Mittwoch der 5. Fastenwoche (28.03.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
28 March 2012 07:14
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Gundelind,  Hl. Guntram

1. Lesung: Buch Daniel 3,14-20.91-92.95.
Buch Daniel 3,52.53.54.55.56.
Evangelium nach Johannes 8,31-42.
Kommentar Handeln wie Abraham

Buch Daniel 3,14-20.91-92.95.

Nebukadnezzar sagte zu ihnen: Ist es wahr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego: Ihr verehrt meine Götter nicht und betet das goldene Standbild nicht an, das ich errichtet habe?
Nun, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang der Hörner, Pfeifen und Zithern, der Harfen, Lauten und Sackpfeifen und aller anderen Instrumente hört, sofort niederzufallen und das Standbild anzubeten, das ich habe machen lassen, ist es gut; betet ihr es aber nicht an, dann werdet ihr noch zur selben Stunde in den glühenden Feuerofen geworfen. Welcher Gott kann euch dann aus meiner Gewalt erretten?
Schadrach, Meschach und Abed-Nego erwiderten dem König Nebukadnezzar: Wir haben es nicht nötig, dir darauf zu antworten:
Wenn überhaupt jemand, so kann nur unser Gott, den wir verehren, uns erretten; auch aus dem glühenden Feuerofen und aus deiner Hand, König, kann er uns retten.
Tut er es aber nicht, so sollst du, König, wissen: Auch dann verehren wir deine Götter nicht und beten das goldene Standbild nicht an, das du errichtet hast.
Da wurde Nebukadnezzar wütend; sein Gesicht verzerrte sich vor Zorn über Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Er ließ den Ofen siebenmal stärker heizen, als man ihn gewöhnlich heizte.
Dann befahl er, einige der stärksten Männer aus seinem Heer sollten Schadrach, Meschach und Abed-Nego fesseln und in den glühenden Feuerofen werfen.
Da erschrak der König Nebukadnezzar; er sprang auf und fragte seine Räte: Haben wir nicht drei Männer gefesselt ins Feuer geworfen? Sie gaben dem König zur Antwort: Gewiss, König!
Er erwiderte: Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen. Sie sind unversehrt und der vierte sieht aus wie ein Göttersohn.
Da rief Nebukadnezzar aus: Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos. Denn er hat seinen Engel gesandt und seine Diener gerettet. Im Vertrauen auf ihn haben sie lieber den Befehl des Königs missachtet und ihr Leben dahingegeben, als dass sie irgendeinen anderen als ihren eigenen Gott verehrten und anbeteten.

Buch Daniel 3,52.53.54.55.56.

Gepriesen bist du, Herr, du Gott unserer Väter, gelobt und gerühmt in Ewigkeit. Gepriesen ist dein heiliger, herrlicher Name, hoch gelobt und verherrlicht in Ewigkeit.
Gepriesen bist du im Tempel deiner heiligen Herrlichkeit, hoch gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.
Gepriesen bist du, der in die Tiefen schaut und auf Kerubim thront, gelobt und gerühmt in Ewigkeit.
Gepriesen bist du auf dem Thron deiner Herrschaft, hoch gerühmt und gefeiert in Ewigkeit. Gepriesen bist du am Gewölbe des Himmels, gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

Evangelium nach Johannes 8,31-42.

Da sagte er zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger.
Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien.
Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden?
Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde.
Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus.
Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei.
Ich weiß, daß ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet.
Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.
Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham.
Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt.
Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott.
Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

Handeln wie Abraham

Bei Mamre nähern sich Abraham drei Männer und bleiben vor ihm stehen (Gen 18). Haltet euch die Szene vor Augen: Er sah die drei über sich, nicht vor sich. Die Tatsache, dass Gott über ihm war, bringt zum Ausdruck, dass Abraham sich dem Willen Gottes unterworfen hatte. Sie standen nicht... vor ihm, um ihn zurückzustoßen, sondern über ihm, um ihn zu beschützen. Abraham nimmt die drei Männer gastlich auf. Er bietet ihnen Brot an, aus drei Sea feinem Mehl zubereitet. Kann man das, liebe Brüder, anders erklären als damit, dass er das Geheimnis der Dreifaltigkeit erkannte? Er lässt auch ein Kalb auftragen, Fleisch, das nicht hart ist sondern „zart und prächtig“. Wenn es so köstlich, so zart ist, kann es sich nur um den handeln, der sich für uns bis in den Tod erniedrigt hat: Christus. Er ist dieses Mastkalb, das der Vater opfert, um die Heimkehr des verlorenen Sohnes zu feiern (vgl. Lk 15,23), „denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“ (Joh 3,16). Abraham begegnet also drei Männern, aber der, dem er Verehrung entgegenbringt, ist einer... Wie gesagt, daran ist das Geheimnis der Dreifaltigkeit zu erkennen. Wenn Abraham seine Verehrung so erwies, als handelte es sich um eine einzige Person, dann deshalb, weil er wusste, dass Gott in drei Personen einer ist. Er wendet sich an eine Person, wenn er sagt: „Geh doch an deinem Knecht nicht vorbei“ (Gen 18.3). Man könnte aber auch glauben, er spreche mehrere Personen an, wenn er sagt: „Man wird etwas Wasser holen, dann könnt ihr euch die Füße waschen“ (Gen 18.4). Der selige Abraham möge euch, Brüder, als Beispiel dafür dienen, dass man Gäste liebenswürdig aufnimmt und ihnen voll Demut und Respekt die Füße wäscht... Lasst euch diese Worte gesagt sein, Brüder; denn ihr wollt euch nicht gastfreundlich erweisen und behandelt euren Gast wie einen Feind. Wegen seiner Gastfreundschaft hat Abraham es verdient, in diesen drei Männern Gott selber aufzunehmen. Auch Christus bestätigt diese Haltung, wenn er im Evangelium sagt: „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35). Seid also nicht gleichgültig Leuten gegenüber, die unterwegs sind; es könnte ja Gott selber sein, den ihr nicht aufnehmen wollt.      

Hl. Cäsarius von Arles (470 - 543), Mönch und Bischof