Dienstag der 5. Fastenwoche (27.03.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
27 March 2012 06:55
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Ensfrid,  Hl. Frowin,  Hl. Haimo

1. Lesung: Buch Numeri 21,4-9.
Psalm 102(101),2-3.16-18.19-21.
Evangelium nach Johannes 8,21-30.
Kommentar «Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr es erkennen, dass ich es bin»

Buch Numeri 21,4-9.

Die Israeliten brachen vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das Volk den Mut,
es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig.
Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen, und viele Israeliten starben.
Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, daß er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk.
Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.
Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.

Psalm 102(101),2-3.16-18.19-21.

Herr, höre mein Gebet! Mein Schreien dringe zu dir.
Verbirg dein Antlitz nicht vor mir! Wenn ich in Not bin, wende dein Ohr mir zu! Wenn ich dich anrufe, erhöre mich bald!
Dann fürchten die Völker den Namen des Herrn und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.
Denn der Herr baut Zion wieder auf und erscheint in all seiner Herrlichkeit.Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu, ihre Bitten verschmäht er nicht.
Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht, damit das Volk, das noch erschaffen wird, den Herrn lobpreise.
Denn der Herr schaut herab aus heiliger Höhe, vom Himmel blickt er auf die Erde nieder;
er will auf das Seufzen der Gefangenen hören und alle befreien, die dem Tod geweiht sind,

Evangelium nach Johannes 8,21-30.

Ein andermal sagte Jesus zu ihnen: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.
Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen?
Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt.
Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, daß ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.
Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch?
Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt.
Sie verstanden nicht, daß er damit den Vater meinte.
Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, daß Ich es bin. Ihr werdet erkennen, daß ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat.
Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt.
Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

«Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr es erkennen, dass ich es bin»

Christus, unser Herr, ist ans Kreuz geschlagen worden, damit er das Menschengeschlecht aus dem Schiffbruch dieser Welt rette. Im Alten Testament hatte Mose inmitten Sterbender an einer Fahnenstange eine Schlange aus Kupfer aufgehängt und dem Volk eingeschärft, beim Anblick dieses Zeichens auf Heilung zu hoffen (Num 21,6f). Das wurde zu einem so wirkmächtigen Heilmittel gegen Schlangenbiss, dass der Gebissene, der sich der Schlange auf dem Kreuz zuwandte und zu hoffen begann, sogleich seine Gesundheit wiedererlangte. Der Herr hat nicht versäumt, im Evangelium an diese Episode zu erinnern, wenn er sagt: „Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden“ (Joh 3,14)... Die Schlange wurde also als erste gekreuzigt, und zwar durch Mose. Das ist nur gerecht, weil der Teufel unter den Augen des Herrn als erster gesündigt hat (Gen 3)... Sie ist an einer hölzernen Stange gekreuzigt worden, und das zu Recht, weil der Mensch über den Baum der Begehrlichkeit verführt worden war. Seitdem ist er durch einen von einem anderen Baum genommen Pfahl gerettet... Nach der Schlange ist es der Mensch, der im Heiland gekreuzigt ist: zweifellos, um nicht nur den Verantwortlichen zu bestrafen, sondern auch das Vergehen. Das erste Kreuz rächt sich an der Schlange, das zweite an ihrem Gift... das Gift, das die Überredungskunst der Schlange dem Menschen eingeflößt hatte, wird ausgeschwemmt und der Mensch geheilt. Das hat der Herr durch seine menschliche Natur vollbracht: er, der Schuldlose, leidet; in ihm wird der Ungehorsam, der durch die  raffinierte Täuschung des Teufels zustande kam, gesühnt. Und der von seiner Schuld befreite Mensch wird vom Tode befreit. Da wir in Jesus einen Herrn haben, der uns durch seine Passion freigesetzt hat, halten wir unsere Augen ständig auf ihn gerichtet und hoffen, dadurch Heilung unserer Wunden zu finden. Wenn das Gift des Geizes sich in uns ausbreiten will, schauen wir aufs Kreuz, und es wird uns befreien. Wenn der Skorpion Begierde uns sticht, flehen wir das Kreuz an, und es wird uns heilen. Wenn die Bisse der irdischen Gedanken uns zu zermalmen drohen, lasst uns ans Kreuz denken und bitten, und wir werden am Leben bleiben! Das sind die geistigen Schlangen unserer Seelen; um sie zu zertreten, ist der Herr gekreuzigt worden. Er selber sagt zu uns: „Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpionen zu treten, und nichts wird euch schaden können“ (Lk 10,19).  
  

Hl. Maximus von Turin (? - um 420), Bischof