Donnerstag der 9. Woche im Jahreskreis (08.06.2017)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
08 June 2017 00:00
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:Sel. Maria Gräfin von Droste

1. Lesung: Buch Tobias 6,10-11.7,1.9-17.8,4-9a.
Psalm 128(127),1-2.3.4-5.
2. Lesung:
Evangelium nach Markus 12,28b-34.
Kommentar ?Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen [...] und all deiner Kraft?

Buch Tobias 6,10-11.7,1.9-17.8,4-9a.

In jenen Tagen als sie in der Nähe der Stadt Ekbatana waren,
sagte der Engel zu dem jungen Tobias: Bruder, heute werden wir bei Raguël übernachten. Es ist ein Verwandter von dir. Er hat nur ein einziges Kind, eine Tochter namens Sara.
Als sie in Ekbatana beim Haus Raguëls angelangt waren, kam ihnen Sara entgegen und hieß sie willkommen. Sie erwiderten ihren Gruß und Sara führte sie ins Haus.
Da bat Tobias den Rafael: Asarja, mein Bruder, bring doch zur Sprache, worüber du unterwegs mit mir geredet hast, damit die Sache zu einem glücklichen Ende kommt.
Rafael teilte Raguël alles mit. Darauf sagte Raguël zu Tobias: Iss und trink und lass es dir gut gehen! Du hast einen Anspruch darauf, mein Kind zu heiraten. Ich muss dir aber die Wahrheit sagen:
Ich habe meine Tochter schon sieben Männern zur Frau gegeben; doch jeder, der zu ihr ins Brautgemach ging, ist noch in derselben Nacht gestorben. Aber lass es dir jetzt trotzdem gut gehen!
Tobias erwiderte: Ich will nichts essen, ehe ihr sie mir nicht feierlich zur Frau gegeben habt. Da sagte Raguël: Du sollst sie bekommen, sie ist von jetzt an nach Recht und Gesetz deine Frau. Du bist mit ihr verwandt; sie gehört dir. Der barmherzige Gott schenke euch viel Glück.
Und er ließ seine Tochter Sara rufen, nahm sie bei der Hand und gab sie Tobias zur Frau; er sagte: Hier, sie ist dein nach dem Gesetz des Mose. Führ sie zu deinem Vater! Und er segnete sie.
Dann rief er seine Frau Edna herbei, nahm ein Blatt Papier, schrieb den Ehevertrag und man setzte das Siegel darunter. Darauf begannen sie mit dem Mahl.
Raguël rief seine Frau Edna und sagte zu ihr: Schwester, richte das andere Zimmer her und führ Sara hinein.
Sie tat, was er sagte, und führte sie hinein. Sara aber begann zu weinen. Ihre Mutter trocknete ihr die Tränen und tröstete sie:
Hab Vertrauen, mein Kind! Nach so viel Leid schenke dir der Herr des Himmels und der Erde endlich Freude. Hab nur Vertrauen, meine Tochter!
Als Tobias und Sara in der Kammer allein waren, erhob sich Tobias vom Lager und sagte: Steh auf, Schwester, wir wollen beten, damit der Herr Erbarmen mit uns hat.
Und er begann zu beten: Sei gepriesen, Gott unserer Väter; gepriesen sei dein heiliger und ruhmreicher Name in alle Ewigkeit. Die Himmel und alle deine Geschöpfe müssen dich preisen.
Du hast Adam erschaffen und hast ihm Eva zur Frau gegeben, damit sie ihm hilft und ihn ergänzt. Von ihnen stammen alle Menschen ab. Du sagtest: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist; wir wollen für ihn einen Menschen machen, der ihm hilft und zu ihm passt.
Darum, Herr, nehme ich diese meine Schwester auch nicht aus reiner Lust zur Frau, sondern aus wahrer Liebe. Hab Erbarmen mit mir und lass mich gemeinsam mit ihr ein hohes Alter erreichen!
Und Sara sagte zusammen mit ihm: Amen.
Und beide schliefen die Nacht über miteinander.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Psalm 128(127),1-2.3.4-5.

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt
und der auf seinen Wegen geht!
Was deine Hände erwarben, kannst du genießen;
wohl dir, es wird dir gut ergehn.Wie ein fruchtbarer Weinstock ist deine Frau
drinnen in deinem Haus.
Wie junge Ölbäume sind deine Kinder
rings um deinen Tisch.So wird der Mann gesegnet,
der den Herrn fürchtet und ehrt.
Es segne dich der Herr vom Zion her.
Du sollst dein Leben lang das Glück Jerusalems schauen.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

2. Lesung:


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Evangelium nach Markus 12,28b-34.

In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?
Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.
Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.
Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.
Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm,
und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.
Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

?Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen [...] und all deiner Kraft?

Die Stärke der Seele liegt in ihren Kräften, in ihren Leidenschaften und Fähigkeiten. Wenn der Wille sie auf Gott hin ausrichtet und sie fernhält von allem, was nicht Gott ist, bewahrt die Seele ihre ganze Kraft für Gott, liebt sie ihn wirklich mit ihrer ganzen Kraft, wie der Herr selbst es befiehlt.

 

Sich selbst in Gott zu suchen bedeutet, die Zärtlichkeiten und Tröstungen Gottes zu suchen ? und das hat nichts mit der reinen Gottesliebe zu tun! Es ist ein großes Übel, mehr die Wohltaten Gottes, als ihn selbst, das Gebet und die Abtötung im Blick zu haben.

 

Viele suchen in Gott das, was sie tröstet und ihren Neigungen entgegenkommt; ihr Wunsch ist es, dass Gott sie mit seinen Gnaden und Gaben überschüttet. Die Zahl derer aber ist klein, die von ihrem eigenen Vorteil absehen, die ihm gefallen und ihm etwas geben wollen, was sie etwas kostet. Nur wenige geistige Menschen ? wenige selbst unter denen, von denen man glaubt, sie seien auf dem Pfad der Tugend weit fortgeschritten ? sind zu einer vollkommenen Entscheidung für das Gute gelangt. Sie schaffen es nie, ganz und in jeder Hinsicht dem Geist der Welt oder der Natur zu entsagen oder unempfindlich zu sein gegenüber dem, was man über sie sagt und denkt ? wenn es darum geht, aus Liebe zu Christus Werke der Vollkommenheit und Abtötung zu vollbringen [...]

 

Wer nur Gott allein ersehnt, der geht nicht durch die Finsternis, mag er sich auch noch so arm und ohne Licht vorkommen [...]

Die Seele, deren Aufmerksamkeit und Sorge, inmitten von Trockenheit und Verlassenheit, stets dem Dienst an Gott gilt, mag Kummer haben und Angst, sie brächte nichts zustande: in Wirklichkeit bringt sie Gott ein Opfer dar von ?beruhigenden Duft? (Gen 8,21).

    

Hl. Johannes vom Kreuz (1542-1591), Karmelit, Kirchenlehrer