Mittwoch der 3. Fastenwoche (14.03.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
14 March 2012 07:20
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Mathilde,  Hl. Eva von Lüttich

1. Lesung: Deuteronomium 4,1.5-9.
Psalm 147,12-13.15-16.19-20.
Evangelium nach Matthäus 5,17-19.
Kommentar „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“

Deuteronomium 4,1.5-9.

Und nun, Israel, höre die Gesetze und Rechtsvorschriften, die ich euch zu halten lehre. Hört, und ihr werdet leben, ihr werdet in das Land, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch gibt, hineinziehen und es in Besitz nehmen.
Hiermit lehre ich euch, wie es mir der Herr, mein Gott, aufgetragen hat, Gesetze und Rechtsvorschriften. Ihr sollt sie innerhalb des Landes halten, in das ihr hineinzieht, um es in Besitz zu nehmen.
Ihr sollt auf sie achten und sollt sie halten. Denn darin besteht eure Weisheit und eure Bildung in den Augen der Völker. Wenn sie dieses Gesetzeswerk kennenlernen, müssen sie sagen: In der Tat, diese große Nation ist ein weises und gebildetes Volk.
Denn welche große Nation hätte Götter, die ihr so nah sind, wie Jahwe, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen?
Oder welche große Nation besäße Gesetze und Rechtsvorschriften, die so gerecht sind wie alles in dieser Weisung, die ich euch heute vorlege?
Jedoch, nimm dich in acht, achte gut auf dich! Vergiß nicht die Ereignisse, die du mit eigenen Augen gesehen, und die Worte, die du gehört hast. Laß sie dein ganzes Leben lang nicht aus dem Sinn! Präge sie deinen Kindern und Kindeskindern ein!

Psalm 147,12-13.15-16.19-20.

Jerusalem, preise den Herrn, lobsinge, Zion, deinem Gott!
Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, die Kinder in deiner Mitte gesegnet;
Er sendet sein Wort zur Erde, rasch eilt sein Befehl dahin.
Er spendet Schnee wie Wolle, streut den Reif aus wie Asche.
Er verkündet Jakob sein Wort, Israel seine Gesetze und Rechte.
An keinem andern Volk hat er so gehandelt, keinem sonst seine Rechte verkündet. Halleluja!

Evangelium nach Matthäus 5,17-19.

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

„Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“

Die Gnade, einst im Alten Testament gleichsam verhüllt, wurde im Evangelium Christi vollständig offenbar durch eine harmonische Einteilung der Zeitabläufe, wie Gott ja üblicherweise alles harmonisch einrichtet... Doch innerhalb dieser wunderbaren Harmonie kann man einen großen Unterschied ausmachen zwischen zwei Epochen. Am Sinai wagte das Volk nicht, sich dem Ort zu nähern, wo der Herr das Gesetz ausgehändigt hat; im Abendmahlssaal steigt der Heilige Geist auf jene herab, die sich versammelt haben, um die Erfüllung der Verheißung zu erwarten (vgl. Ex 19,23; Apg 2,1). Zuerst hat der Finger Gottes die Gebote auf Tafeln von Stein geschrieben; nunmehr schreibt er sie in das Herz der Menschen (Ex 31,18; 2Kor 3,3). Einst war das Gesetz äußerlich aufgeschrieben und machte den Sündern Angst; jetzt wurde es ihnen innerlich eingegeben, um sie gerecht zu machen...
Und tatsächlich lässt sich alles, was auf den Tafeln aus Stein geschrieben ist, wie der Apostel Paulus sagt, also „du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten..., du sollst nicht begehren!, und alle anderen Gebote in dem einen Satz zusammenfassen: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.“ (Röm 13,9; Lev 19,18)... Diese Liebe wurde „ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ (Röm 5,5).      

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer