Karsamstag - Osternacht (15.04.2017)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
15 April 2017 00:00
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:Hl. Huna

1. Lesung: Buch Exodus 14,15-31.15,1.
Buch Exodus 15,1b-2abcd.3-4.5-6.13.17-18.
2. Lesung: Brief des Apostels Paulus an die Römer 6,3-11.
Evangelium nach Matthäus 28,1-10.
Kommentar ?Dies ist die selige Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach und aus der Tiefe als Sieger emporstieg? (Exsultet)

Buch Exodus 14,15-31.15,1.

Der Herr sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sag den Israeliten, sie sollen aufbrechen.
Und du heb deinen Stab hoch, streck deine Hand über das Meer, und spalte es, damit die Israeliten auf trockenem Boden in das Meer hineinziehen können.
Ich aber will das Herz der Ägypter verhärten, damit sie hinter ihnen hineinziehen. So will ich am Pharao und an seiner ganzen Streitmacht, an seinen Streitwagen und Reitern meine Herrlichkeit erweisen.
Die Ägypter sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich am Pharao, an seinen Streitwagen und Reitern meine Herrlichkeit erweise.
Der Engel Gottes, der den Zug der Israeliten anführte, erhob sich und ging an das Ende des Zuges, und die Wolkensäule vor ihnen erhob sich und trat an das Ende.
Sie kam zwischen das Lager der Ägypter und das Lager der Israeliten. Die Wolke war da und Finsternis, und Blitze erhellten die Nacht. So kamen sie die ganze Nacht einander nicht näher.
Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und der Herr trieb die ganze Nacht das Meer durch einen starken Ostwind fort. Er ließ das Meer austrocknen, und das Wasser spaltete sich.
Die Israeliten zogen auf trockenem Boden ins Meer hinein, während rechts und links von ihnen das Wasser wie eine Mauer stand.
Die Ägypter setzten ihnen nach; alle Pferde des Pharao, seine Streitwagen und Reiter zogen hinter ihnen ins Meer hinein.
Um die Zeit der Morgenwache blickte der Herr aus der Feuer- und Wolkensäule auf das Lager der Ägypter und brachte es in Verwirrung.
Er hemmte die Räder an ihren Wagen und ließ sie nur schwer vorankommen. Da sagte der Ägypter: Ich muss vor Israel fliehen; denn Jahwe kämpft auf ihrer Seite gegen Ägypten.
Darauf sprach der Herr zu Mose: Streck deine Hand über das Meer, damit das Wasser zurückflutet und den Ägypter, seine Wagen und Reiter zudeckt.
Mose streckte seine Hand über das Meer, und gegen Morgen flutete das Meer an seinen alten Platz zurück, während die Ägypter auf der Flucht ihm entgegenliefen. So trieb der Herr die Ägypter mitten ins Meer.
Das Wasser kehrte zurück und bedeckte Wagen und Reiter, die ganze Streitmacht des Pharao, die den Israeliten ins Meer nachgezogen war. Nicht ein einziger von ihnen blieb übrig.
Die Israeliten aber waren auf trockenem Boden mitten durch das Meer gezogen, während rechts und links von ihnen das Wasser wie eine Mauer stand.
So rettete der Herr an jenem Tag Israel aus der Hand der Ägypter. Israel sah die Ägypter tot am Strand liegen.
Als Israel sah, dass der Herr mit mächtiger Hand an den Ägyptern gehandelt hatte, fürchtete das Volk den Herrn. Sie glaubten an den Herrn und an Mose, seinen Knecht.
Damals sang Mose mit den Israeliten dem Herrn dieses Lied; sie sagten: Ich singe dem Herrn ein Lied, denn er ist hoch und erhaben. Rosse und Wagen warf er ins Meer.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Buch Exodus 15,1b-2abcd.3-4.5-6.13.17-18.

