4. Sonntag in der Osterzeit (29.04.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
29 April 2012 18:58
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Katharina von Siena

1. Lesung: Apostelgeschichte 4,8-12.
Psalm 118,1.8-9.21-23.26.28cd.29.
2. Lesung: Erster Brief des Johannes 3,1-2.
Evangelium nach Johannes 10,11-18.
Kommentar «Ich bin der gute Hirt; ich kenne meine Schafe, und meine Schafe kennen mich»

Apostelgeschichte 4,8-12.

Da sagte Petrus zu ihnen, erfüllt vom Heiligen Geist: Ihr Führer des Volkes und ihr Ältesten!
Wenn wir heute wegen einer guten Tat an einem kranken Menschen darüber vernommen werden, durch wen er geheilt worden ist,
so sollt ihr alle und das ganze Volk Israel wissen: im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch.
Er (Jesus) ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist.
Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.

Psalm 118,1.8-9.21-23.26.28cd.29.

Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig.
Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Menschen zu bauen.
Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Fürsten zu bauen.
Ich danke dir, daß du mich erhört hast; du bist für mich zum Retter geworden.Der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden.
Das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder.
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Wir segnen euch, vom Haus des Herrn her.
Du bist mein Gott, dir will ich danken; mein Gott, dich will ich rühmen.Du bist mein Gott, dir will ich danken; mein Gott, dich will ich rühmen.
Dank't dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig.

2. Lesung: Erster Brief des Johannes 3,1-2.

Evangelium nach Johannes 10,11-18.

Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.
Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, läßt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht,
weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.
Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,
wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.
Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muß ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.
Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.
Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

«Ich bin der gute Hirt; ich kenne meine Schafe, und meine Schafe kennen mich»

Betrachten wir Christus, unseren Hirten... Er freut sich seiner Schafe, die in seiner Nähe sind, und macht sich auf die Suche nach denen, die sich verirren. Berge und Wälder machen ihm nicht Angst; er durchstreift Schluchten, um zum verirrten Schaf zu gelangen. Auch wenn er es in einem erbärmlichen Zustand vorfindet, gerät er nicht in Zorn. Voller Mitleid lädt er es sich auf die Schultern und ermöglicht dem ermüdeten Schaf sich zu erholen, indem er selber Mühe auf sich nimmt (Lk 15,4f). Zuerst verkündet Christus: „Ich bin der gute Hirt: die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die kranken heilen (Ez 34,16). Ich habe Scharen von kranken und erschöpften Menschen gesehen; meine Schafe, die fortgingen, dorthin, wo die Dämonen hausen; meine Herde, die von Wölfen zerrissen wurde. Ich habe es gesehen und habe nicht unbeteiligt von oben zugeschaut. Deshalb ergriff ich die vertrocknete Hand, die vom Bösen wie von einem Wolf festgehalten wurde; ich band die los, die vom Fieber ans Bett gefesselt war; ich habe den sehen gelehrt, dessen Auge vom Mutterschoß an verschlossen war; ich habe Lazarus aus dem Grab geholt, wo er schon vier Tage lang gelegen hatte (Mk 3,5; 1,31; Joh 9,11). Denn ich bin der gute Hirt; der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe“... Die Propheten kannten diesen Hirten; sie hatten lange vor seiner Passion angekündigt, was geschehen würde: „Wie ein Lamm, das man zur Schlachtbank führt und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf“ (Jes 53,7). Wie ein Lamm hat der Hirt seine Kehle hingehalten für seine Lämmer... Sein Tod war das Heilmittel gegen den Tod; er leert die Gräber durch sein Grab... Die Gräber sind schwer und das Gefängnis verschlossen, bis der gute Hirt vom Kreuz herabsteigt und seinen gefangen gehaltenen Schafen die gute Nachricht ihrer Befreiung bringt. Man sieht ihn in der Unterwelt, wo er den Befehl zur Freilassung gibt (1 Petr 3,19); und man sieht ihn, wie er von neuem seine Lämmer ruft und ihnen sagt, er rufe sie aus der Unterwelt zum Leben. „Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe.“ So hofft er, die Zuneigung seiner Lämmer zu gewinnen, und alle, die die Stimme hören können, lieben Christus.    

Hl. Basilius von Seleucia (? - um 468), Bischof