Montag der 2. Fastenwoche (05.03.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
05 March 2012 07:15
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Dietmar,  Hl. Oliva

1. Lesung: Buch Daniel 9,4b-10.
Psalm 79,8.9.11.13.
Evangelium nach Lukas 6,36-38.
Kommentar «Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist»

Buch Daniel 9,4b-10.

Ich betete zum Herrn, meinem Gott, legte ein Bekenntnis ab und sagte: Herr, du großer und Furcht erregender Gott, du bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten, deinen Bund und deine Gnade.
Wir haben gesündigt und Unrecht getan, wir sind treulos gewesen und haben uns gegen dich empört; von deinen Geboten und Gesetzen sind wir abgewichen.
Wir haben nicht auf deine Diener, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen und Vorstehern, zu unseren Vätern und zu allen Bürgern des Landes geredet haben.
Du, Herr, bist im Recht; uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht, den Leuten von Juda, den Einwohnern Jerusalems und allen Israeliten, seien sie nah oder fern in all den Ländern, wohin du sie verstoßen hast; denn sie haben dir die Treue gebrochen.
Ja, Herr, uns steht die Schamröte im Gesicht, unseren Königen, Oberen und Vätern; denn wir haben uns gegen dich versündigt.
Aber der Herr, unser Gott, schenkt Erbarmen und Vergebung. Ja, wir haben uns gegen ihn empört.
Wir haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört und seine Befehle nicht befolgt, die er uns durch seine Diener, die Propheten, gegeben hat.

Psalm 79,8.9.11.13.

Rechne uns die Schuld der Vorfahren nicht an! Mit deinem Erbarmen komm uns eilends entgegen! Denn wir sind sehr erniedrigt.
Um der Ehre deines Namens willen hilf uns, du Gott unsres Heils! Um deines Namens willen reiß uns heraus und vergib uns die Sünden!
Das Stöhnen der Gefangenen dringe zu dir. Befrei die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes!
Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, wollen dir ewig danken, deinen Ruhm verkünden von Geschlecht zu Geschlecht.

Evangelium nach Lukas 6,36-38.

Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlaßt einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.
Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

«Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist»

Über einen anderen zu urteilen, ist riskant und gefährlich. Es soll ein jeder darauf bedacht sein, diese Sünde nicht zu begehen. Denn er, der die Wahrheit ist, hat gesagt: „Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden“. Wenn du in hohem Maße barmherzig bist, wirst du große Barmherzigkeit finden. Wenn du es nur wenig bist, findest du wenig; wenn du ohne Barmherzigkeit bist, wirst du selber auch keine finden. Diese Barmherzigkeit muss man in seinem Inneren empfinden und ausüben, so tief in seinem Willen, dass man überall, wo man seinen Nächsten leiden sieht, tiefes ehrliches Mitleid mit ihm empfindet und Gott von ganzem Herzen bittet, ihn zu trösten. Wenn du ihm spürbar helfen kannst, durch einen guten Rat oder ein Geschenk, durch Worte oder Taten, so tue es im Rahmen deiner Möglichkeiten. Wenn du nicht viel tun kannst, so tue doch etwas, nämlich ein Werk der inneren oder der äußeren Barmherzigkeit: gib ihm wenigstens ein gutes Wort. Auf diese Weise begleichst du, was du ihm schuldest, und findest einen barmherzigen Gott.  

Johannes Tauler (um 1300-1361) Dominikaner in Straßburg