Mittwoch der Osteroktav (11.04.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
11 April 2012 07:28
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Stanislaus

1. Lesung: Apostelgeschichte 3,1-10.
Psalm 105(104),1-2.3-4.6-7.8-9.
Evangelium nach Lukas 24,13-35.
Kommentar «Da gingen ihnen die Augen auf»

Apostelgeschichte 3,1-10.

Petrus und Johannes gingen um die neunte Stunde zum Gebet in den Tempel hinauf.
Da wurde ein Mann herbeigetragen, der von Geburt an gelähmt war. Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels, das man die Schöne Pforte nennt; dort sollte er bei denen, die in den Tempel gingen, um Almosen betteln.
Als er nun Petrus und Johannes in den Tempel gehen sah, bat er sie um ein Almosen.
Petrus und Johannes blickten ihn an, und Petrus sagte: Sieh uns an!
Da wandte er sich ihnen zu und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen.
Petrus aber sagte: Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, geh umher!
Und er faßte ihn an der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke;
er sprang auf, konnte stehen und ging umher. Dann ging er mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott.
Alle Leute sahen ihn umhergehen und Gott loben.
Sie erkannten ihn als den, der gewöhnlich an der Schönen Pforte des Tempels saß und bettelte. Und sie waren voll Verwunderung und Staunen über das, was mit ihm geschehen war.

Psalm 105(104),1-2.3-4.6-7.8-9.

Dankt dem Herrn! Ruft seinen Namen an! Macht unter den Völkern seine Taten bekannt!
Singt ihm und spielt ihm, sinnt nach über all seine Wunder!
Rühmt euch seines heiligen Namens! Alle, die den Herrn suchen, sollen sich von Herzen freuen.
Fragt nach dem Herrn und seiner Macht; sucht sein Antlitz allezeit!Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham, ihr Kinder Jakobs, die er erwählt hat.
Er, der Herr, ist unser Gott. Seine Herrschaft umgreift die Erde.
Ewig denkt er an seinen Bund, an das Wort, das er gegeben hat für tausend Geschlechter,
an den Bund, den er mit Abraham geschlossen, an den Eid, den er Isaak geschworen hat.

Evangelium nach Lukas 24,13-35.

Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.
Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen.
Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so daß sie ihn nicht erkannten.
Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen,
und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, daß du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?
Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk.
Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.
Wir aber hatten gehofft, daß er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.
Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab,
fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe.
Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.
Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben.
Mußte nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?
Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen,
aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.
Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen.
Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr.
Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloß?
Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt.
Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.
Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

«Da gingen ihnen die Augen auf»

In den Tagen zwischen der Auferstehung des Herrn und seiner Himmelfahrt hat sich vieles ereignet. Große Geheimnisse haben ihre Bestätigung gefunden, große Wahrheiten kamen ans Licht. Damals wurde die Angst vor einem bitteren Tod von uns genommen und die Unsterblichkeit offenbart, nicht nur die der Seele sondern auch die des Fleisches... An einem dieser Tage gesellt sich der Herr zu zwei Jüngern, die unterwegs sind, und, um in uns jeden Zweifel zu zerstreuen, wirft er diesen verängstigten Männern vor, sie seien begriffsstutzig. Die Herzen, die er erhellt, erfahren, dass sich in ihnen die Flamme des Glaubens entzündet; sie waren lau, und nun, da der Herr ihnen den Sinn der Schrift erschließt, beginnen sie zu brennen. Beim Brechen des Brotes öffnen sich die Augen derer, die mit ihm am Tisch saßen. Sie erkennen, dass ihre menschliche Natur verherrlicht ist, und empfinden eine Beglückung, die weit stärker ist als die ihrer Urahnen, bevor denen über der Schande ihres Ungehorsams die Augen aufgingen (Gen 3,7). Zur Zeit dieser und noch weiterer Wunder ist der Herr den Jüngern erschienen. Da sie ängstlich und besorgt waren, sagte er zu ihnen: „Der Friede sei mit euch“ (Lk 24,36; Joh 20,26). Um sie nicht bei ihren Gedanken, die sie verunsicherten, zu belassen,... zeigte er ihren unschlüssigen Augen die Spuren der Kreuzigung an seinen Händen und Füßen... So sollten sie mit großer Sicherheit und ohne Glaubenszweifel daran festhalten, dass der Leib, der auf dem Thron Gottes des Vaters sitzen würde, eben der war, der im Grab gelegen hatte. Worauf hat die Güte Gottes während der ganzen Zeit zwischen Auferstehung und Himmelfahrt hingewiesen, und was hat sie den Augen und Herzen seiner Freunde gezeigt? Dass der Herr Jesus Christus wirklich geboren worden ist, wirklich gelitten hat, wirklich gestorben und wirklich auferstanden ist.      

Hl. Leo der Große (? - um 461), Papst und Kirchenlehrer