Samstag, 20 Juni 2015 : Kommentar Hl. Rafael Arnáiz Barón

Von: Evangelizo.org
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Im Namen des heiligen Gottes greife ich heute zur Feder, damit meine Worte sich dem weißen Blatt einprägen und unaufhörlich der Ehre Gottes, des Hochgelobten, dienen. Er ist der Schöpfer meines Lebens, meiner Seele, meines Herzens. Ich wollte, es würde das ganze Universum mit seinen Planeten, allen Gestirnen und den zahllosen Sternensystemen eine riesige, glatte, glänzende Fläche bilden, auf die ich den Namen Gottes schreiben könnte. Ich wollte, meine Stimme wäre mächtiger als tausendfacher Donner, stärker als das Rauschen des Meeres, furchtbarer als das Grollen der Vulkane, und ich würde nichts anderes sagen als: Gott! Ich wollte, mein Herz wäre so groß wie der Himmel, so rein, wie das der Engel, arglos wie das der Taube (Mt 10,16), um Gott darin aufnehmen zu können! Da aber all das Große, von dem du träumst, nicht Wirklichkeit werden kann, bescheide dich mit Wenigem, Bruder Raphaël: mit dir selber, der du nichts bist; denn schon das Nichts muss dir genügen...

 

Warum soll ich schweigen, warum es verbergen? Warum soll ich die Wunder Gottes nicht in die Welt hinausschreien und überall bekanntmachen? Warum soll ich nicht den Menschen, allen, die es hören wollen, sagen: Seht ihr, was ich bin? Seht ihr, was ich gewesen bin? Seht ihr mein Elend, das sich durch den Sumpf schleppt? Es ist mir gleich, wundert euch nur. Trotz all dem ist Gott mein Besitz. Gott ist mein Freund! Gott liebt mich so sehr! Wenn die ganze Welt diese Liebe erfassen könnte, würden alle Geschöpfe aufschreien vor Verblüffung. Und da untertreibe ich noch. Gott liebt mich derart, dass selbst die Engel es nicht verstehen können (vgl. 1 Petr 1,12). Gottes Erbarmen ist groß. Mich lieben, mich! Mein Freund sein! Mein Bruder, mein Vater, mein Herr! Gott sein und ich sein, wie ich bin!

 

Ach, mein Jesus, ich habe kein Papier und keine Feder. Was soll ich da sagen! Wie soll ich nicht verrückt werden?