Ich singe dem Herrn ein Lied,
denn er ist hoch und erhaben.
Rosse und Wagen warf er ins Meer.Meine Stärke und mein Lied ist der Herr,
er ist für mich zum Retter geworden.
Er ist mein Gott, ihn will ich preisen;
den Gott meines Vaters will ich rühmen.Der Herr ist ein Krieger,
Jahwe ist sein Name.
Pharaos Wagen und seine Streitmacht warf er ins Meer.
Seine besten Kämpfer versanken im Schilfmeer.
Fluten deckten sie zu,
sie sanken in die Tiefe wie Steine.Deine Rechte, Herr, ist herrlich an Stärke;
deine Rechte, Herr, zerschmettert den Feind.
Du lenktest in deiner Güte das Volk, das du erlöst hast,
du führtest sie machtvoll zu deiner heiligen Wohnung.Du brachtest sie hin und pflanztest sie ein
auf dem Berg deines Erbes.
Einen Ort, wo du thronst, Herr, hast du gemacht;
ein Heiligtum, Herr, haben deine Hände gegründet.
Der Herr ist König für immer und ewig.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

2. Lesung: Brief des Apostels Paulus an die Römer 6,3-11.

Brüder! Wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, sind auf seinen Tod getauft worden.
Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.
Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein.
Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht Sklaven der Sünde bleiben.
Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.
Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
Denn durch sein Sterben ist er ein für allemal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
So sollt auch ihr euch als Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Evangelium nach Matthäus 28,1-10.

Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.
Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee.
Die Wächter begannen vor Angst zu zittern und fielen wie tot zu Boden.
Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten.
Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag.
Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.
Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.
Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.
Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

?Dies ist die selige Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach und aus der Tiefe als Sieger emporstieg? (Exsultet)

Der Himmel glänzt, wenn er vom Chor der Sterne erhellt wird, und das All glänzt noch mehr, wenn sich der Morgenstern erhebt. Diese Nacht jedoch erstrahlt nun weniger durch den Glanz der Gestirne, sondern aufgrund ihres Jubels über den Sieg unseres Gottes und Erlösers. ?Habt Mut?, so sagt er, ?ich habe die Welt besiegt? (vgl. Joh 16,33). Nach diesem Sieg Gottes über den unsichtbaren Feind können auch wir sicherlich den Sieg über die Dämonen davontragen. Halten wir uns also an das Kreuz unseres Heiles, um die Erstlinge der Gnadengaben Jesu zu pflücken. Feiern wir diese heilige Nacht mit geheiligten Lichtern; lassen wir eine göttliche Musik aufsteigen und singen wir einen himmlischen Hymnus. Die ?Sonne der Gerechtigkeit? (Mal 3,20), unser Herr Jesus Christus, hat diesen Tag für die ganze Erde hell gemacht. Er ist durch das Kreuz aufgestiegen und hat die Gläubigen erlöst [...]

 

Unsere Versammlung, meine Brüder, ist eine Siegesfeier, eine Siegesfeier nämlich für den König des Weltalls, des Sohnes Gottes. Heute wurde der Teufel durch den Gekreuzigten vernichtet und die ganze Menschheit ist durch den Auferstandenen von Freude erfüllt [...] Dieser Tag jubelt auf: ?Heute habe ich den König des Himmels gesehen, mit Licht gegürtet, wie er über Blitz und gleißendes Licht, über die Sonne und die Wasser, über die Wolken aufstieg? [...] Zuerst verborgen im Schoß einer Frau, dann im Schoß der Erde, hat er zuerst die geheiligt, die gezeugt wurden, dann durch seine Auferstehung denen das Leben gegeben, die gestorben sind, denn ?Kummer und Seufzen entfliehen? (Jes 35,10) [...]

 

Heute wurde das Paradies durch den Auferstandenen geöffnet, heute wurde Adam das Leben zurückgegeben, Eva wurde getröstet, der Ruf wurde vernommen, das Königreich vorbereitet, der Mensch erlöst, Christus wird angebetet. Er hat unter seinen Füßen den Tod zertreten, diesen Tyrann zum Gefangenen gemacht, den Ort der Toten entvölkert. Er ist als Sieger wie ein König in die Himmel gestiegen, herrlich wie ein Herrscher [...], und hat zu seinem Vater gesprochen: ?Siehe, o Gott, ich und die Kinder, die du mir geschenkt hast? (vgl. Hebr 2,13). Ehre sei Ihm, jetzt und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

 

 

    

Hl. Hesychius (?-um 451), Mönch und Priester