Samstag der 4. Fastenwoche (24.03.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
24 March 2012 07:32
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Katharina

1. Lesung: Buch Jeremia 11,18-20.
Psalm 7,2-3.9bc-10.11-12.
Evangelium nach Johannes 7,40-53.
Kommentar «Habt auch ihr euch in die Irre führen lassen?»

Buch Jeremia 11,18-20.

Der Herr ließ es mich wissen, und so wußte ich es; damals ließest du mich ihr Treiben durchschauen.
Ich selbst war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten geführt wird, und ahnte nicht, daß sie gegen mich Böses planten: Wir wollen den Baum im Saft verderben; wir wollen ihn ausrotten aus dem Land der Lebenden, so daß man seinen Namen nicht mehr erwähnt.
Aber der Herr der Heere richtet gerecht, er prüft Herz und Nieren. Ich werde sehen, wie du Rache an ihnen nimmst; denn dir habe ich meine Sache anvertraut.

Psalm 7,2-3.9bc-10.11-12.

Herr, mein Gott, ich flüchte mich zu dir; hilf mir vor allen Verfolgern und rette mich,
damit mir niemand wie ein Löwe das Leben raubt, mich zerreißt, und keiner ist da, der mich rettet.
Herr, weil ich gerecht bin, verschaff mir Recht, (und tu an mir Gutes,) weil ich schuldlos bin!
Herr, weil ich gerecht bin, verschaff mir Recht, (und tu an mir Gutes,) weil ich schuldlos bin!
Die Bosheit der Frevler finde ein Ende, doch gib dem Gerechten Bestand, gerechter Gott, der du auf Herz und Nieren prüfst.
Ein Schild über mir ist Gott, er rettet die Menschen mit redlichem Herzen.Gott ist ein gerechter Richter, ein Gott, der täglich strafen kann.

Evangelium nach Johannes 7,40-53.

Einige aus dem Volk sagten, als sie diese Worte hörten: Er ist wahrhaftig der Prophet.
Andere sagten: Er ist der Messias. Wieder andere sagten: Kommt denn der Messias aus Galiäa?
Sagt nicht die Schrift: Der Messias kommt aus dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Betlehem, wo David lebte?
So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge.
Einige von ihnen wollten ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen.
Als die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und den Pharisäern zurückkamen, fragten diese: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht?
Die Gerichtsdiener antworteten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen.
Da entgegneten ihnen die Pharisäer: Habt auch ihr euch in die Irre führen lassen?
Ist etwa einer vom Hohen Rat oder von den Pharisäern zum Glauben an ihn gekommen?
Dieses Volk jedoch, das vom Gesetz nichts versteht, verflucht ist es.
Nikodemus aber, einer aus ihren eigenen Reihen, der früher einmal Jesus aufgesucht hatte, sagte zu ihnen:
Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt hat, was er tut?
Sie erwiderten ihm: Bist du vielleicht auch aus Galiläa? Lies doch nach: Der Prophet kommt nicht aus Galiläa.
Dann gingen alle nach Hause.

«Habt auch ihr euch in die Irre führen lassen?»

Wir leben in einer Welt, wo die Liebe selbst verurteilt wird. Man sagt, sie sei Schwäche, ein Zustand, den man hinter sich lassen sollte. Es gibt Leute, die sagen: „Liebe hat keine Bedeutung, es müssen vielmehr die eigenen Kräfte mobilisiert werden; jeder muss so stark wie möglich werden; der Schwache soll doch zugrunde gehen!“ Auch sagen sie, dass die christliche Religion mit ihrem Gerede über die Liebe der Vergangenheit angehöre... Es ist so: sie kommen mit diesen ihren Lehren auf dich zu und finden sogar Leute, die sie bereitwillig übernehmen. Liebe ist unbekannt. Der hl. Franz von Assisi sagte zu seiner Zeit: „Die Liebe wird nicht geliebt“. Und einige Jahrhunderte später läutete die hl. Maria-Magdalena von Pazzi, eine Karmelitin, die Glocken ihres Klosters, damit die Welt erfahre, wie schön Liebe ist. Auch ich wollte gerne Glocken läuten, um der Welt mitzuteilen, wie schön es ist zu lieben. Das Neuheidentum (des Nazismus) mag die Liebe verschmähen; die Geschichte lehrt uns aber trotz allem, dass wir dieses Neuheidentum durch die Liebe bezwingen werden. Wir lassen von der Liebe nicht. Die Liebe wird die Herzen dieser Heiden uns wieder zuführen. Natur ist stärker als Philosophie. Eine Philosophie mag die Liebe verurteilen und zurückweisen, sie als Schwäche bezeichnen; das lebendige Zeugnis der Liebe wird ihre Kraft aber immer wieder aufleben lassen, um Menschenherzen zu erobern und für sich zu gewinnen.

Sel. Titus Brandsma, niederländischer Karmelit, Märtyrer (1881-1942)