Dienstag der 26. Woche im Jahreskreis (03.10.2017)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
03 October 2017 00:00
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:Hl. Adelgott

1. Lesung: Buch Sacharja 8,20-23.
Psalm 87(86),2-3.4.5.7.
2. Lesung:
Evangelium nach Lukas 9,51-56.
Kommentar ?Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war?

Buch Sacharja 8,20-23.

So spricht der Herr der Heere: Es wird noch geschehen, dass Völker herbeikommen und die Einwohner vieler Städte.
Die Einwohner der einen Stadt werden zur andern gehen und sagen: Wir wollen gehen, um den Zorn des Herrn zu besänftigen und den Herrn der Heere zu suchen. - Auch ich will hingehen. -
Viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um in Jerusalem den Herrn der Heere zu suchen und den Zorn des Herrn zu besänftigen.
So spricht der Herr der Heere: In jenen Tagen werden zehn Männer aus Völkern aller Sprachen einen Mann aus Juda an seinem Gewand fassen, ihn festhalten und sagen: Wir wollen mit euch gehen; denn wir haben gehört: Gott ist mit euch.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Psalm 87(86),2-3.4.5.7.

Der Herr liebt Zion, seine Gründung auf heiligen Bergen;
mehr als all seine Stätten in Jakob liebt er die Tore Zions.
Herrliches sagt man von dir,
du Stadt unseres Gottes.Leute aus Ägypten und Babel
zähle ich zu denen, die mich kennen;
auch von Leuten aus dem Philisterland, aus Tyrus und Kusch
sagt man: Er ist dort geboren.Von Zion wird man sagen:
Jeder ist dort geboren.
Er, der Höchste, hat Zion gegründet.
Und sie werden beim Reigentanz singen:
All meine Quellen entspringen in dir.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

2. Lesung:


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Evangelium nach Lukas 9,51-56.

Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen.
Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen.
Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.
Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?
Da wandte er sich um und wies sie zurecht.
Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

?Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war?

Zwei große Städte sind es; die eine heißt Babylon, die andere Jerusalem. Der Name Babylon bedeutet soviel wie ?Verwirrung?, Jerusalem bedeutet ?Vision des Friedens?. Seht euch genau die große Stadt der Verwirrung an, um besser die Vision des Friedens erkennen zu können; ertragt die erste, doch streckt euch aus nach der zweiten.

 

Was erlaubt uns, diese zwei großen Städte voneinander zu unterscheiden? Können wir schon jetzt die eine von der anderen trennen? Die eine ist mit der anderen vermischt seit dem Morgengrauen des Menschengeschlechts, und sie gehen ihren Weg dergestalt bis zum Ende der Zeiten. Jerusalem wurde geboren mit Abel, Babylon mit Kain [...] Die beiden gegenständlichen Städte wurden später gebaut, doch sie stellen symbolhaft die beiden ungegenständlichen Städte dar, deren Ursprünge bis zum Anfang der Zeiten zurückreichen und die hier unten bestehen bleiben sollen bis zu ihrem Ende. Der Herr wird sie dann trennen, wenn er die eine zu seiner Rechten und die andere zu seiner Linken aufrichten wird (vgl. Mt 25,33) [...]

 

Doch etwas gibt es, was schon jetzt die Bürger Jerusalems von den Bürgern Babylons unterscheidet: Es sind das zwei Arten der Liebe. Die Liebe zu Gott macht Jerusalem aus, die Liebe zur Welt Babylon. Fragt euch, wen ihr liebt, und ihr werdet wissen, von wo ihr stammt. Wenn ihr euch als Bürger Babylons wiederfindet, dann reißt aus eurem Leben die Begierde aus und pflanzt in euch die Liebe ein. Wenn ihr euch als Bürger Jerusalem wiederfindet, dann ertragt geduldig die Gefangenschaft und hofft auf eure Befreiung. Denn viele Bürger unserer heiligen Mutter Jerusalem (vgl. Gal 4,26) waren vorher Gefangene Babylons [...]

 

Wie aber kann in uns die Liebe zu unserer Heimat Jerusalem erwachen, deren Erinnerung durch die Länge der Verbannung verlorengegangen ist (vgl. Ps 137(136))? Der Vater selbst ist es, der uns von dort schreibt und in uns durch seine Briefe, nämlich die Heiligen Schriften, das Heimweh der Rückkehr brennen lässt.

 

 

    

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer