Gründonnerstag (05.04.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
05 April 2012 08:25
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Vinzenz Ferrer,  Hl. Maria Kreszentia Höß von Kaufbeuren

1. Lesung: Buch Exodus 12,1-8.11-14.
Psalm 116(115),12-13.15-16bc.17-18.
2. Lesung: Erster Brief des Apostel Paulus an die Korinther 11,23-26.
Evangelium nach Johannes 13,1-15.
Kommentar «Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr handelt, wie ich an euch gehandelt habe»

Buch Exodus 12,1-8.11-14.

Der Herr sprach zu Mose und Aaron in Ägypten:
Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der erste unter den Monaten des Jahres gelten.
Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus.
Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Anzahl der Personen. Bei der Aufteilung des Lammes müßt ihr berücksichtigen, wieviel der einzelne essen kann.
Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein, das Junge eines Schafes oder einer Ziege müßt ihr nehmen.
Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. Gegen Abend soll die ganze versammelte Gemeinde Israel die Lämmer schlachten.
Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man das Lamm essen will.
Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen.
So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füßen, den Stab in der Hand. Eßt es hastig! Es ist die Paschafeier für den Herrn.
In dieser Nacht gehe ich durch Ägypten und erschlage in Ägypten jeden Erstgeborenen bei Mensch und Vieh. Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht, ich, der Herr.
Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll ein Zeichen zu eurem Schutz sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen, und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen, wenn ich in Ägypten dreinschlage.
Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest zur Ehre des Herrn! Für die kommenden Generationen macht euch diese Feier zur festen Regel!

Psalm 116(115),12-13.15-16bc.17-18.

Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat?
Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen des Herrn.
Kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen.
Ach Herr, ich bin doch dein Knecht, dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd. Du hast meine Fesseln gelöst.
Ach Herr, ich bin doch dein Knecht, dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd. Du hast meine Fesseln gelöst.
Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen und anrufen den Namen des Herrn.Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen offen vor seinem ganzen Volk,

2. Lesung: Erster Brief des Apostel Paulus an die Korinther 11,23-26.

Evangelium nach Johannes 13,1-15.

Es war vor dem Paschafest. Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.
Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern.
Jesus, der wußte, daß ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und daß er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte,
stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch.
Dann goß er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.
Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen?
Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.
Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.
Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.
Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle.
Er wußte nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe?
Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es.
Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müßt auch ihr einander die Füße waschen.
Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

«Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr handelt, wie ich an euch gehandelt habe»

„Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen“ (Lk 22,15). Wenn ihr mich fragen würdet, wie ich selber mit euch Ostern feiern möchte, würde ich euch zur Antwort geben: Es gibt kein anderes Ostern als das des geopferten Lammes, das Ostern, das er aus sich selbst gemacht hat, als er sich seinen zwölf Aposteln zum Geschenk machte. Du sanftes Osterlamm, durch das Liebesfeuer Gottes auf dem allerheiligsten Kreuze zubereitet! Göttliche Nahrung, Freudenquell, Quelle des Jubels und des Trostes! Es fehlt nichts, weil du für deine Diener dich selbst zur Tafel, zur Nahrung und zum Bediensteten gemacht hast... Der Logos, der eingeborene Sohn Gottes, hat sich an uns in einem so großen Liebesbrand verschenkt. Wer bereitet uns heute dieses Ostern? Es ist der Heilige Geist, der uns bedient. In seiner grenzenlosen Liebe zu uns, hat er sich nicht damit begnügt, andere in unsern Dienst zu stellen: er selber will unser Diener sein. An seinem Tisch will meine Seele sein... um das Paschamahl zu essen und dann zu sterben... Seid dessen eingedenk, dass es gut ist, zugleich nackt und bekleidet an diesem Tisch zu erscheinen: frei von aller Eigenliebe, unempfänglich für die Reize dieser Welt, bar aller Gleichgültigkeit und Trauer... – Eine falsche Trauer lässt nämlich die Seele austrocknen – und wir müssen uns um diese Liebesglut bemühen, wie Christus sie hat. Wenn die Seele ihren Schöpfer betrachtet und die grenzenlose Güte in ihm wahrnimmt, kann sie nicht anders als ihn lieben... Sogleich liebt sie auch das, was Gott liebt und verabscheut, was ihm missfällt, denn aus Liebe hat er sich selbst entäußert... Weil es ihn so sehr nach unserem Heil und der Ehre seines Vaters verlangt, hat Christus sich gedemütigt, einen schändlichen Tod am Kreuz auf sich genommen: in unbändiger Liebe, trunken, vernarrt in uns. Das ist das Paschamahl, so wie ich es feiern will.

Hl. Katharina von Siena (1347 - 1380), Dominikanerterziarin, Kirchenlehrerin und Mitpatronin Europas