Dienstag der 15. Woche im Jahreskreis (18.07.2017)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
18 July 2017 00:00
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:Hl. Arnulf von Metz

1. Lesung: Buch Exodus 2,1-15a.
Psalm 69(68),3.14.30-31.33-34.
2. Lesung:
Evangelium nach Matthäus 11,20-24.
Kommentar Jesus ruft die Städte Galiläas zur Umkehr

Buch Exodus 2,1-15a.

In jenen Tagen ging ein Mann aus einer levitischen Familie hin und nahm eine Frau aus dem gleichen Stamm.
Sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Weil sie sah, dass es ein schönes Kind war, verbarg sie es drei Monate lang.
Als sie es nicht mehr verborgen halten konnte, nahm sie ein Binsenkästchen, dichtete es mit Pech und Teer ab, legte den Knaben hinein und setzte ihn am Nilufer im Schilf aus.
Seine Schwester blieb in der Nähe stehen, um zu sehen, was mit ihm geschehen würde.
Die Tochter des Pharao kam herab, um im Nil zu baden. Ihre Dienerinnen gingen unterdessen am Nilufer auf und ab. Auf einmal sah sie im Schilf das Kästchen und ließ es durch ihre Magd holen.
Als sie es öffnete und hineinsah, lag ein weinendes Kind darin. Sie bekam Mitleid mit ihm, und sie sagte: Das ist ein Hebräerkind.
Da sagte seine Schwester zur Tochter des Pharao: Soll ich zu den Hebräerinnen gehen und dir eine Amme rufen, damit sie dir das Kind stillt?
Die Tochter des Pharao antwortete ihr: Ja, geh! Das Mädchen ging und rief die Mutter des Knaben herbei.
Die Tochter des Pharao sagte zu ihr: Nimm das Kind mit, und still es mir! Ich werde dich dafür entlohnen. Die Frau nahm das Kind zu sich und stillte es.
Als der Knabe größer geworden war, brachte sie ihn der Tochter des Pharao. Diese nahm ihn als Sohn an, nannte ihn Mose und sagte: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.
Die Jahre vergingen, und Mose wuchs heran. Eines Tages ging er zu seinen Brüdern hinaus und schaute ihnen bei der Fronarbeit zu. Da sah er, wie ein Ägypter einen Hebräer schlug, einen seiner Stammesbrüder.
Mose sah sich nach allen Seiten um, und als er sah, dass sonst niemand da war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.
Als er am nächsten Tag wieder hinausging, sah er zwei Hebräer miteinander streiten. Er sagte zu dem, der im Unrecht war: Warum schlägst du deinen Stammesgenossen?
Der Mann erwiderte: Wer hat dich zum Aufseher und Schiedsrichter über uns bestellt? Meinst du, du könntest mich umbringen, wie du den Ägypter umgebracht hast? Da bekam Mose Angst und sagte: Die Sache ist also bekannt geworden.
Der Pharao hörte von diesem Vorfall und wollte Mose töten; Mose aber entkam ihm. Er wollte in Midian bleiben.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Psalm 69(68),3.14.30-31.33-34.

Ich bin in tiefem Schlamm versunken
und habe keinen Halt mehr;
ich geriet in tiefes Wasser,
die Strömung reißt mich fort.Ich bete zu dir,
Herr, zur Zeit der Gnade.
Erhöre mich in deiner großen Huld,
Gott, hilf mir in deiner Treue!Ich aber bin elend und voller Schmerzen;
doch deine Hilfe, o Gott, wird mich erhöhen.
Ich will den Namen Gottes rühmen im Lied,
in meinem Danklied ihn preisen.Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch;
ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!
Denn der Herr hört auf die Armen,
er verachtet die Gefangenen nicht.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

2. Lesung:


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Evangelium nach Matthäus 11,20-24.

In jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten:
Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan.
Ja, das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie euch.
Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann stünde es noch heute.
Ja, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Jesus ruft die Städte Galiläas zur Umkehr

?Der Herr ist gnädig und barmherzig?, er möchte lieber die Reue der Sünder als deren Tod (Joël 2,13). ?Er ist langmütig und reich an Güte?. Er ist nicht ungeduldig, wie wir Menschen, sondern wartet lange Zeit auf unsere Reue. ?Er ist bereit, das Unheil aufzuhalten? oder zu bereuen, dass er es verhängt hat. Wenn wir also unsere Sünden bereuen, dann wird er selbst seine Drohungen bereuen und über uns nicht das Unheil verhängen, das er uns angedroht hat. Wenn wir unsere Einstellung ändern, ändert er auch die seine [...]

 

Freilich fügt der Prophet, der eben noch sagt: ?Der Herr ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte?, um uns nicht angesichts dieser großen Milde nachlässig zu machen, hinzu: ?Vielleicht kehrt er um, und es reut ihn, und er lässt Segen zurück? (2,14): Ich, sagte er, ich fordere euch auf, so gut ich kann, umzukehren, und ich weiß, dass die Großmut Gottes unaussprechlich groß ist, was David so ausdrückt: ?Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen? (Ps 51(50),3). Aber weil wir die Tiefe des Reichtums der Weisheit und der Erkenntnis Gottes (Röm 11,33) nicht kennen können, will ich mich differenzierter ausdrücken und nun als Wunsch formulieren: ?Vielleicht besinnt sich Gott eines Besseren und vergibt?? Dieses ?Vielleicht? muss verstanden werden als Ausdruck einer schwer zu beantwortenden Frage.

 

 

    

Hl. Hieronymus (347-420), Priester, Bibelübersetzer und Kirchenlehrer