Montag der 2. Osterwoche (16.04.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
16 April 2012 07:10
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Benedikt Josef Labre,  Hl. Bernadette Soubirous

1. Lesung: Apostelgeschichte 4,23-31.
Psalm 2,1-3.4-6.7-9.
Evangelium nach Johannes 3,1-8.
Kommentar «Was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist»

Apostelgeschichte 4,23-31.

Nach ihrer Freilassung gingen sie zu den Ihren und berichteten alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten.
Als sie das hörten, erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herr, du hast den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was dazugehört;
du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt: Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne?
Die Könige der Erde stehen auf, und die Herrscher haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten.
Wahrhaftig, verbündet haben sich in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels,
um alles auszuführen, was deine Hand und dein Wille im voraus bestimmt haben.
Doch jetzt, Herr, sieh auf ihre Drohungen und gib deinen Knechten die Kraft, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden.
Streck deine Hand aus, damit Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.
Als sie gebetet hatten, bebte der Ort, an dem sie versammelt waren, und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes.

Psalm 2,1-3.4-6.7-9.

Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne?
Die Könige der Erde stehen auf, die Großen haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten.
«Laßt uns ihre Fesseln zerreißen und von uns werfen ihre Stricke!»Doch er, der im Himmel thront, lacht, der Herr verspottet sie.
Dann aber spricht er zu ihnen im Zorn, in seinem Grimm wird er sie erschrecken:
«Ich selber habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg.»Den Beschluß des Herrn will ich kundtun. Er sprach zu mir: «Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt.
Ford're von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum.
Du wirst sie zerschlagen mit eiserner Keule, wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern.»

Evangelium nach Johannes 3,1-8.

Es war ein Pharisäer namens Nikodemus, ein führender Mann unter den Juden.
Der suchte Jesus bei Nacht auf und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist.
Jesus antwortete ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.
Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden.
Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.
Wundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müßt von neuem geboren werden.
Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.

«Was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist»

Der hl. Johannes sagt: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen“. Um in diesem Leben ganz aus dem Heiligen Geist wiedergeboren zu werden, muss die eigene Seele durch ihre Reinheit Gott sehr ähnlich sein und darf keine Beimischung von Unvollkommenheit mehr aufweisen. So kann sich die reine Verwandlung der Seele in Gott vollziehen. Durch ihre Vereinigung mit Gott hat sie teil an seinem Wesen, obwohl diese Vereinigung nicht darin besteht, dass beider Wesensarten eins werden. Um dies zu verdeutlichen, greifen wie zu einem Vergleich. Ein Sonnenstrahl fällt auf eine Glasscheibe. Ist die Scheibe durch einen Flecken oder eine Wolke getrübt, kann der Strahl sie nicht vollständig treffen und  ganz in sein Licht tauchen, wie er es könnte, wenn sie ganz klar und frei von Flecken wäre... Es ist aber nicht die Schuld des Strahls, sondern die der Scheibe. Wenn sie ganz rein und frei von Flecken wäre, würde der Strahl sie so erhellen und verwandeln, dass es schiene, als sei sie selbst der Strahl und bewirke dieselbe Helligkeit wie dieser. Es bleibt aber dabei, dass die Scheibe trotz ihrer Vergleichbarkeit mit dem Strahl ihre Eigentümlichkeit bewahrt. Und doch können wir sagen, dass die Scheibe durch ihr Mitwirken selber Lichtquelle geworden ist. So ist es auch mit der Seele. Durch sie strömt ständig das Licht des Wesens Gottes, oder besser: dieses Licht wohnt wesenhaft in ihr. Sobald die Seele sich bereit erklärt, sich der vom Geschöpflichen verursachten Schleier und Flecken zu entledigen, oder anders: sobald sie ihren Willen vollkommen mit dem Willen Gottes vereint hat – denn Gott lieben heißt, sich für Gott von allem frei zu machen, was nicht Gott ist – wird sie in Gott erleuchtet und in ihn hineinverwandelt.      

Hl. Johannes vom Kreuz (1542 - 1591), Karmelit, Kirchenlehrer