Montag der 1. Adventswoche (28.11.2011)

Von: Evangelium Tag f¨r Tag - evangelizo.org
28 November 2011 08:08
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Berta

1. Lesung: Buch Jesaja 2,1-5.
Psalm 122(121),1-2.3-4a.8-9.
Evangelium nach Matthäus 8,5-11.
Kommentar «Viele werden von Osten und Westen kommen und im Himmelreich zu Tisch sitzen»

Buch Jesaja 2,1-5.

Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, in einer Vision über Juda und Jerusalem gehört hat.
Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker.
Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort.
Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.
Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.

Psalm 122(121),1-2.3-4a.8-9.

[Ein Wallfahrtslied Davids.] Ich freute mich, als man mir sagte: «Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.»
Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem:
Jerusalem, du starke Stadt, dicht gebaut und fest gefügt.
Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, wie es Israel geboten ist, den Namen des Herrn zu preisen.
Wegen meiner Brüder und Freunde will ich sagen: In dir sei Friede.
Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, will ich dir Glück erflehen.

Evangelium nach Matthäus 8,5-11.

Als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn:
Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.
Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.
Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, daß du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.
Auch ich muß Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden.
Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen;

«Viele werden von Osten und Westen kommen und im Himmelreich zu Tisch sitzen»

Das Himmelreich ist weit wie eine Liebe ohne Grenzen. Selbst wenn es Menschen „aus allen Sprachen, allen Völkern, allen Stämmen und Nationen“ (Offb 5,9) umfasst, so fühlt sich dennoch darin keiner beengt; im Gegenteil, ein jeder gewinnt an Weite, und seine Glorie nimmt gleichermaßen zu. Das lässt den hl. Augustinus sagen: „Wenn viele an der gleichen Freude teilhaben, so ist die Freude eines jeden noch größer, weil jeder den anderen ansteckt.“ Diese Weite des Himmelreichs drückt die Heilige Schrift so aus: „Fordere von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe“ (Ps 2,8) und: „Viele werden von Osten und Westen kommen und im Himmelreich zu Tisch sitzen“. Weder die vielen, die sich nach dem Himmelreich sehnen, noch die es schon besitzen; weder die vielen Lebenden noch jene, die erst kommen werden, machen den Raum in diesem Reich eng oder fügen jemandem einen Nachteil zu. Aber warum darf ich darauf vertrauen oder die Hoffnung haben, dass ich das Himmelreich besitzen werde? Zweifellos aufgrund der Großherzigkeit Gottes, der mich einlädt, „zuerst das Reich Gottes zu suchen“ (Mt 6,33); und wegen der Wahrheit, die mich stärkt: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben“ (Lk 12,32); und wegen der gütigen Liebe, die mich freigekauft hat: „Würdig bist du, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, denn du wurdest geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erworben aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Nationen und Völkern, und du hast sie für unseren Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden auf der Erde herrschen“ (Offb 5,9-10).

Hl. Bonaventura (1221 – 1274) Franziskaner, Kirchenlehrer