Donnerstag der 3. Osterwoche (26.04.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
26 April 2012 07:13
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Consuelo - Unsere Liebe Frau vom Guten Rat,  Hl. Rafael Arnáiz Barón

1. Lesung: Apostelgeschichte 8,26-40.
Psalm 66(65),8-9.16-17.20.
Evangelium nach Johannes 6,44-51.
Kommentar „So aber ist es mit dem Brot das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.“

Apostelgeschichte 8,26-40.

Ein Engel des Herrn sagte zu Philippus: Steh auf und zieh nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt. Sie führt durch eine einsame Gegend.
Und er brach auf. Nun war da ein Äthiopier, ein Kämmerer, Hofbeamter der Kandake, der Königin der Äthiopier, der ihren ganzen Schatz verwaltete. Dieser war nach Jerusalem gekommen, um Gott anzubeten,
und fuhr jetzt heimwärts. Er saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja.
Und der Geist sagte zu Philippus: Geh und folge diesem Wagen.
Philippus lief hin und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen. Da sagte er: Verstehst du auch, was du liest?
Jener antwortete: Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet? Und er bat den Philippus, einzusteigen und neben ihm Platz zu nehmen.
Der Abschnitt der Schrift, den er las, lautete: Wie ein Schaf wurde er zum Schlachten geführt; und wie ein Lamm, das verstummt, wenn man es schert, so tat er seinen Mund nicht auf.
In der Erniedrigung wurde seine Verurteilung aufgehoben. Seine Nachkommen, wer kann sie zählen? Denn sein Leben wurde von der Erde fortgenommen.
Der Kämmerer wandte sich an Philippus und sagte: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet das? Von sich selbst oder von einem anderen?
Da begann Philippus zu reden, und ausgehend von diesem Schriftwort verkündete er ihm das Evangelium von Jesus.
Als sie nun weiterzogen, kamen sie zu einer Wasserstelle. Da sagte der Kämmerer: Hier ist Wasser. Was steht meiner Taufe noch im Weg?
[]
Er ließ den Wagen halten, und beide, Philippus und der Kämmerer, stiegen in das Wasser hinab, und er taufte ihn.
Als sie aber aus dem Wasser stiegen, entführte der Geist des Herrn den Philippus. Der Kämmerer sah ihn nicht mehr, und er zog voll Freude weiter.
Den Philippus aber sah man in Aschdod wieder. Und er wanderte durch alle Städte und verkündete das Evangelium, bis er nach Cäsarea kam.

Psalm 66(65),8-9.16-17.20.

Preist unser'n Gott, ihr Völker; laßt laut sein Lob erschallen!
Er erhielt uns am Leben und ließ unseren Fuß nicht wanken.
Ihr alle, die ihr Gott fürchtet, kommt und hört; ich will euch erzählen, was er mir Gutes getan hat.
Zu ihm hatte ich mit lauter Stimme gerufen, und schon konnte mein Mund ihn preisen.Gepriesen sei Gott; denn er hat mein Gebet nicht verworfen und mir seine Huld nicht entzogen.

Evangelium nach Johannes 6,44-51.

Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen.
Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen.
Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben.
Ich bin das Brot des Lebens.
Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.
So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon ißt, wird er nicht sterben.
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt.

„So aber ist es mit dem Brot das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.“

Der gute Jesus, der sah, wie sehr seine Hilfe uns nottut, hat ein wunderbares Mittel ersonnen, durch das uns das Übermaß seiner Liebe für uns aufscheint. Deshalb also sprach er in seinem Namen und im Namen aller seiner Brüder dieses Gebet: „Unser tägliches Brot, Herr, gib uns heute.“ (vgl. Mt 6,11)... Er hat gespürt, dass er unsere Liebe wecken muss, indem er uns seine Liebe vor Augen stellt, und das nicht nur einen Tag lang, sondern tagtäglich. Deshalb hat er sich dafür entschieden, in unserer Mitte zu wohnen...
Ich kann meine Bewunderung nicht zurückhalten darüber, dass diese Bitte die einzige ist, in der er die gleichen Worte wiederholt. Denn zuerst betet er darum dass man uns dieses Brot täglich geben möge, dann fügt er hinzu: „Gib es uns heute.“ Das ist, als spräche er zu seinem Vater, dass er ihn uns nicht wegnehmen möge, wo er für uns dem Tode übergeben wurde und nunmehr uns gehört, sondern dass er ihn uns täglich zu Diensten sein lassen soll bis zum Ende der Welt... Wenn er spricht „Unser tägliches Brot“, dann meiner Meinung nach deshalb, weil wir ihn nicht nur auf Erden besitzen, sondern ihn auch im Himmel besitzen werden, wenn wir aus seiner Gegenwart zu leben verstehen... Wenn er sagt „heute“, dann scheinbar, um den einen Tag anzudeuten, das heißt die Dauer der Welt, denn die Welt besteht wirklich nur für einen Tag...
Der Sohn sprach denn auch zum ewigen Vater: „Da es nur um diesen einen Tag geht, gestatte mir, ihn in Knechtschaft zu verbringen.“ Gott-Vater hat ihn uns gegeben und ihn in diese Welt geschickt, weil er es wollte. Der Sohn seinerseits, durch seinen eigenen Willen, will uns nicht verlassen, sondern in unserer Mitte wohnen zur größeren Ehre seiner Freunde und zur Beschämung seiner Feinde. Er bringt diese neuerliche Bitte nur für heute vor; der ewige Vater hat uns dieses geheiligte Brot gegeben, und es ist für immer, ich wiederhole es, dass er uns diese Nahrung der Menschheit des Erlösers gegeben hat, unsere Stütze, unser wahres Manna. In diesem allerheiligsten Sakrament findet unsere Seele allen Wohlgeschmack und alle Tröstungen, die sie sich wünschen kann (vgl. Weish 16,20). Und wenn wir keinen Fehler begehen, können wir sicher sein, nicht Hungers zu sterben.

Hl. Teresa von Avila (1515-1582), Karmelitin, Kirchenlehrerin