Freitag der 34. Woche im Jahreskreis (25.11.2011)

Von: Evangelium Tag f¨r Tag - evangelizo.org
25 November 2011 10:04
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Katharina von Alexandrien

1. Lesung: Buch Daniel 7,2-14.
Buch Daniel 3,75.76.77.78.79.80.81.
Evangelium nach Lukas 21,29-33.
Kommentar «Erkennt, dass das Reich Gottes nahe ist»

Buch Daniel 7,2-14.

Ich hatte während der Nacht eine Vision: Die vier Winde des Himmels wühlten das große Meer auf.
Dann stiegen aus dem Meer vier große Tiere herauf; jedes hatte eine andere Gestalt.
Das erste war einem Löwen ähnlich, hatte jedoch Adlerflügel. Während ich es betrachtete, wurden ihm die Flügel ausgerissen; es wurde vom Boden emporgehoben und wie ein Mensch auf zwei Füße gestellt und es wurde ihm ein menschliches Herz gegeben.
Dann erschien ein zweites Tier; es glich einem Bären und war nach einer Seite hin aufgerichtet. Es hielt drei Rippen zwischen den Zähnen in seinem Maul und man ermunterte es: Auf, friss noch viel mehr Fleisch!
Danach sah ich ein anderes Tier; es glich einem Panther, hatte aber auf dem Rücken vier Flügel, wie die Flügel eines Vogels; auch hatte das Tier vier Köpfe; ihm wurde die Macht eines Herrschers verliehen.
Danach sah ich in meinen nächtlichen Visionen ein viertes Tier; es war furchtbar und schrecklich anzusehen und sehr stark; es hatte große Zähne aus Eisen. Es fraß und zermalmte alles, und was übrig blieb, zertrat es mit den Füßen. Von den anderen Tieren war es völlig verschieden. Auch hatte es zehn Hörner.
Als ich die Hörner betrachtete, da wuchs zwischen ihnen ein anderes, kleineres Horn empor und vor ihm wurden drei von den früheren Hörnern ausgerissen; und an diesem Horn waren Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das anmaßend redete.
Ich sah immer noch hin; da wurden Throne aufgestellt und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder waren loderndes Feuer.
Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz und es wurden Bücher aufgeschlagen.
Ich sah immer noch hin, bis das Tier - wegen der anmaßenden Worte, die das Horn redete - getötet wurde. Sein Körper wurde dem Feuer übergeben und vernichtet.
Auch den anderen Tieren wurde die Herrschaft genommen. Doch ließ man ihnen das Leben bis zu einer bestimmten Frist.
Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt.
Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.

Buch Daniel 3,75.76.77.78.79.80.81.

Preist den Herrn, ihr Berge und Hügel; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Preist den Herrn, all ihr Gewächse auf Erden; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Preist den Herrn, ihr Quellen; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Preist den Herrn, ihr Meere und Flüsse; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Preist den Herrn, ihr Tiere des Meeres und alles, was sich regt im Wasser; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Preist den Herrn, all ihr Vögel am Himmel; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Preist den Herrn, all ihr Tiere, wilde und zahme; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Evangelium nach Lukas 21,29-33.

Und er gebrauchte einen Vergleich und sagte: Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an:
Sobald ihr merkt, daß sie Blätter treiben, wisst ihr, daß der Sommer nahe ist.
Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr (all) das geschehen seht, daß das Reich Gottes nahe ist.
Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles eintrifft.
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

«Erkennt, dass das Reich Gottes nahe ist»

„Wir erwarten den Retter“ (Phil 3,20; lateinische Liturgie). Wahrhaftig, die Wartezeit der Gerechten ist eine freudvolle Wartezeit, die Wartezeit derer, die „auf die selige Erfüllung ihrer Hoffnung warten, auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus“ (Tit 2,13). Der Gerechte sagt: „Worauf soll ich hoffen? Auf dich allein, Herr, will ich harren“ (Ps 39,8). Dann wendet er sich ihm zu und ruft: „Ich weiß, du wirst mich in meiner Hoffnung nicht scheitern lassen (Ps 119,116). Es ist ja mein Wesen dir schon nahe, weil unsere Natur von dir angenommen und für uns hingegeben, schon in dir verherrlicht worden ist. Das gibt uns die Hoffnung, dass ´alle Menschen zu dir kommen werden´ (Ps 65,4)... Und doch erwarten den Herrn mit einer noch größeren Zuversicht diejenigen, die sagen können: „Ich bin dir nahe, Herr; denn ich habe mein Vermögen ausgeteilt; um deinetwillen habe ich es hergegeben und ´einen Schatz im Himmel gesammelt´ (Mt 6,20). Ich habe all mein Hab und Gut dir zu Füßen gelegt, ich weiß, dass... ich von dir dafür ´das Hundertfache bekommen werde und in der kommenden Welt das ewige Leben´“(Mt 10,30). Selig, die arm sind vor Gott! (Mt 5,3)... Denn der Herr hat gesagt: „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“ (Mt 6,21). Möge euer Herz sich also auf den Weg zu eurem Schatz machen! Macht euer Denken im Himmel fest, wartet voll Spannung auf Gott, um mit dem Apostel Paulus sagen zu können: „Unser Leben ist im Himmel; von dort erwarten wir den Retter“.  

Sel. Guerricus von Igny (um 1080-1157), Zisterzienserabt