Fest des Hl. Markus, Evangelist (25.04.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
25 April 2012 06:48
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Markus

1. Lesung: Erster Brief des Apostel Petrus 5,5b-14.
Psalm 89(88),2-3.6-7.16-17.
Evangelium nach Markus 16,15-20.
Kommentar «Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen»

Erster Brief des Apostel Petrus 5,5b-14.

Sodann, ihr Jüngeren: ordnet euch den Ältesten unter! Alle aber begegnet einander in Demut! Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade.
Beugt euch also in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist.
Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch.
Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann.
Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens! Wißt, daß eure Brüder in der ganzen Welt die gleichen Leiden ertragen müssen!
Der Gott aller Gnade aber, der euch in (der Gemeinschaft mit) Christus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat, wird euch, die ihr kurze Zeit leiden müßt, wiederaufrichten, stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen.
Sein ist die Macht in Ewigkeit. Amen.
Durch den Bruder Silvanus, den ich für treu halte, habe ich euch kurz geschrieben; ich habe euch ermahnt und habe bezeugt, daß dies die wahre Gnade Gottes ist, in der ihr stehen sollt.
Es grüßen euch die Mitauserwählten in Babylon und mein Sohn Markus.
Grüßt einander mit dem Kuß der Liebe! Friede sei mit euch allen, die ihr in (der Gemeinschaft mit) Christus seid.

Psalm 89(88),2-3.6-7.16-17.

Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen, bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne: Deine Huld besteht für immer und ewig; deine Treue steht fest im Himmel.
Die Himmel preisen, Herr, deine Wunder und die Gemeinde der Heiligen deine Treue.
Denn wer über den Wolken ist wie der Herr, wer von den Göttern ist dem Herrn gleich?
Wohl dem Volk, das dich als König zu feiern weiß! Herr, sie gehen im Licht deines Angesichts.
Sie freuen sich über deinen Namen zu jeder Zeit, über deine Gerechtigkeit jubeln sie.

Evangelium nach Markus 16,15-20.

Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!
Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.
Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;
wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.
Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.
Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.]

«Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen»

„Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest“ (Hebr 12,12; Jes 35,3)... Barnabas und Paulus hatten den hl. Markus auf ihre erste Missionsreise mitgenommen; er jedoch verließ sie ziemlich bald, um nach Jerusalem zurückzukehren (Apg 15,38). In der Folgezeit arbeitete er dann mit dem hl. Petrus in Rom zusammen (1 P 5,13). Dort verfasste er sein Evangelium, das im Wesentlichen aus dem besteht, was ihm der Apostel mitgeteilt hatte. Schließlich schickte ihn Petrus nach Alexandria in Ägypten, wo er eine Kirchengemeinde gründete, die eine der strengsten und kraftvollsten zur Zeit des Anfangs war... Markus, der die Sache des Evangeliums angesichts der ersten auftretenden Gefahren im Stich gelassen hatte, erwies sich so später... als ein sehr energischer und treuer Diener Gottes...; das Werkzeug dieser Veränderung scheint der hl. Petrus gewesen zu sein, der es auf erstaunliche Weise verstand, den zaghaften, feigen Jünger wieder aufzubauen. Aus dieser Geschichte können wir eine Lehre ziehen: durch Gottes Gnade kann der Schwächste stark werden. Wir dürfen also unser Vertrauen nicht in uns selber setzen, niemals einen Bruder verachten, der Schwäche zeigt, niemals an ihm verzweifeln; vielmehr sollen wir seine Last tragen (Gal 6,2) und ihm weiterhelfen... Die Geschichte des Mose bietet uns das Beispiel eines stolzen, ungestümen Temperaments, das der Geist Gottes derart gezügelt hat, dass aus Mose ein außergewöhnlich sanfter Mensch wurde...: „demütiger als alle Menschen auf der Erde“ (Num 12,3)... Im Lebenslauf des Markus vollzieht sich eine Veränderung, die noch seltener ist: der Wandel von Schüchternheit zu Kühnheit... Bei Markus ist also eine noch erstaunlichere Umformung eingetreten als bei Mose: „Dank dem Glauben sind sie stark geworden, als sie schwach waren“ (vgl. Hebr 11,34).  

Sel. John Henry Newman (1801-1890), Theologe und Kardinal, Gründer eines Oratoriums in England