11. Sonntag im Jahreskreis (18.06.2017)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
18 June 2017 00:00
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:Hl. Potentinus von Steinfeld

1. Lesung: Buch Exodus 19,2-6a.
Psalm 100(99),1-3.4-5.
2. Lesung: Brief des Apostels Paulus an die Römer 5,6-11.
Evangelium nach Matthäus 9,36-38.10,1-8.
Kommentar ?Die Ernte ist groß?

Buch Exodus 19,2-6a.

In jenen Tagen kamen die Israeliten in die Wüste Sinai. Sie schlugen in der Wüste das Lager auf. Dort lagerte Israel gegenüber dem Berg.
Mose stieg zu Gott hinauf. Da rief ihm der Herr vom Berg her zu: Das sollst du dem Haus Jakob sagen und den Israeliten verkünden:
Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe.
Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze Erde,
ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Psalm 100(99),1-3.4-5.

Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde!
Dient dem Herrn mit Freude!
Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!
Erkennt: Der Herr allein ist Gott.
Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,
sein Volk und die Herde seiner Weide.Tretet mit Dank durch seine Tore ein!
Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels!
Dankt ihm, preist seinen Namen!
Denn der Herr ist gütig,
ewig währt seine Huld,
von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

2. Lesung: Brief des Apostels Paulus an die Römer 5,6-11.

Brüder! Christus ist schon zu der Zeit, da wir noch schwach und gottlos waren, für uns gestorben.
Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben; vielleicht wird er jedoch für einen guten Menschen sein Leben wagen.
Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
Nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind, werden wir durch ihn erst recht vor dem Gericht Gottes gerettet werden.
Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Gottes Feinde waren, werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind, gerettet werden durch sein Leben.
Mehr noch, wir rühmen uns Gottes durch Jesus Christus, unseren Herrn, durch den wir jetzt schon die Versöhnung empfangen haben.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Evangelium nach Matthäus 9,36-38.10,1-8.

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.
Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,
Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,
Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat.
Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter,
Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

?Die Ernte ist groß?

Alle Arbeiten des Landwirts zielen natürlich auf die Ernte. Wie aber hat dann Christus ein Werk als Ernte bezeichnen können, das noch ganz in seinen Anfängen steckte? Der Götzendienst herrschte auf der ganzen Erde [...] Überall Schändung, Ehebruch, Perversion, Begierde, Raub, Kriege [...] Die Erde war erfüllt von so vielen Übeln! Keine Saat war hier gesät. Dornen, Disteln und schlechtes Kraut, das den Boden bedeckte: das alles war noch nicht ausgerissen. Kein Pflug war angespannt worden, keine Furche gezogen.

 

Wie also kann Jesus sagen, dass die Ernte groß ist? [...] Die Apostel sind möglicherweise erschüttert und entmutigt: ?Wie können wir den Mund öffnen, uns auf den Beinen halten vor so vielen Menschen? Wir, die Elf, wie werden wir alle Bewohner der Erde zur Umkehr bewegen können? Werden wir, die wir so unwissend sind, mit den Klugen zu reden verstehen; wir, die wir mittellos sind, mit den Bewaffneten; wir, die wir Untergebene sind, mit den Autoritäten? Wir sprechen nur eine Sprache, werden wir also mit den Barbarenvölkern diskutieren können, die in fremden Sprachen sprechen? Wer wird uns aufnehmen, ohne unsere Sprache zu verstehen??

 

Jesus will nicht, dass uns derartige Gedanken verunsichern. Deshalb nennt er das Evangelium eine Ernte. Es ist, als sagte er zu ihnen: ?Alles ist vorbereitet, alle nötigen Dinge stehen bereit. Ich sende euch aus, um das reife Getreide zu ernten; ihr werdet am selben Tag säen und ernten.? Wenn der Landwirt aufbricht, um die Ernte einzubringen, dann schäumt er über vor Freude und strahlt vor Glück. Er denkt nicht an die Mühen und die Schwierigkeiten, die auf ihn zukommen können [...] Leiht mir eure Zunge, spricht Christus, und ihr werdet das reife Getreide in die Scheunen des Königs fließen sehen. Deshalb sendet er sie aus mit den Worten: ?Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt? (Mt 28,20).

 

    

Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer