Mittwoch der Karwoche (04.04.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
04 April 2012 07:18
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Isidor

1. Lesung: Buch Jesaja 50,4-9a.
Psalm 69(68),8-10.21bcd-22.31.33-34.
Evangelium nach Matthäus 26,14-25.
Kommentar „... scheidet das Gute vom Bösen, die Gerechtigkeit von der Ungerechtigkeit“

Buch Jesaja 50,4-9a.

Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.
Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.
Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.
Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.
Er, der mich freispricht, ist nahe. Wer wagt es, mit mir zu streiten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit? Er trete zu mir heran.
Seht her, Gott, der Herr, wird mir helfen. Wer kann mich für schuldig erklären? Seht: Sie alle zerfallen wie ein Gewand, das die Motten zerfressen.

Psalm 69(68),8-10.21bcd-22.31.33-34.

Denn deinetwegen erleide ich Schmach, und Schande bedeckt mein Gesicht.
Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern, den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.
Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt; die Schmähungen derer, die dich schmähen, haben mich getroffen.
Die Schande bricht mir das Herz, ganz krank bin ich vor Schmach; umsonst habe ich auf Mitleid gewartet, auf einen Tröster, doch ich habe keinen gefunden.Die Schande bricht mir das Herz, ganz krank bin ich vor Schmach; umsonst habe ich auf Mitleid gewartet, auf einen Tröster, doch ich habe keinen gefunden.
Die Schande bricht mir das Herz, ganz krank bin ich vor Schmach; umsonst habe ich auf Mitleid gewartet, auf einen Tröster, doch ich habe keinen gefunden.
Sie gaben mir Gift zu essen, für den Durst reichten sie mir Essig.
Ich will den Namen Gottes rühmen im Lied, in meinem Danklied ihn preisen.Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch; ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!
Denn der Herr hört auf die Armen, er verachtet die Gefangenen nicht.

Evangelium nach Matthäus 26,14-25.

Darauf ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern
und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke.
Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern.
Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?
Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern.
Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.
Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch.
Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern.
Da waren sie sehr betroffen, und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr?
Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten.
Der Menschensohn muß zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.
Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es.

„... scheidet das Gute vom Bösen, die Gerechtigkeit von der Ungerechtigkeit“

„Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel“ (Joh 6,70). Der Herr sollte doch sagen: „Ich habe aus ihnen elf erwählt“. Hat er denn einen Teufel erwählt, ein Teufel soll unter den Erwählten sein? ... Sollen wir annehmen, dass der Erlöser, indem er den Judas erwählte, gegen seinen Willen, ohne dass er es wusste, durch ihn ein so großes und gutes Werk erfüllt wissen wollte? Das ist es, was Gott eigen ist...: Die schlechten und bösen Werke dem Guten dienstbar zu machen... Der Böse macht alle guten Werke Gottes dem Bösen dienstbar, der gute Mensch jedoch macht die Missetaten der Bösen dem Guten dienstbar. Und wer ist so gut wie der einzige Gott? Der Herr sagt selbst: „Niemand ist gut außer Gott allein“ (Mk 10,18)...
Wer ist schlechter als Judas? Aus den Jüngern des Meisters, aus den Zwölfen, ist er es, der ausgewählt wurde, um die Kasse zu verwalten und sich um die Armen zu sorgen (vgl. Joh 13,19). Doch nach einer solch guten Tat ist er es, der auf Geld aus ist, um den auszuliefern, der das Leben ist (Mt 26,15); er hat den als Feind verfolgt, dem er als Jünger gefolgt war... Doch der Herr hat ein so großes Verbrechen zum Guten gewendet. Er hat es auf sich genommen, verraten zu werden, um uns loszukaufen: und so wurde das Verbrechen des Judas zum Guten gewendet.
Wieviele Märtyrer hat der Satan verfolgt? Doch hätte er es nicht getan, so würden wir heute nicht ihren Triumph feiern... Der Böse kann sich nicht der Güte Gottes entgegenstellen. Er kann sich wohl als Künstler der Bosheit ausgeben, doch der höchste Künstler würde die Existenz des Bösen nicht zulassen, wenn er sich seiner nicht bedienen könnte, um alles zum Guten zu wenden.

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer