Freitag der 1. Adventswoche (02.12.2011)

Von: Evangelium Tag f¨r Tag - evangelizo.org
02 December 2011 07:37
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Luzius

1. Lesung: Buch Jesaja 29,17-24.
Psalm 27,1.4.13-14.
Evangelium nach Matthäus 9,27-31.
Kommentar „Da gingen ihnen die Augen auf“

Buch Jesaja 29,17-24.

Nur noch kurze Zeit, dann verwandelt sich der Libanon in einen Garten, und der Garten wird zu einem Wald.
An jenem Tag hören alle, die taub sind, sogar Worte, die nur geschrieben sind, und die Augen der Blinden sehen selbst im Dunkeln und Finstern.
Die Erniedrigten freuen sich wieder über den Herrn, und die Armen jubeln über den Heiligen Israels.
Denn der Unterdrücker ist nicht mehr da, der Schurke ist erledigt, ausgerottet sind alle, die Böses tun wollen,
die andere als Verbrecher verleumden, die dem Richter, der am Tor sitzt, Fallen stellen und den Unschuldigen um sein Recht bringen mit haltlosen Gründen.
Darum - so spricht der Herr zum Haus Jakob, der Herr, der Abraham losgekauft hat: Nun braucht sich Jakob nicht mehr zu schämen, sein Gesicht muß nicht mehr erbleichen.
Wenn das Volk sieht, was meine Hände in seiner Mitte vollbringen, wird es meinen Namen heilighalten. Es wird den Heiligen Jakobs als heilig verehren und erschrecken vor Israels Gott.
Dann kommen die Verwirrten zur Einsicht, und wer aufsässig war, läßt sich belehren.

Psalm 27,1.4.13-14.

[Von David.] Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?
Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen und nachzusinnen in seinem Tempel.
Ich aber bin gewiß, zu schauen die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
Hoffe auf den Herrn, und sei stark! Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!

Evangelium nach Matthäus 9,27-31.

Als Jesus weiterging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids!
Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Er sagte zu ihnen: Glaubt ihr, daß ich euch helfen kann? Sie antworteten: Ja, Herr.
Darauf berührte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll es geschehen.
Da wurden ihre Augen geöffnet. Jesus aber befahl ihnen: Nehmt euch in acht! Niemand darf es erfahren.
Doch sie gingen weg und erzählten von ihm in der ganzen Gegend.

„Da gingen ihnen die Augen auf“

„Unser Gott wird offenkundig kommen und nicht schweigen“ (Ps 49,3 V). Denn der Herr, Christus, unser Gott und der Sohn Gottes, ist verborgen bei seiner ersten Ankunft gekommen. Er wird offenkundig wiederkommen bei seiner zweiten Ankunft. Als er verborgen kam, kannten ihn nur seine Diener. Wenn er offenkundig kommen wird, werden ihn die Guten und die Bösen erkennen. Als er verborgen kam, wurde er gerichtet. Wenn er offenkundig wiederkommt, wird er der Richter sein. Einst, als er gerichtet wurde, hat er geschwiegen, und der Prophet hat dieses Schweigen vorausgesagt: „wie ein Lamm, das man zur Schlachtbank führt, wie ein Schaf, das vor seinem Scherer verstummt, öffnet er nicht den Mund.“ (Jes 53,7), doch wenn „unser Gott offenkundig kommt, wird er nicht schweigen.“...
Was man jetzt das Glück dieser Welt nennt, das besitzen auch die Bösen. Und was man das Unglück dieser Welt nennt, das besitzen auch die Guten. Wenn die Menschen nur an die gegenwärtigen Wirklichkeiten glauben und nicht an die kommenden, dann deshalb, weil sie beobachten, dass die Güter und das Unglück dieser gegenwärtigen Welt ohne Unterschied den Guten und den Schlechten gehören. Wenn die die Reichtümer begehren, dann sehen sie, dass sie den Schlechtesten der Menschen gehören, aber auch den Guten. Wenn sie die Armut fürchten und das Elend dieses Lebens, dann sehen sie, dass sowohl die Schlechten, als auch die Guten leiden, und sie sagen bei sich: „Gott sieht es nicht.“ (Ps 93,7), er lenkt das menschliche Tun nicht. Er überlässt uns zur Gänze dem Zufall des Abgrundes dieser Welt und zeigt uns nirgends seine Vorsehung. Und wenn sie die Gebote Gottes verachten, dann deshalb, weil sie nicht sehen, dass er zu Gericht sitzt...
Gott behält sich viele Dinge vor für das Endgericht, doch einige werden schon jetzt gerichtet, damit diejenigen, die auf das Gericht warten, von Furcht ergriffen werden und sich bekehren. Denn Gott liebt nicht die Verdammnis, sondern die Errettung; deshalb ist er geduldig mit den Bösen, damit sie gut werden.  

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer