Donnerstag der 34. Woche im Jahreskreis (24.11.2011)

Von: Evangelium Tag f¨r Tag - evangelizo.org
24 November 2011 20:40
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Andreas Dung-Lac

1. Lesung: Buch Daniel 6,12-28.
Buch Daniel 3,68.69.70.71.72.73.74.
Evangelium nach Lukas 21,20-28.
Kommentar Der Sieg des Menschensohnes, der gekommen ist und der kommt

Buch Daniel 6,12-28.

Nun schlichen sich jene Männer heran und fanden Daniel, wie er zu seinem Gott betete und flehte.
Darauf gingen sie zum König und erinnerten ihn an sein Verbot; sie sagten: O König, hast du nicht ein Verbot unterzeichnet, nach dem jeder, der innerhalb von dreißig Tagen an irgendeinen Gott oder Menschen außer an dich, König, eine Bitte richtet, in die Löwengrube geworfen werden soll? Der König gab zur Antwort: Die Anordnung steht fest nach dem unwandelbaren Gesetz der Meder und Perser.
Da berichteten sie dem König: Daniel, einer von den verschleppten Juden, achtet weder dich, König, noch das Verbot, das du unterschrieben hast, sondern verrichtet dreimal am Tag sein Gebet.
Als der König das hörte, war es ihm sehr peinlich und er dachte nach, wie er Daniel retten könne. Bis Sonnenuntergang bemühte er sich, ihn freizubekommen.
Doch jene Männer bestürmten ihn und sagten: Bedenke, König, es ist bei den Medern und Persern Gesetz, dass jedes Verbot und Dekret, das der König erlässt, unabänderlich ist.
Darauf befahl der König, Daniel herzubringen, und man warf ihn zu den Löwen in die Grube. Der König sagte noch zu Daniel: Möge dein Gott, dem du so unablässig dienst, dich erretten.
Und man nahm einen großen Stein und wälzte ihn auf die Öffnung der Grube. Der König versiegelte ihn mit seinem Siegel und den Siegeln seiner Großen, um zu verhindern, dass an der Lage Daniels etwas verändert würde.
Dann ging der König in seinen Palast; fastend verbrachte er die Nacht; er ließ sich keine Speisen bringen und konnte keinen Schlaf finden.
Früh am Morgen, als es gerade hell wurde, stand der König auf und ging in Eile zur Löwengrube.
Als er sich der Grube näherte, rief er mit schmerzlicher Stimme nach Daniel und fragte: Daniel, du Diener des lebendigen Gottes! Hat dein Gott, dem du so unablässig dienst, dich vor den Löwen erretten können?
Daniel antwortete ihm: O König, mögest du ewig leben.
Mein Gott hat seinen Engel gesandt und den Rachen der Löwen verschlossen. Sie taten mir nichts zuleide; denn in seinen Augen war ich schuldlos und auch dir gegenüber, König, bin ich ohne Schuld.
Darüber war der König hoch erfreut und befahl, Daniel aus der Grube herauszuholen. So wurde Daniel aus der Grube herausgeholt; man fand an ihm nicht die geringste Verletzung, denn er hatte seinem Gott vertraut.
Nun aber ließ der König die Männer herbeiholen, die Daniel verklagt hatten, und ließ sie mit ihren Kindern und Frauen in die Löwengrube werfen. Sie waren noch nicht am Boden der Grube angelangt, da stürzten sich die Löwen auf sie und zermalmten ihnen alle Knochen.
Daraufhin schrieb König Darius an alle Völker, Nationen und Sprachen auf der ganzen Erde: Friede sei mit euch in Fülle!
Hiermit ordne ich an: Im ganzen Gebiet meines Reiches soll man vor dem Gott Daniels zittern und sich vor ihm fürchten. Denn er ist der lebendige Gott; er lebt in Ewigkeit. Sein Reich geht niemals unter; seine Herrschaft hat kein Ende.
Er rettet und befreit; er wirkt Zeichen und Wunder am Himmel und auf der Erde; er hat Daniel aus den Tatzen der Löwen errettet.

Buch Daniel 3,68.69.70.71.72.73.74.

Preist den Herrn, Tau und Schnee; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Preist den Herrn, Eis und Kälte; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Preist den Herrn, Raureif und Schnee; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Preist den Herrn, ihr Nächte und Tage; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Preist den Herrn, Licht und Dunkel; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Preist den Herrn, ihr Blitze und Wolken; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!
Die Erde preise den Herrn; sie lobe und rühme ihn in Ewigkeit.

Evangelium nach Lukas 21,20-28.

Wenn ihr aber seht, daß Jerusalem von einem Heer eingeschlossen wird, dann könnt ihr daran erkennen, daß die Stadt bald verwüstet wird.
Dann sollen die Bewohner von Judäa in die Berge fliehen; wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer auf dem Land ist, soll nicht in die Stadt gehen.
Denn das sind die Tage der Vergeltung, an denen alles in Erfüllung gehen soll, was in der Schrift steht.
Wehe den Frauen, die in jenen Tagen schwanger sind oder ein Kind stillen. Denn eine große Not wird über das Land hereinbrechen: Der Zorn (Gottes) wird über dieses Volk kommen.
Mit scharfem Schwert wird man sie erschlagen, als Gefangene wird man sie in alle Länder verschleppen, und Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden sich erfüllen.
Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres.
Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen.
Wenn (all) das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

Der Sieg des Menschensohnes, der gekommen ist und der kommt

Was bedeutet das Kommen Christi? Befreiung aus der Sklaverei, Abwerfen alter Zwänge, Beginn der Freiheit und das ehrenvolle Angenommensein an Kindesstatt, Quelle der Sündenvergebung und wahrhaft unsterbliches Leben für alle. Der Logos, das Wort Gottes, sah uns aus der Höhe vom Tod beherrscht, in Auflösung begriffen, in Ketten der Verkommenheit gelegt, geworfen auf einen Weg ohne Wiederkehr. Da kam er und nahm die Natur Adams an, des ersten Menschen, gemäß dem Plan des Vaters. Er hat unser Heil nicht Engeln oder Erzengeln überantwortet, sondern hat im Gehorsam gegenüber dem Vater den ganzen Kampf für uns auf sich genommen... Die ganze Größe seiner Göttlichkeit umfassend  und komprimierend, ist er so gekommen, wie es in seinem Ermessen lag. Durch die Macht des Vaters verlor er nicht, was er hatte, sondern nahm an, was er nicht hatte, und kam in der ihm auferlegten Begrenzung... Schau und sieh, dass er Herr ist: „So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten“ (Ps 110,1)... Schau und sieh, dass er Sohn ist: „Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du, und ich mache ihn zum erstgeborenen Sohn“ (Ps 89,27-28)... Schau und sieh auch, dass er Gott ist: „Die Mächtigen kommen und werfen sich nieder vor dir und bekennen: Nur bei dir gibt es einen Gott, und sonst gibt es keinen.“ (Ps 45,14)... Schau und sieh, dass er König ist in Ewigkeit: „Das Zepter deiner Herrschaft ist ein gerechtes Zepter... Gott, dein Gott hat dich gesalbt mit dem Öl der Freude“ (Ps 45,7-8)... Schau und sieh, dass er der König der Herrlichkeit ist: „Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr stark und gewaltig, der Herr mächtig im Kampf“ (Ps 24,8)... Schau und sieh, dass er Hoherpriester ist auf ewig: „Du bist Priester auf ewig“ (Ps 110,4). Wenn er aber Herr und Gott, Sohn und König, Herr und Hoherpriester auf ewig ist, so ist er, nach seinem Willen, „auch Mensch: wer kann das fassen?“ (Jer 17,9 LXX)... Als Gott und Mensch ist also dieser große Jesus zu uns gekommen... Er hat unseren armseligen und sterblichen Leib angenommen, hat sich um die Gebrechlichkeiten unseres Leibes gesorgt, hat in seiner Macht alle unsere Krankheiten geheilt, damit das Wort in Erfüllung gehe: „Ich bin der Herr... Ich fasse dich an der Hand und gebe dir Kraft... Ich bin der Herr, das ist mein Name... Und der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. Tod, wo ist dein Stachel?“ (Jes 42,6; 1 Kor 15,26.55)        

Eine griechische Homilie aus dem 4. Jahrhundert