Samstag der 1. Adventswoche (03.12.2011)

Von: Evangelium Tag f¨r Tag - evangelizo.org
03 December 2011 08:30
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Franz Xaver

1. Lesung: Buch Jesaja 30,19-21.23-26.
Psalm 147(146),1-2.3-4.5-6.
Evangelium nach Matthäus 9,35-38.10,1.6-8.
Kommentar „Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, denn sie waren müde und niedergeschlagen.“

Buch Jesaja 30,19-21.23-26.

Ja, du Volk auf dem Berg Zion, das in Jerusalem wohnt, du brauchst jetzt nicht mehr zu weinen. Der Herr ist dir gnädig, wenn du um Hilfe schreist; er wird dir antworten, sobald er dich hört.
Auch wenn dir der Herr bisher nur wenig Brot und nicht genug Wasser gab, so wird er, dein Lehrer, sich nicht mehr verbergen. Deine Augen werden deinen Lehrer sehen,
deine Ohren werden es hören, wenn er dir nachruft: Hier ist der Weg, auf ihm müßt ihr gehen, auch wenn ihr selbst rechts oder links gehen wolltet.
Dann spendet er Regen für die Saat, die du auf den Acker gesät hast. Das Korn, das auf dem Acker heranreift, wird üppig und fett sein. Auf weiten Wiesen weidet dein Vieh an jenem Tag.
Die Rinder und Esel, die dir bei der Feldarbeit helfen, bekommen würziges Futter zu fressen, das man mit Schaufel und Gabel gemischt hat.
Auf allen hohen Bergen und stattlichen Hügeln gibt es Bäche voll Wasser am Tag des großen Mordens, wenn die Türme einstürzen.
Zu der Zeit, wenn der Herr die Leiden seines Volkes heilt und seine Wunden verbindet, wird das Licht des Mondes so hell sein wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird siebenmal so stark sein wie das Licht von sieben Tagen.

Psalm 147(146),1-2.3-4.5-6.

Halleluja! Gut ist es, unser'm Gott zu singen; schön ist es, ihn zu loben.
Der Herr baut Jerusalem wieder auf, er sammelt die Versprengten Israels.
Er heilt die gebrochenen Herzen und verbindet ihre schmerzenden Wunden.
Er bestimmt die Zahl der Sterne und ruft sie alle mit Namen.
Groß ist unser Herr und gewaltig an Kraft, unermeßlich ist seine Weisheit.
Der Herr hilft den Gebeugten auf und erniedrigt die Frevler.

Evangelium nach Matthäus 9,35-38.10,1.6-8.

Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden.
Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.
Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

„Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, denn sie waren müde und niedergeschlagen.“

Schon jetzt feiern wir von ganzem Herzen das Kommen des Herrn Jesus Christus. Und wir erfüllen damit nur unsere Pflicht, denn er ist nicht nur zu uns gekommen, sondern auch für uns. Der Herr nämlich bedarf unserer Wohltaten nicht; die Fülle der Gnade, die er uns erwiesen hat, beweist ja, wie groß unsere Bedürftigkeit war. Man bemisst die Schwere einer Krankheit nach dem Aufwand, die man zu ihrer Heilung betreiben muss...
Das Kommen eines Erlösers war für uns deshalb eine Notwendigkeit; der Zustand, in dem sich die Menschen befanden, machte seine Gegenwart notwendig. Schnell möge deshalb der Erlöser kommen! Er möge kommen, um in unserer Mitte durch den Glauben zu wohnen mit allem Reichtum seiner Gnade. Er möge kommen und uns der Blindheit entreißen, uns von unseren Krankheiten befreien und unsere Schwachheit auf sich nehmen! Wenn er mit uns ist, wer kann uns dann in die Irre führen? Wenn er mit uns ist, was können wir nicht wirken in dem, der unsere Stärke ist? (vgl. Phil 4,13). „Wenn er für uns ist, wer ist dann gegen uns?“ (Röm 8,31). Jesus Christus ist ein vollkommen sicherer Ratgeber, der weder sich noch uns täuschen kann. Er ist eine kraftvolle Hilfe, dessen Kraft sich niemals erschöpft... Er ist die Weisheit Gottes, ja: Er ist die Kraft Gottes (vgl. 1Kor 1,24)... Gehen wir also alle zu diesem Meister: In all unseren Unternehmungen, rufen wir diese Hilfe an; vertrauen wir uns mitten in unseren Kämpfen einem solch sicheren Verteidiger an. Wenn er schon in die Welt gekommen ist, dann deshalb, um in unserer Mitte, um bei uns zu wohnen und für uns da zu sein.

Hl. Bernhard von Clairvaux (1090 - 1153), Zisterziensermönch, Abt und Kirchenlehrer