Donnerstag der Osteroktav (12.04.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
12 April 2012 05:55
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Josef (Giuseppe) Moscati,  Hl. Julius I.,  Hl. Zeno

1. Lesung: Apostelgeschichte 3,11-26.
Psalm 8,2a.5.6-7.8-9.
Evangelium nach Lukas 24,35-48.
Kommentar «Fasst mich an, begreift»

Apostelgeschichte 3,11-26.

Da er sich Petrus und Johannes anschloß, lief das ganze Volk bei ihnen in der sogenannten Halle Salomos zusammen, außer sich vor Staunen.
Als Petrus das sah, wandte er sich an das Volk: Israeliten, was wundert ihr euch darüber? Was starrt ihr uns an, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, daß dieser gehen kann?
Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen.
Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert.
Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen.
Und weil er an seinen Namen geglaubt hat, hat dieser Name den Mann hier, den ihr seht und kennt, zu Kräften gebracht; der Glaube, der durch ihn kommt, hat ihm vor euer aller Augen die volle Gesundheit geschenkt.
Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt, ebenso wie eure Führer.
Gott aber hat auf diese Weise erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten im voraus verkündigt hat: daß sein Messias leiden werde.
Also kehrt um, und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden
und der Herr Zeiten des Aufatmens kommen läßt und Jesus sendet als den für euch bestimmten Messias.
Ihn muß freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung von allem, die Gott von jeher durch den Mund seiner heiligen Propheten verkündet hat.
Mose hat gesagt: Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken. Auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch sagt.
Jeder, der auf jenen Propheten nicht hört, wird aus dem Volk ausgemerzt werden.
Und auch alle Propheten von Samuel an und alle, die später auftraten, haben diese Tage angekündigt.
Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, den Gott mit euren Vätern geschlossen hat, als er zu Abraham sagte: Durch deinen Nachkommen sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.
Für euch zuerst hat Gott seinen Knecht erweckt und gesandt, damit er euch segnet und jeden von seiner Bosheit abbringt.

Psalm 8,2a.5.6-7.8-9.

Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde; über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.
Was ist der Mensch, daß du an ihn denkst, des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst?
Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände, hast ihm alles zu Füßen gelegt:
All die Schafe, Ziegen und Rinder und auch die wilden Tiere,
die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.

Evangelium nach Lukas 24,35-48.

Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.
Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.
Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum laßt ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?
Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Faßt mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.
Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?
Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch;
er nahm es und aß es vor ihren Augen.
Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muß in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist.
Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.
Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen,
und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.
Ihr seid Zeugen dafür.

«Fasst mich an, begreift»

Als der Herr nach seiner Auferstehung bei verschlossenen Türen (Joh 20,19) in die Mitte der Jünger trat, glaubten sie nicht, dass er seinen wirklichen Leib wiedererlangt hatte. Vielmehr nahmen sie an, dass allein seine Seele in einer körperlich wahrnehmbaren Gestalt wiedergekommen sein, vergleichbar den Bildern, die Träumenden im Schlaf erscheinen. „Sie glaubten, einen Geist zu sehen“...
„Was seid ihr so bestürzt, warum lasst ihr in euren Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an.“ Seht an: das bedeutet: Schaut genau hin. Warum? Weil das, was ihr seht, kein Traumgesicht ist. Schaut meine Hände und Füße an, wenn ihr schon mit euren erschöpften Augen mein Gesicht noch nicht anschauen könnt; schaut die Wunden an meinem Leib an, wenn ihr noch nicht die Werke Gottes sehen könnt. Betrachtet die Wundmale, die mir meine Feinde zugefügt haben, wenn ihr die Offenbarungen Gottes noch nicht wahrnehmen könnt. Fasst mich an, damit euch eure Hände den Beweis liefern, wenn eure Augen derart verblendet sind... Fühlt die Löcher in meinen Händen, fasst in meine Seite, öffnet meine Wunden; denn ich kann meinen Jüngern um des Glaubens willen nicht verweigern, was ich meinen Feinden in meiner Todespein nicht verweigert habe. Fasst mich nur an, prüft mich bis auf die Knochen, damit ihr sicher seid, dass es wirklich Fleisch ist, und damit die noch offenen Wunden bezeugen können, dass ich es wirklich bin... Warum glaubt ihr nicht, dass ich auferstanden bin, wo ich doch wiederholt vor euren Augen Tote auferweckt habe?... Als ich am Kreuz hing, hat man mich mit den Worten beleidigt: „Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Er soll vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben“ (Mt 27,46). Was ist schwieriger: die Nägel zu entfernen und vom Kreuz herabsteigen oder auf den Tod den Fuß zu setzen und aus der Unterwelt zurückkommen? Ich habe mich selbst errettet; ich habe die Ketten der Unterwelt gesprengt und bin wieder heraufgekommen auf die Welt.

Hl. Petrus Chrysologus (um 406-450), Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer