Sonntag, 21 Juni 2015 : Kommentar Aus einer alten griechischen Homilie

Von: Evangelizo.org
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Seine Jünger kommen zu ihm, wecken ihn auf und sagen zu ihm: „Herr, hilf uns, wir gehen unter!“ … Ihr seligen, ihr wahrhaftigen Jünger Gottes, ihr habt den Herrn, euren Erlöser, bei euch und fürchtet euch vor der Gefahr? Das Leben ist bei euch und ihr beunruhigt euch im Angesicht eures Todes? Ihr weckt den Schöpfer, der unter euch ist, aus seinem Schlaf auf, als wenn er nicht, selbst wenn er schläft, die Wellen besänftigen, den Sturm stillen könnte?

 

Was antworten darauf die geliebten Jünger? Wir sind noch schwache, kleine Kinder. Wir sind noch keine kräftigen Männer… Wir haben noch nicht das Kreuz gesehen; das Leiden des Herrn, seine Auferstehung, seine Auffahrt in die Himmel, die Herabkunft des Heiligen Geistes, des Lebensspenders, hat uns noch nicht standhaft werden lassen… Der Herr hat Recht, wenn er uns sagt: „Warum seid ihr ängstlich, ihr Kleingläubigen?“ Warum seid ihr kraftlos? Warum dieser Mangel an Vertrauen? Warum so wenig Wagemut, wenn ihr schon das Vertrauen in Person bei euch habt? Selbst wenn der Tod über euch herfallen würde, solltet ihr ihn nicht mit großem Gleichmut ertragen? Zu allem, was passieren wird, werde ich euch die nötige Kraft geben, in aller Gefahr, in jeder Prüfung – auch im Scheiden der Seele vom Körper… Wenn schon in den Gefahren meine Kraft notwenig ist, um alles mit Glauben wie ein Mensch ertragen zu können, wie nötig ist sie dann erst in den Versuchungen des Lebens, um nicht zu fallen!

 

Warum seid ihr verwirrt, ihr Kleingläubigen? Ihr wisst, dass ich auf dem Festland mächtig bin. Warum glaubt ihr dann nicht, dass ich auch auf dem Meer Macht habe? Wenn ihr in mir den wahren Gott und Schöpfer aller Dinge erkennt, warum glaubt ihr dann nicht, dass ich Macht habe über alles, was ich geschaffen habe? „Da stand er auf, befahl dem Wind und dem Meer und es trat eine große Stille ein.“