Mittwoch der 10. Woche im Jahreskreis (14.06.2017)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
14 June 2017 00:00
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:Hl. Burchard von Meißen

1. Lesung: Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 3,4-11.
Psalm 99(98),4bc.5.6-7.8-9.
2. Lesung:
Evangelium nach Matthäus 5,17-19.
Kommentar ?Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz [...] aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen? (Mt 5,17)

Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 3,4-11.

Brüder! Wir haben durch Christus so großes Vertrauen zu Gott.
Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selbst etwas zuschreiben könnten; unsere Befähigung stammt vielmehr von Gott.
Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.
Wenn aber schon der Dienst, der zum Tod führt und dessen Buchstaben in Stein gemeißelt waren, so herrlich war, dass die Israeliten das Gesicht des Mose nicht anschauen konnten, weil es eine Herrlichkeit ausstrahlte, die doch vergänglich war,
wie sollte da der Dienst des Geistes nicht viel herrlicher sein?
Wenn schon der Dienst, der zur Verurteilung führt, herrlich war, so wird der Dienst, der zur Gerechtigkeit führt, noch viel herrlicher sein.
Eigentlich kann von Herrlichkeit in jenem Fall gar nicht die Rede sein, wo das Verherrlichte vor der größeren Herrlichkeit verblasst.
Wenn nämlich schon das Vergängliche in Herrlichkeit erschien: die Herrlichkeit des Bleibenden wird es überstrahlen.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Psalm 99(98),4bc.5.6-7.8-9.

Du hast die Weltordnung fest begründet,
hast Recht und Gerechtigkeit in Jakob geschaffen.
Rühmt den Herrn, unseren Gott;
werft euch am Schemel seiner Füße nieder!
Denn er ist heilig.Mose und Aaron sind unter seinen Priestern,
Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen;
sie riefen zum Herrn, und er hat sie erhört.
Aus der Wolkensäule sprach er zu ihnen;
seine Gebote hielten sie,
die Satzung, die er ihnen gab.Herr, unser Gott, du hast sie erhört;
du warst ihnen ein verzeihender Gott,
aber du hast ihre Frevel vergolten.
Rühmt den Herrn, unsern Gott,
werft euch nieder an seinem heiligen Berge!
Denn heilig ist der Herr, unser Gott.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

2. Lesung:


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Evangelium nach Matthäus 5,17-19.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

?Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz [...] aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen? (Mt 5,17)

Ich möchte den Jüngern Christi die Güte Gottes in Erinnerung rufen: Niemand von euch soll sich durch die Häretiker erschüttern lassen, wenn sie in der Kontroverse sagen, dass der Gott des Gesetzes nicht gut ist, sondern gerecht, und dass das Gesetz des Mose nicht die Güte lehrt, sondern die Gerechtigkeit. Sollen doch diese Verächter Gottes gleichzeitig erkennen, dass das Gesetz, Mose selbst und Aaron als Vorläufer erfüllt haben, was das Evangelium später lehrte. Bedenkt, wie Mose ?seine Feinde liebte und für seine Verfolger betete? (vgl. Mt 5,44) [...]; seht doch, wie sich beide, ?auf ihr Gesicht niederwarfen? (vgl. Num 17,10f.), für diejenigen beteten, die sich aufgelehnt hatten und sie töten wollten. Somit findet man das Evangelium machtvoll im Gesetz wieder und muss verstehen, dass die Evangelien sich auf das Fundament des Gesetzes stützen.

 

Ich für meine Person nenne das Gesetz nicht Altes Testament, wenn ich es geistlicherweise bedenke; das Gesetz wird nur für solche zum ?Alten Testament?, die seinen Geist nicht verstehen wollen. Für sie ist es notwendigerweise ?alt? und ist veraltet, weil es seine Kraft nicht bewahren kann. Für uns aber, die wir es im Geist und im Sinn des Evangeliums verstehen und auslegen, ist es immer neu. Die beiden Testamente sind für uns ein Neues Testament, nicht aufgrund ihrer Entstehungszeit, sondern durch die Neuheit des Sinngehalts.

 

Denkt der Apostel Johannes nicht genauso, wenn er in seinem Brief sagt: ?Meine Kinder, ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander? (vgl. 4,7; vgl. Joh 13,34)? Er wusste, dass das Gebot der Liebe schon vor langer Zeit gegeben worden war im Gesetz (vgl. 1 Joh 2,7f.; vgl. Lev 19,18). Denn da ?die Liebe niemals aufhört? (vgl. 1 Kor 13,8) [...] bezeugt er die ewige Neuheit dieses Gebots, das kein Alter kennt [...] Für den Sünder und für die, die den Bund der Liebe nicht beachten, altern selbst die Evangelien. Es kann kein Neues Testament geben für den, der ?den alten Menschen nicht auszieht und den neuen Menschen anzieht, der von Gott geschaffen wurde? (vgl. Eph 4,22.24).

 

 

 

    

Origenes (um 185-253), Priester und Theologe