Montag der 4. Osterwoche (08.05.2017)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
08 May 2017 12:12
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:Hl. Desideratus

1. Lesung: Apostelgeschichte 11,1-18.
Psalm 42(41),2-3.43(42),3.4.
2. Lesung:
Evangelium nach Johannes 10,11-18.
Kommentar ?Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe?

Apostelgeschichte 11,1-18.

In jenen Tagen erfuhren die Apostel und die Brüder in Judäa, dass auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten.
Als nun Petrus nach Jerusalem hinaufkam, hielten ihm die gläubig gewordenen Juden vor:
Du hast das Haus von Unbeschnittenen betreten und hast mit ihnen gegessen.
Da begann Petrus, ihnen der Reihe nach zu berichten:
Ich war in der Stadt Joppe und betete; da hatte ich in einer Verzückung eine Vision: Eine Schale, die aussah wie ein großes Leinentuch, das an den vier Ecken gehalten wurde, senkte sich aus dem Himmel bis zu mir herab.
Als ich genauer hinschaute, sah ich darin die Vierfüßler der Erde, die wilden Tiere, die Kriechtiere und die Vögel des Himmels.
Ich hörte auch eine Stimme, die zu mir sagte: Steh auf, Petrus, schlachte, und iss!
Ich antwortete: Niemals, Herr! Noch nie ist etwas Unheiliges oder Unreines in meinen Mund gekommen.
Doch zum zweitenmal kam eine Stimme vom Himmel; sie sagte: Was Gott für rein erklärt hat, nenne du nicht unrein!
Das geschah dreimal, dann wurde alles wieder in den Himmel hinaufgezogen.
Da standen auf einmal drei Männer vor dem Haus, in dem ich wohnte; sie waren aus Cäsarea zu mir geschickt worden.
Der Geist aber sagte mir, ich solle ohne Bedenken mit ihnen gehen. Auch diese sechs Brüder zogen mit mir, und wir kamen in das Haus jenes Mannes.
Er erzählte uns, wie er in seinem Haus den Engel stehen sah, der zu ihm sagte: Schick jemand nach Joppe, und lass Simon, der Petrus genannt wird, holen.
Er wird dir Worte sagen, durch die du mit deinem ganzen Haus gerettet werden wirst.
Während ich redete, kam der Heilige Geist auf sie herab, wie am Anfang auf uns.
Da erinnerte ich mich an das Wort des Herrn: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden.
Wenn nun Gott ihnen, nachdem sie zum Glauben an Jesus Christus, den Herrn, gekommen sind, die gleiche Gabe verliehen hat wie uns: wer bin ich, dass ich Gott hindern könnte?
Als sie das hörten, beruhigten sie sich, priesen Gott und sagten: Gott hat also auch den Heiden die Umkehr zum Leben geschenkt.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Psalm 42(41),2-3.43(42),3.4.

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser,
so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.
Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.
Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?Sende dein Licht und deine Wahrheit,
damit sie mich leiten;
sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg
und zu deiner Wohnung.So will ich zum Altar Gottes treten,
zum Gott meiner Freude.
Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben,
Gott, mein Gott.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

2. Lesung:


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Evangelium nach Johannes 10,11-18.

In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.
Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht,
weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.
Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,
wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.
Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.
Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.
Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

?Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe?

Der Dienst des guten Hirten ist Liebe. Deshalb sagt Jesus, dass er ?sein Leben hingibt für die Schafe?. Denn man muss wissen, was ihn unterscheidet: dem guten Hirten geht es um das Wohl der Schafe, der schlechte sucht seinen eigenen Vorteil. Genau das sagt der Prophet: ?Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden. Müssen die Hirten nicht die Herde weiden?? (Ez 34,2). Wer die Herde nur zu seinem eigenen Vorteil nutzt, ist kein guter Hirt [...] Ein guter Hirt, der diesen Namen verdient, erduldet vieles für die Herde, über die er wacht. Ein Beispiel dafür ist Jakob: ?Bei Tag fraß mich die Hitze, der Frost bei Nacht? (Gen 31,40) [...]

 

Das Wohl der geistigen Herde aber ist noch wichtiger als das Leben des Hirten; deshalb muss der Hirt, wenn die Herde in Gefahr ist, sein Leben zum Heil der Herde riskieren. Der Herr hat gesagt: ?Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe?; er gibt sein eigenes Leben hin, indem er barmherzig seine Autorität ausübt [...] Christus hat uns dafür ein Beispiel gegeben: ?Er hat sein Leben für uns hingegeben. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben? (vgl. 1 Joh 3,16).

 

 

    

Hl. Thomas von Aquin (1225-1274), Dominikaner, Theologe und Kirchenlehrer