Mittwoch der 22. Woche im Jahreskreis (06.09.2017)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
06 September 2017 00:00
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:Hl. Bertrand von Garriga

1. Lesung: Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 1,1-8.
Psalm 52(51),10.11.
2. Lesung:
Evangelium nach Lukas 4,38-44.
Kommentar Er stand auf und ging an einen einsamen Ort

Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 1,1-8.

Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu, und der Bruder Timotheus
an die heiligen Brüder in Kolossä, die an Christus glauben. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater.
Wir danken Gott, dem Vater Jesu Christi, unseres Herrn, jedes Mal, wenn wir für euch beten.
Denn wir haben von eurem Glauben an Christus Jesus gehört und von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen habt,
weil im Himmel die Erfüllung eurer Hoffnung für euch bereitliegt. Schon früher habt ihr davon gehört durch das wahre Wort des Evangeliums,
das zu euch gelangt ist. Wie in der ganzen Welt, so trägt es auch bei euch Frucht und wächst seit dem Tag, an dem ihr den Ruf der göttlichen Gnade vernommen und in Wahrheit erkannt habt.
So habt ihr es von Epaphras, unserem geliebten Mitarbeiter, gelernt. Er ist an unserer Stelle ein treuer Diener Christi
und er hat uns auch von der Liebe berichtet, die der Geist in euch bewirkt hat.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Psalm 52(51),10.11.

Ich bin im Haus Gottes
wie ein grünender Ölbaum;
auf Gottes Huld vertraue ich
immer und ewig.Ich danke dir, Herr, in Ewigkeit;
denn du hast das alles vollbracht.
Ich hoffe auf deinen Namen im Kreis der Frommen;
denn du bist gütig.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

2. Lesung:


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Evangelium nach Lukas 4,38-44.

In jener Zeit verließ Jesus die Synagoge und ging in das Haus des Simon. Die Schwiegermutter des Simon hatte hohes Fieber, und sie baten ihn, ihr zu helfen.
Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen. Da wich es von ihr, und sie stand sofort auf und sorgte für sie.
Als die Sonne unterging, brachten die Leute ihre Kranken, die alle möglichen Leiden hatten, zu Jesus. Er legte jedem Kranken die Hände auf und heilte alle.
Von vielen fuhren auch Dämonen aus und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Da fuhr er sie schroff an und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass er der Messias war.
Bei Tagesanbruch verließ er die Stadt und ging an einen einsamen Ort. Aber die Menschen suchten ihn, und als sie ihn fanden, wollten sie ihn daran hindern wegzugehen.
Er sagte zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt worden.
Und er predigte in den Synagogen Judäas.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Er stand auf und ging an einen einsamen Ort

Ist es nicht einleuchtend, wenn es heißt, die Wüste sei ein grenzenloser Tempel Gottes? Denn wer in der Stille lebt, dem muss es doch gewiss an einsamen Orten gefallen. Und so hat sich Gott eben dort oft seinen Heiligen gezeigt; im Schutze der Einsamkeit wollte er den Menschen begegnen.

 

In der Wüste sieht Mose Gott, und sein Gesicht strahlt Licht aus. Dort darf er ungezwungen mit dem Herrn reden; er hält Zwiesprache mit ihm; er spricht mit dem Herrn des Himmels auf eine Weise, wie Menschen sich mit ihresgleichen zu unterhalten pflegen. In der Wüste nimmt er den Stab entgegen, der Wunder bewirkt. Als Schafhirt war er in die Wüste gekommen, als Hirte von Völkern verlässt er sie (Ex 3; 33,11; 34).

 

Und sucht das Volk Gottes, als es aus Ägypten befreit und von der Fronarbeit erlöst werden sollte, nicht abgelegene Orte auf, flüchtet es sich nicht in die Abgeschiedenheit? In der Wüste wird es sich dem Gott nähern, der es der Sklaverei entrissen hat [...] Und der Herr machte sich zum Anführer seines Volkes, er lenkte die Schritte seines Volkes durch die Wüste. Unterwegs, bei Tag und bei Nacht, richtete er Zeichen vom Himmel auf: eine leuchtende Wolkensäule und eine glühende Feuersäule. Den Kindern Israels war es also vergönnt, den Thron Gottes zu sehen und seine Stimme zu hören, damals als sie in der Einsamkeit der Wüste lebten [...]

 

Muss ich noch hinzufügen, dass sie erst nach ihrem Aufenthalt in der Wüste in das Land ihrer Sehnsucht kamen? Bis ein Land, in dem Milch und Honig fließen, zum Besitz eines Volkes wird, muss das Volk zuerst durch dürres Ödland ziehen. Man muss immer zuerst in der Wüste lagern, bevor man ins wirkliche Vaterland gelangt. Wer ?die Güte des Herrn im Land der Lebenden schauen? (vgl. Ps 26(27),13) will, der lasse sich in unbewohnbarem Land nieder. Wer im Himmel Wohnrecht bekommen will, der sei Gast in der Wüste.

    

Hl. Eucherius (?-um 450), Bischof von Lyon