Montag der Karwoche (02.04.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
02 April 2012 16:27
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Franz von Paola,  Todestag von Papst Johannes Paul II. (2005)

1. Lesung: Buch Jesaja 42,1-7.
Psalm 27,1.2.3.13-14.
Evangelium nach Johannes 12,1-11.
Kommentar «Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt»

Buch Jesaja 42,1-7.

Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht und läßt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.
Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln.
So spricht Gott, der Herr, der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der den Menschen auf der Erde den Atem verleiht und allen, die auf ihr leben, den Geist:
Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein:
blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

Psalm 27,1.2.3.13-14.

[Von David.] Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?
Dringen Frevler auf mich ein, um mich zu verschlingen, meine Bedränger und Feinde, sie müssen straucheln und fallen.
Mag ein Heer mich belagern: Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: Ich bleibe dennoch voll Zuversicht.
Ich aber bin gewiß, zu schauen die Güte des Herrn im Land der Lebenden.Hoffe auf den Herrn, und sei stark! Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!

Evangelium nach Johannes 12,1-11.

Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den er von den Toten auferweckt hatte.
Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente, und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren.
Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.
Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet, sagte:
Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben?
Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte.
Jesus erwiderte: Laß sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue.
Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch.
Viele Juden hatten erfahren, daß Jesus dort war, und sie kamen, jedoch nicht nur um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte.
Die Hohenpriester aber beschlossen, auch Lazarus zu töten,
weil viele Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.

«Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt»

Die Braut des Hohenliedes sagt: „Meine Narde gibt ihren Duft“ (1,12)...; man kann aber auch lesen: „seinen Duft“... Die Braut hat sich dem Geliebten genaht und ihn mit ihren Salben gesalbt. Und es ist erstaunlicherweise so, als hätte das Nardenöl vorher, als es die Braut in Händen hielt, nicht geduftet, sondern seinen Duft erst auf dem Leib des Geliebten verströmt. So scheint es, als habe nicht der Geliebte den Duft des Salböls angenommen, sondern das Nardenöl den Duft des Geliebten. Stellen wir uns jetzt die Braut Kirche in der Person der Maria vor. Es heißt, dass sie ein Pfund teures Nardenöl bei sich hat, mit dem sie die Füße Jesu salbt und sie mit ihren Haaren trocknet. So prägt sich ihr, über ihr Haar, ein Duft ein, der von der Art und Stärke ist, wie ihn der Leib Christi verströmt... Es überträgt sich auf ihr Haupt ein erlesener Duft, der weniger vom Nardenöl als vielmehr von Christus ausgeht. Und sie spricht (mit der Braut): „Mein über den Leib Christi ausgegossenes Nardenöl hat mir den Duft Christi eingebracht“... „Und das ganze Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.“ Das ist ein sicherer Hinweis, dass der Duft der Lehre, die von Christus ausgeht, und der Wohlgeruch des Heiligen Geistes das ganze Weltenhaus oder das Haus der ganzen Kirche erfüllt hat. Davon wurde zumindest das ganze Haus einer Seele erfüllt, die ihren Glauben wie reines Nardenöl Christus zum Geschenk gemacht hat und dafür die Gnade des Heiligen Geistes und den köstlichen Duft der geistlichen Unterweisung erhalten hat... So kann auch sie sagen: „Wir sind Christi Wohlgeruch“ (2 Kor 2,15). Weil nun dieses Nardenöl getränkt war mit Glauben und verdienstvoller Liebe, deshalb legt Christus für sie dieses Zeugnis ab: „Sie hat ein gutes Werk an mir getan“ (Mk 14,6).      

Origenes (um 185 - 253), Priester und Theologe