Fest der Hl. Philippus und Hl. Jakobus, Apostel (03.05.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
03 May 2012 06:14
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Philippus und Hl. Jakobus

1. Lesung: Erster Brief des Apostel Paulus an die Korinther 15,1-8.
Psalm 19(18),2-3.4-5.
Evangelium nach Johannes 14,6-14.
Kommentar «Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist»

Erster Brief des Apostel Paulus an die Korinther 15,1-8.

Ich erinnere euch, Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht.
Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen?
Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift,
und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift,
und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.
Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen.
Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln.
Als letztem von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der "Mißgeburt".

Psalm 19(18),2-3.4-5.

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.
Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund,
ohne Worte und ohne Reden, unhörbar bleibt ihre Stimme.
Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde. Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut.

Evangelium nach Johannes 14,6-14.

Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.
Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.
Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?
Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und daß der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.
Glaubt mir doch, daß ich im Vater bin und daß der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke!
Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.
Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird.
Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

«Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist»

„Ich bin der Weg.“ Warum? Weil „niemand zum Vater kommt außer durch mich“. „Ich bin die Wahrheit.“ Warum? Weil niemand den Vater erkennt außer durch mich: „Niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will“ (Mt 11,27)... „Ich bin das Leben“; denn niemand hat das Leben außer durch mich. „Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn  und habt ihn gesehen.“ Jesus sagt: „Ihr wollt zum Vater kommen? Ihr wollt den Vater erkennen? Wenn ihr mich, den ihr seht, erkannt habt, werdet ihr auch den erkennen, den ihr noch nicht seht. Schon jetzt habt ihr  ihn gesehen, aber nicht ihn selbst; ihr habt ihn in mir gesehen. Ihr habt ihn im Geist und durch den Glauben gesehen. Er spricht aus mir, denn die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Wenn ihr mich hört, seht ihr ihn; denn wenn es um geistige Wirklichkeit geht, gibt es keinen Unterschied zwischen Sehen und Hören: Wer hört, sieht, was er hört. Also seht ihr den Vater, wenn ihr ihn aus mir sprechen hört. Und schon jetzt kennt ihr ihn, weil er in euch bleibt und in euch ist.“ „Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater, das genügt uns.“ Philippus wollte den Vater nicht nur im Geiste sehen, mit den Augen des Glaubens, sondern auch mit seinen fleischlichen Augen. Auch Mose hatte gesagt: „Wenn ich deine Gnade gefunden habe, Herr, lass mich doch deine Herrlichkeit sehen.“ Und der Herr hatte geantwortet: „Kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben“ (Ex 33,18-20). Jetzt sagt Jesus zu Philippus: „Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Philippus sprach vom Sehen mit den Sinnen; Christus ruft ihn auf zum inneren Sehen; er lädt ihn ein, mit den Augen der Seele zu erkennen. „Schon so lange bin ich bei euch; schon so lange lebe ich mit euch, schon so lange offenbare ich euch meine Göttlichkeit und meine Macht durch meine Worte, Zeichen und Wunder – und du kennst mich nicht? Philippus, wer mich sieht, und zwar nicht, wie du dir es vorstellst, mit den Augen des Fleisches, sondern, wie ich es dir sage, mit den Augen seines Herzens – Philippus, der sieht den Vater.“
  

Hl. Bruno von Segni (um 1045 – 1123), Bischof