Hochfest des Hl. Josef, Bräutigam der Gottesmutter Maria (19.03.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
19 March 2012 07:59
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Joseph von Nazareth

1. Lesung: Zweite Buch des Samuel 7,4-5a.12-14a.16.
Psalm 89(88),2-3.4-5.27.29.
2. Lesung: Brief des Apostel Paulus an die Römer 4,13.16-18.22.
Evangelium nach Matthäus 1,16.18-21.24a.
Kommentar «Fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen»

Zweite Buch des Samuel 7,4-5a.12-14a.16.

Aber in jener Nacht erging das Wort des Herrn an Natan:
Geh zu meinem Knecht David, und sag zu ihm: So spricht der Herr: Du willst mir ein Haus bauen, damit ich darin wohne?
Wenn deine Tage erfüllt sind und du dich zu deinen Vätern legst, werde ich deinen leiblichen Sohn als deinen Nachfolger einsetzen und seinem Königtum Bestand verleihen.
Er wird für meinen Namen ein Haus bauen, und ich werde seinem Königsthron ewigen Bestand verleihen.
Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein. Wenn er sich verfehlt, werde ich ihn nach Menschenart mit Ruten und mit Schlägen züchtigen.
Dein Haus und dein Königtum sollen durch mich auf ewig bestehen bleiben; dein Thron soll auf ewig Bestand haben.

Psalm 89(88),2-3.4-5.27.29.

Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen, bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne: Deine Huld besteht für immer und ewig; deine Treue steht fest im Himmel.
«Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten und David, meinem Knecht, geschworen:
Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand, und von Geschlecht zu Geschlecht richte ich deinen Thron auf.» [Sela]
Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du, mein Gott, der Fels meines Heiles.
Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren, mein Bund mit ihm bleibt allzeit bestehen.

2. Lesung: Brief des Apostel Paulus an die Römer 4,13.16-18.22.

Evangelium nach Matthäus 1,16.18-21.24a.

Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, daß sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloß, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

«Fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen»

Vom Leben des hl. Josef wissen wie sehr wenig. Das Evangelium berichtet nur an drei oder vier Stellen von dem, was Josef getan hat, aber nirgendwo davon, was er gesprochen hat, wie ein früher Autor bemerkt. Vielleicht..., weil der Heilige Geist uns auf diese Weise das Schweigen und die Demut des hl. Josef, seine Vorliebe für ein Leben in Zurückgezogenheit und Verschwiegenheit zu erkennen geben wollte. Wie auch immer, es bedeutet für uns einen großen Verlust. Hätte der Herr gewollt, dass uns Einzelheiten aus dem Leben dieses großen Heiligen bekannt würden, so fänden wir darin bestimmt schöne Beispiele und Regeln, nützlich vor allem für Eheleute. Das ganze Leben des hl. Josef kann man in zwei Abschnitten einteilen: in die Zeit vor seiner Eheschließung und in die darauffolgende Zeit. Von erster wissen wir gar nichts, von der zweiten nur sehr wenig. Ich behaupte jedoch, dass Josef beide in großer Heiligkeit gelebt hat: die erste, weil sie ihren krönenden Abschluss in einer vorbildlichen Ehe fand; die zweite, die von noch größerer Heiligkeit war, weil sie die gesamte Ehe umfasste... Welchen Gewinn mag der hl. Josef aus dem so viele Jahre währenden Gespräch mit der heiligen Jungfrau gezogen haben?... Ich zweifle nicht daran, dass sogar das Schweigen Marias für Josef überaus förderlich war, und dass allein ihr Anblick genügte, um Liebe zu Gott in sich zu verspüren und alles andere gering zu schätzen. Aber wie mag wohl erst die Art zu sprechen eines Menschen gewesen sein, in dem der Heilige Geist wohnte, dem Gott die Fülle der Gnaden geschenkt hatte, der zu größerer Liebe fähig war als alle Seraphim zusammen? Welch Feuer kam aus diesem Mund, wenn er sich auftat, um die Regungen des Herzens wiederzugeben! Welchen Reif, welches Eis hätte er nicht zum Schmelzen gebracht! Aber wie muss er erst auf Josef gewirkt haben, der so bereit war, sich entflammen zu lassen!... Dieses große Feuer, das die ganze Erde in Brand zu setzen vermochte, musste doch in diesen vielen Jahren Josefs Herz erwärmen und verzehren... Wenn Maria daran glaubte, dass Josefs Herz ein Teil ihres Herzens war, wie sehr musste ihr daran gelegen sein, dass es in Liebe zu Gott entbrannte!        

Hl. Claude de la Colombière (1641 - 1682), Jesuit