sünde sein. Wie sonst hätte menschliches Fleisch eine so enge Bindung eingehen können mit der höchsten Reinheit? Wie hätte der Mensch so eins werden können mit Gott, dass alles Göttliche dem Menschen zugehörig ist und alles Menschliche Gott?      

Hl. Eadmer (um 1064-1141), englischer Mönch