Dienstag der 1. Adventswoche (29.11.2011)

Von: Evangelium Tag f¨r Tag - evangelizo.org
29 November 2011 07:45
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Jutta,  Hl. Radbod

1. Lesung: Buch Jesaja 11,1-10.
Psalm 72,1.7-8.12-13.17.
Evangelium nach Lukas 10,21-24.
Kommentar «Was du den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast»

Buch Jesaja 11,1-10.

Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.
Der Geist des Herrn läßt sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.
[Er erfüllt ihn mit dem Geist der Gottesfurcht.] Er richtet nicht nach dem Augenschein, und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er,
sondern er richtet die Hilflosen gerecht und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen mit dem Hauch seines Mundes.
Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, Treue der Gürtel um seinen Leib.
Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten.
Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frißt Stroh wie das Rind.
Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange.
Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.
An jenem Tag wird es der Sproß aus der Wurzel Isais sein, der dasteht als Zeichen für die Nationen; die Völker suchen ihn auf; sein Wohnsitz ist prächtig.

Psalm 72,1.7-8.12-13.17.

[Von Salomo.] Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, dem Königssohn gib dein gerechtes Walten!
Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist.
Er herrsche von Meer zu Meer, vom Strom bis an die Enden der Erde.
Denn er rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit, den Armen und den, der keinen Helfer hat.
Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen, er rettet das Leben der Armen.
Sein Name soll ewig bestehen; solange die Sonne bleibt, sprosse sein Name. Glücklich preisen sollen ihn alle Völker und in ihm sich segnen.

Evangelium nach Lukas 10,21-24.

In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht.
Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

«Was du den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast»

Gott hat uns nach der Ankunft des Messias zur Welt kommen lassen: wie viel Dank schulden wir ihm dafür! Die Wohltaten, die wir empfangen haben – um wie viel größer waren sie, nachdem durch Jesus Christus die Erlösung bereits bewirkt war! Abraham, die Patriarchen, die Propheten wünschten sich sehnlichst, den Erlöser zu sehen; ihnen war dieses Glück nicht beschieden. Durch ihr flehentliches Bitten sind sie dem Himmel geradezu lästig geworden: „Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken lasst Gerechtigkeit regnen!“ So riefen sie. „Sendet herab das Lamm, den Herrscher über die Erde“ (Jes 45,8; 16,1 Vulg)... So wird er in unseren Herzen herrschen und uns aus der Sklaverei befreien, in der wir so elendiglich leben. „Erweise uns, Herr, deine Huld und gewähre uns dein Heil“ (Ps 85,8). Das heißt: „Beeile dich, Gott der Barmherzigkeit, lass über uns deine liebreiche Huld aufleuchten und sende uns das Wichtigste, das du uns verheißen hast: den, der uns retten soll“. So flehten die Heiligen mit Inbrunst vor der Ankunft des Messias. Und doch war es ihnen viertausend Jahre lang nicht vergönnt, seine Geburt zu erleben. Dieses Glück war uns vorbehalten: was aber tun wir? Welchen Nutzen ziehen wir daraus? Lasst uns doch diesen liebenswerten Erlöser lieben, da er jetzt gekommen ist, uns aus den Händen unserer Feinde befreit hat, uns um den Preis seines Lebens aus dem ewigen Tod losgekauft hat, uns das Paradies zugänglich gemacht hat! Er hat es getan, damit wir ihn lieben, ihm in Frieden dienen in diesem Leben und im anderen uns seiner auf ewig erfreuen... Du wärest wirklich voller Undank, meine Seele, wenn du deinen Gott nicht liebtest, diesen Gott, der in Windeln gewickelt werden wollte, um dich von den Ketten der Hölle zu befreien; arm sein wollte, um dir seine Schätze zu schenken; schwach, um dich gegen deine Feinde stark zu  machen; der von Leiden und Traurigkeit heimgesucht sein wollte, um mit seinen Tränen deine Sünden abzuwaschen.  

Hl. Alphons-Maria von Liguori (1696 – 1787), Bischof und Kirchenlehrer