Montag der 5. Osterwoche (07.05.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
07 May 2012 07:55
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Gisela,  Hl. Helga

1. Lesung: Apostelgeschichte 14,5-18.
Psalm 115(113B),1-2.3-4.15-16.
Evangelium nach Johannes 14,21-26.
Kommentar «Der Heilige Geist wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe»

Apostelgeschichte 14,5-18.

Als die Apostel merkten, daß die Heiden und die Juden zusammen mit ihren Führern entschlossen waren, sie zu mißhandeln und zu steinigen,
flohen sie in die Städte von Lykaonien, Lystra und Derbe, und in deren Umgebung.
Dort verkündeten sie das Evangelium.
In Lystra war ein Mann, der von Geburt an gelähmt war; er saß ohne Kraft in den Füßen da und hatte nie gehen können.
Er hörte der Predigt des Paulus zu. Dieser blickte ihm fest ins Auge; und da er sah, daß der Mann darauf vertraute, gerettet zu werden,
rief er laut: Steh auf! Stell dich aufrecht auf deine Füße! Da sprang der Mann auf und ging umher.
Als die Menge sah, was Paulus getan hatte, fing sie an zu schreien und rief auf lykaonisch: Die Götter sind in Menschengestalt zu uns herabgestiegen.
Und sie nannten den Barnabas Zeus, den Paulus aber Hermes, weil er der Wortführer war.
Der Priester des Zeus vor der Stadt brachte Stiere und Kränze an die Tore und wollte zusammen mit der Volksmenge ein Opfer darbringen.
Als die Apostel Barnabas und Paulus davon hörten, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen unter das Volk und riefen:
Männer, was tut ihr? Auch wir sind nur Menschen, von gleicher Art wie ihr; wir bringen euch das Evangelium, damit ihr euch von diesen nichtigen Götzen zu dem lebendigen Gott bekehrt, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat und alles, was dazugehört.
Er ließ in den vergangenen Zeiten alle Völker ihre Wege gehen.
Und doch hat er sich nicht unbezeugt gelassen: Er tat Gutes, gab euch vom Himmel her Regen und fruchtbare Zeiten; mit Nahrung und mit Freude erfüllte er euer Herz.
Doch selbst mit diesen Worten konnten sie die Volksmenge kaum davon abbringen, ihnen zu opfern.

Psalm 115(113B),1-2.3-4.15-16.

Nicht uns, o Herr, bring zu Ehren, nicht uns, sondern deinen Namen, in deiner Huld und Treue!
Warum sollen die Völker sagen: «Wo ist denn ihr Gott?»
Unser Gott ist im Himmel; alles, was ihm gefällt, das vollbringt er.
Die Götzen der Völker sind nur Silber und Gold, ein Machwerk von Menschenhand.
Seid gesegnet vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Der Himmel ist der Himmel des Herrn, die Erde aber gab er den Menschen.

Evangelium nach Johannes 14,21-26.

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
Judas - nicht der Judas Iskariot - fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?
Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.
Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.
Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin.
Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

«Der Heilige Geist wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe»

Mit gutem Grund verspricht der Herr, dass der Geist „euch alles lehren wird“. Denn wenn der Geist nicht das Herz derer anrührt, die hören, dann ist das Wort derer, die lehren, vergeblich gesprochen. Wenn also jemand lehrt, dann soll der Belehrte das, was ihm beigebracht wird, nicht dem Mund des Lehrenden zuschreiben: wenn es niemand gibt, der uns im Inneren lehrt, dann redet die Zunge des Lehrenden ins Leere. Ihr alle hier hört in gleicher Weise meine Stimme, und doch versteht ihr nicht in gleicher Weise das, was ihr hört... Das bedeutet: die Stimme instruiert den Hörenden nicht, wenn seine Seele nicht die Salbung des Geistes empfängt. Das Wort des Predigers ist wirkungslos, wenn es unfähig ist, das Feuer der Liebe in den Herzen zu entfachen. Die Jünger, die sagten: „Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?“ (Lk 24,32), hatten das Feuer aus dem Mund der Wahrheit selbst empfangen. Wenn wir ein solches Wort vernehmen, dann gerät das Herz in Brand, es legt seine kalte Starre ab, es kennt keine Ruhe mehr und geht daran, sich nach den Gütern des Himmelreichs zu sehnen. Die wahre Liebe, von der das Herz erfüllt ist, lässt es in Tränen ausbrechen... Wie glücklich ist das Herz, wenn es diese Lehre von oben vernimmt und diese Gebote, die in uns gleichsam zu einer Fackel werden, die uns in Brand setzt... in einen Brand der Liebe im Innern. Das Wort dringt an unser Ohr, und unser gewandelter Geist verzehrt sich in sanftem inneren Feuer.

Hl. Gregor von Nazianz (330 - 390), Bischof und Kirchenlehrer