Donnerstag der 2. Fastenwoche (08.03.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
08 March 2012 07:21
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Johannes von Gott

1. Lesung: Buch Jeremia 17,5-10.
Psalm 1,1-2.3.4.6.
Evangelium nach Lukas 16,19-31.
Kommentar „Er blickte auf“

Buch Jeremia 17,5-10.

[So spricht der Herr:] Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt, und dessen Herz sich abwendet vom Herrn.
Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt.
Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verläßt und dessen Hoffnung der Herr ist.
Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.
Arglistig ohnegleichen ist das Herz und unverbesserlich. Wer kann es ergründen?
Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem zu vergelten, wie es sein Verhalten verdient, entsprechend der Frucht seiner Taten.

Psalm 1,1-2.3.4.6.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.
Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen.
Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

Evangelium nach Lukas 16,19-31.

Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte.
Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war.
Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Statt dessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren.
Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben.
In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß.
Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer.
Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, daß du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber mußt leiden.
Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, so daß niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte.
Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters!
Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen.
Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören.
Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren.
Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

„Er blickte auf“

Wie der Reiche, der das Leben im Überfluss liebte,
so liebe ich die vergänglichen Vergnügen
mit diesem animalischen Körper, den ich den meinen nenne,
durch die Vergnügungen dieses Unverständigen...Und von all diesen großen Gaben,
die du mir umsonst geschenkt hast,
habe ich den Zehnten nicht zurückgegeben,
den ich von deinen eigenen Gütern nehmen müsste.Von all dem, was ich unter meinem Dach angesammelt hatte,
gehortet aus Erde, Wasser und Luft,
- deinen unzähligen Wohltaten –
Dachte ich, sie wären mein.Von all dem gab ich nichts dem Armen
Und für seine Bedürfnisse habe ich nichts zur Seite gelegt:
Weder Nahrung für den Hungernden,
noch Kleidung für den Nackten.Weder Obdach für den Heimatlosen,
noch Wohnstatt für den Fremden;
weder Zeit, um den Kranken zu besuchen,
noch Sorge um die Gefangenen (vgl. Mt 25,31f.).Ich habe mich nicht gegrämt
Mit dem Traurigen, den das Leid niederdrückte,
Und auch die Freude des Fröhlichen habe ich nicht geteilt,
da ich vor Neid erblasste gegen ihn.Alle diese Menschen sind ein anderer Lazarus...
Sie liegen vor meiner Tür...
Während ich, taub für ihr Flehen,
ihnen selbst die Abfälle meiner Tafelei nicht gönnte...Die Hunde deines Gesetzes, draußen,
haben ihn wenigstens getröstet mit ihrer Zunge;
Und ich, der ich dein Gebot kenne, hatte nichts im Sinn,
als mit meiner Zunge meinen Nächsten zu verletzen, der dein Abbild ist (Mt 25,45)...Schenke mir schon hier die Gnade der Zerknirschung,
damit ich büße für meine Sünden...
Auf dass diese Tränen auslöschen mögen
Den von leckenden Flammen glühenden Feuerofen...Und dass in mir das Verhalten eines erbarmungslosen Menschen
Durch Dich in meinem tiefsten Inneren umgewandelt werde in barmherziges Mitleid,
damit ich deiner Barmherzigkeit mich würdig erweise
durch mein erbarmendes Handeln an dem, der als Armer zu mir kommt.

Hl. Nerses Snorhali (1102-1173), armenischer Patriarch