Freitag der 10. Woche im Jahreskreis (16.06.2017)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
16 June 2017 00:00
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:Hl. Benno von Meißen

1. Lesung: Buch Ezechiel 34,11-16.
Psalm 116(115),10-11.15-16.17-18.
2. Lesung:
Evangelium nach Matthäus 5,27-32.
Kommentar Die Forderungen Christi und die Freude des Herzens

Buch Ezechiel 34,11-16.

So spricht Gott, der Herr: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern.
Wie ein Hirt sich um die Tiere seiner Herde kümmert an dem Tag, an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben, so kümmere ich mich um meine Schafe und hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich am dunklen, düsteren Tag zerstreut haben.
Ich führe sie aus den Völkern heraus, ich hole sie aus den Ländern zusammen und bringe sie in ihr Land. Ich führe sie in den Bergen Israels auf die Weide, in den Tälern und an allen bewohnten Orten des Landes.
Auf gute Weide will ich sie führen, im Bergland Israels werden ihre Weideplätze sein. Dort sollen sie auf guten Weideplätzen lagern, auf den Bergen Israels sollen sie fette Weide finden.
Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen lassen - Spruch Gottes, des Herrn.
Die verlorengegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten. Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Psalm 116(115),10-11.15-16.17-18.

Voll Vertrauen war ich, auch wenn ich sagte:
Ich bin so tief gebeugt.
In meiner Bestürzung sagte ich:
Die Menschen lügen alle.Kostbar ist in den Augen des Herrn
das Sterben seiner Frommen.
Ach Herr, ich bin doch dein Knecht,
dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd.
Du hast meine Fesseln gelöst.Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen
und anrufen den Namen des Herrn.
Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen
offen vor seinem ganzen Volk.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

2. Lesung:


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Evangelium nach Matthäus 5,27-32.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.
Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.
Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.
Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Die Forderungen Christi und die Freude des Herzens

Liebe Jugendliche! Ihr habt mir mitgeteilt, dass ihr die Kirche oft für eine Institution haltet, die bloß Regeln und Gesetze verkündet [?] Und daraus folgert ihr, dass es eine tiefe Kluft gibt zwischen der Freude, die dem Wort Christi entspringt, und dem Anschein der Unterdrückung, den die Strenge der Kirche in euch auslöst [?] Doch das Evangelium führt uns einen sehr anspruchsvollen Christus vor Augen, der zu einer radikalen Umkehr des Herzens aufruft. Er lädt uns ein, den weltlichen Gütern gegenüber gleichgültig zu werden, Beleidigungen zu verzeihen, unsere Feinde zu lieben, Verfolgung geduldig anzunehmen und sogar unser eigenes Leben aus Liebe zum Nächsten zu opfern. Speziell im Bereich der Sexualität wissen wir, dass er die Unauflösbarkeit der Ehe entschieden verteidigte und selbst den im Herzen begangenen Ehebruch verurteilte. Und wie sollten uns die Vorschriften unberührt lassen, das Auge auszureißen oder die Hand abzuhauen, wenn diese Glieder uns ?zum Bösen? verführen? [?]

 

Die Zügellosigkeit macht die Menschen nicht glücklich. Ebenso wenig bringt die Konsumgesellschaft die Freude des Herzens. Der Mensch verwirklicht sich selbst nur in dem Maß, als er die Forderungen anzunehmen weiß, die seiner Würde entspringen, als ?Abbild Gottes? (Gen 1,27) geschaffen zu sein. Wenn die Kirche heute unangenehme Dinge verkündet, dann deshalb, weil sie sich dazu verpflichtet fühlt. Sie tut es aus Loyalitätspflicht [?]

 

Stimmt es also nicht, dass die Botschaft des Evangeliums eine frohe Botschaft ist? Im Gegenteil: Es ist absolut wahr! Wie ist dies möglich? Die Antwort liefert ein Wort, ein einziges Wort, ein kurzes Wort, das in seinem Sinn weit wie das Meer ist. Dieses Wort ist: Liebe. Die Strenge der Lehre und die Freude des Herzens sind wunderbar vereinbar. Wer liebt, scheut das Opfer nicht. Und er findet im Opfer sogar den überzeugendsten Beweis für die Echtheit seiner Liebe.

 

    

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst