Samstag der 3. Osterwoche (28.04.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
28 April 2012 09:48
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Peter Chanel,  Hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort,  Hl. Gianna Beretta Molla

1. Lesung: Apostelgeschichte 9,31-42.
Psalm 116(115),12-13.14-15.16-17.
Evangelium nach Johannes 6,60-69.
Kommentar «Meine Worte sind Geist und Leben»

Apostelgeschichte 9,31-42.

Die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samarien hatte nun Frieden; sie wurde gefestigt und lebte in der Furcht vor dem Herrn. Und sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes.
Auf einer Reise zu den einzelnen Gemeinden kam Petrus auch zu den Heiligen in Lydda.
Dort fand er einen Mann namens Äneas, der seit acht Jahren lahm und bettlägerig war.
Petrus sagte zu ihm: Äneas, Jesus Christus heilt dich. Steh auf, und richte dir dein Bett! Sogleich stand er auf.
Und alle Bewohner von Lydda und der Scharon-Ebene sahen ihn und bekehrten sich zum Herrn.
In Joppe lebte eine Jüngerin namens Tabita, das heißt übersetzt: Gazelle. Sie tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen.
In jenen Tagen aber wurde sie krank und starb. Man wusch sie und bahrte sie im Obergemach auf.
Weil aber Lydda nahe bei Joppe liegt und die Jünger hörten, daß Petrus dort war, schickten sie zwei Männer zu ihm und ließen ihn bitten: Komm zu uns, zögere nicht!
Da stand Petrus auf und ging mit ihnen. Als er ankam, führten sie ihn in das Obergemach hinauf; alle Witwen traten zu ihm, sie weinten und zeigten ihm die Röcke und Mäntel, die Gazelle gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war.
Petrus aber schickte alle hinaus, kniete nieder und betete. Dann wandte er sich zu dem Leichnam und sagte: Tabita, steh auf! Da öffnete sie ihre Augen, sah Petrus an und setzte sich auf.
Er gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen; dann rief er die Heiligen und die Witwen und zeigte ihnen, daß sie wieder lebte.
Das wurde in ganz Joppe bekannt, und viele kamen zum Glauben an den Herrn.

Psalm 116(115),12-13.14-15.16-17.

Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat?
Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen des Herrn.
Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen offen vor seinem ganzen Volk.
Kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen.
Ach Herr, ich bin doch dein Knecht, dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd. Du hast meine Fesseln gelöst.
Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen und anrufen den Namen des Herrn.

Evangelium nach Johannes 6,60-69.

Viele seiner Jünger, die ihm zuhörten, sagten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?
Jesus erkannte, daß seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß?
Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war?
Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben.
Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wußte nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde.
Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist.
Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher.
Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen?
Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.
Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

«Meine Worte sind Geist und Leben»

„Nehmt und esst“, sagte Jesus, „das ist mein Leib für euch“ (vgl. 1 Kor 11,24). Wie ist es zu erklären, dass die Jünger bei diesen Worten nicht in Verwirrung gerieten? Weil ihnen Christus darüber schon viel Bedeutsames gesagt hatte (Joh 6)... So wollen auch wir Jesus ganz vertrauen. Selbst wenn das, was er sagt, dem, was wir sehen und verstehen, zuwider läuft – lasst uns keine Einwände erheben! Vielmehr soll sein Wort unserem Verstand und unserer Sichtweise gebieten. Das sei unsere Einstellung gegenüber den heiligen Geheimnissen: Wir nehmen nicht nur das wahr, was wir mit unseren Sinnen erfassen; vor allem ziehen wir das Wort Gottes in Erwägung. Sein Wort kann uns nicht täuschen, unsere Sinne hingegen führen uns leicht in die Irre. Sie versagen sehr häufig, das Wort Gottes aber gilt für alle Zeit. Wenn der Logos sagt: „Das ist mein Leib“, dann wollen wir ihm vertrauen, ihm glauben und diesen Leib mit den Augen des Geistes betrachten... Wie viele Leute sagen heutzutage: „Ich möchte Christus gern selbst sehen, sein Angesicht, sein Gewand, seine Schuhe“. Nun, in der Eucharistie siehst du ihn, berührst ihn, empfängst ihn! Du möchtest sein Gewand sehen; dabei schenkt er sich dir selbst, damit du ihn nicht nur sehen, sondern ihn berühren, in deinen Körper aufnehmen, ihn in deinem Herzen empfangen kannst. Dass sich ihm also niemand gleichgültig oder lässig nähere! Alle, die zu ihm kommen, müssen von glühender Liebe erfüllt sein.

Hl. Johannes Chrysostomos (ca. 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer